Ehrenmitglieder

Als Kapitän zog August Gottschalk sowohl beim Pokalsieg, als auch beim Gewinn der Deutschen Meisterschaft die Fäden im Team des RWE.

Bereits 1939 begann Gottschalks Karriere in der ersten Mannschaft. Mit seinen gerade einmal 17 Jahren schaffte es der bullige Mittelstürmer sich in der damaligen Gauliga Niederrhein Respekt zu verschaffen. Nach dem Zweiten Weltkrieg nahm Gottschalk zunächst das Fußballspielen beim ESC 02 Preußen wieder auf, woraufhin er, auf Initiative von Georg Melches, 1947 wieder zurück zu den Rot-Weissen wechselte.

In der Folge entwickelte sich der gebürtige Essener vom bulligen Stoßstürmer zum kreativen Spielgestalter des RWE. Seine Karriere krönte Gottschalk mit dem Gewinn des Deutschen Pokals 1953 sowie der Deutschen Meisterschaft 1955. Während des Finals um die Deutsche Meisterschaft gegen den 1.FC Kaiserslautern war der Triumph neben dem dreifachen Torschützen Franz „Penny“ Islacker vor allem August Gottschalk zu verdanken. Laut den damaligen Zeitungsberichten war er „die entscheidende Nuance besser als der Kaiserslauterer Fritz Walter“.

Nach dem Erfolg in der Meisterschaft beendete Gottschalk seine Karriere und kann auf eine stolze Bilanz zurückblicken. Für den RWE erzielte er in 186 Ligaspielen 99 Tore und hat sich so für den Verein unvergesslich gemacht.

Am 27. November 2014 starb August Gottschalk mit 92 Jahren in Essen.

Zusammen mit Helmut Rahn bildete Bernhard Termath die wohl beste Flügelzange Deutschlands der 50er Jahre. Der schnelle Außenstürmer kehrte 1949 in seinen Geburtsort Essen zurück und schloss sich dort den Rot-Weissen an.

1953 gewann Termath mit dem RWE den Deutschen Pokal und wurde 1955 Deutscher Fußballmeister. Für die Rot-Weissen erzielte Termath in 143 Pflichtspielen 56 Tore und gehörte dank seiner starken Leistungen auch zum Aufgebot der Deutschen Nationalmannschaft. Dort machte er zwischen 1951 und 1954 sieben Länderspiele und schoss dabei vier Tore.

1955 verließ Termath den RWE und wechselte zum Kalsruher SC, mit dem er ebenfalls den Deutschen Pokal gewann und bei dem er später als Trainer arbeitete.

Am 24. März 2004 verstarb Bernhard Termath, sein Name wird aber an der Hafenstraße immer mit den größten Vereinserfolgen des RWE verbunden bleiben.

Clemens Wientjes gehörte zur legendären Elf, die 1953 das Pokalfinale gegen Alemannia Aachen für sich entschied und somit Deutscher Pokalsieger wurde.

1948 wechselte Wientjes aus Werden an die Hafenstraße und versorgte Anfang der 50er Jahre das Aufbauspiel des RWE. In dieser Zeit gehörten die Rot-Weissen zu den absoluten Topteams der damaligen höchsten Spielklasse in Deutschland, der Oberliga West.
1953 gelang Wientjes und dem RWE der erste große Erfolg des Vereins von der Hafenstraße: Sie gewannen den Pokal mit einem 2:1-Finalerfolg gegen Alemannia Aachen. In der Folge konnte Wientjes sich aufgrund der großen Konkurrenz allerdings nicht mehr in der Startelf des RWE halten und so verabschiedete sich der damals 35-jährige schließlich im Oktober 1954 aus der 1. Mannschaft.

Zu seiner aktiven Zeit machte der gebürtige Essener 1952 zwei Länderspiele und wurde von Bundestrainer Sepp Herberger zum ersten Lehrgang der Nationalmannschaft nach dem Zweiten Weltkrieg eingeladen.

Nach seiner Fußballkarriere zog Clemens Wientjes nach Wiesbaden, wo er bis zu seinem Tod 1998 lebte.

Wem der Name Edson Arantes do Nascimento nichts sagt muss sich nicht wundern, denn der besagte Herr machte vor allem als „Pelé“ von sich reden. Dieser Kosename ist allerdings jedem Fußballfan rund um die Welt ein Begriff.

Als einer der besten Fußballer aller Zeiten gewann Pelé drei Weltmeistertitel sowie zwei Weltpokale. Der FIFA-Weltfußballer des 20. Jahrhunderts und dreimalige Weltmeister spielte zwar selbst nie an der Hafenstraße, zeigte sich aber dennoch geehrt Mitglied des Rot-Weissen Traditionsvereins zu sein und ist dem RWE seitdem verbunden.

"Es ist für mich eine große Ehre, dem Verein anzugehören, in dem der ,Boss’ einst gespielt hat", erklärte Pelé bei seiner Ernennung zum Ehrenmitglied im November 2005. Ein zu diesem Zweck versteigertes Trikot erzielte 6000 Euro, die einer Wohnstätte für geistig Behinderte zu Gute kamen, welche von Helmut Rahns Schwiegertochter Petra geleitet wird. Die RWE-Mitgliedsnummer 23101940 trägt seitdem die rot-weissen Farben bei all seinen ehrenamtlichen Tätigkeiten in die Welt.

„Penny“, wie Franz Islacker Zeit seines Lebens genannt wurde, feierte 1953 den Pokalsieg sowie die Deutsche Meisterschaft 1955.

Der Außenläufer der Rot-Weissen war eine der großen Verstärkungen, die Georg Melches 1952 an die Hafenstraße lotste. Die Verpflichtung zahlte sich 1953 direkt aus, als Islacker durch sein Tor maßgeblich am Pokalsieg der Rot-Weissen beteiligt war. Beim Meisterschaftsfinale 1955 gelangen ihm gleich drei Tore, die dem RWE die erste und bisher einzige Deutsche Meisterschaft bescherten. Das letzte seiner drei Tore erzielte „Penny“ humpelnd. Nach einem Zweikampf mit dem Lauterer Horst Eckel hatte er sich am Knie verletzt, konnte aber aufgrund der noch nicht vorhandenen Auswechselregelung nicht ersetzt werden. Dies erwies sich als großes Glück für den RWE, als der gebürtige Essener den Ball in der 85. Minute über die Linie beförderte und den Rot-Weissen so den größten Vereinserfolg ihrer Geschichte sicherte.

Obwohl Islacker immer als einer der stärksten Spieler der Liga galt, machte er nur ein Länderspiel in der A- sowie ein Länderspiel in der B- Nationalmannschaft.

Im Juli 1970 verstarb Islacker bei einem Autounfall, doch den Fans des RWE wird Islacker immer als torgefährlicher Außenläufer ein Begriff bleiben.

Der Stürmer der 1953er Pokalsiegermannschaft des RWE machte zwischen 1946 und 1957 67 Spiele für die Rot-Weissen und erzielte dabei 30 Tore.

Trotz sinkender Spielzeit blieb Abromeit den Rot-Weissen treu und verbrachte seine gesamte Karriere an der Hafenstraße. In Erinnerung wird den Essenern vor allem sein Europapokaltor in Edinburgh bleiben. Es ist bis heute das einzige des RWE.

2004 starb Abromeit im Alter von 81 Jahren. 

Der Erfolgsgarant für den Pokalsieg 1953 sowie für die Deutsche Meisterschaft 1955 des RWE denkt besonders gerne an seine Zeit im RWE-Trikot zurück. 1952 kam der gebürtige Kölner auf Initiative von Georg Melches vom 1.FC Köln an die Hafenstraße. Während dieser Zeit feierte Herkenrath nicht nur große Erfolge mit den Rot-Weissen, sondern gehörte ab 1951 auch zum erweiterten Kader der deutschen Nationalmannschaft. Nach dem Gewinn der Weltmeisterschaft 1954, bei der Herkenrath nicht nominiert war, wurde er Stammtorhüter der deutschen Elf und war, trotz der Negativserie der Mannschaft, ein souveräner und sicherer Rückhalt.

Der „fliegende Schulmeister“, wie er aufgrund seines Studiums und späterer Lehrtätigkeit genannt wurde, war besonders für seine schnellen Reflexe und spektakulären Paraden bekannt. Von 1956 – 1962 arbeitete Herkenrath neben dem Fußball dann als Grundschullehrer und arbeitete danach als Professor an der Sportfakultät der Technischen Hochschule Aachen sowie an der Universität Düsseldorf.

Rot-Weiss Essen wird Herkenrath immer als einen der besten Torhüter seiner Geschichte in Erinnerung behalten.

Heinz Wewers war als Mittelläufer des RWE hauptverantwortlich für die Defensive und hatte so maßgeblichen Anteil am Pokalsieg 1953, sowie dem Gewinn der Deutschen Meisterschaft 1955.

Der gebürtige Gladbecker schloss sich 1949 Rot-Weiss Essen an, den er bis zu seinem Karriereende nicht mehr verließ. Im Meisterschaftsfinale 1955 störte er erfolgreich die Kreise der Offensive des 1.FC Kaiserslautern um Fritz und Ottmar Walter, sodass zum Abpfiff der größte Erfolg der Vereinsgeschichte gefeiert werden konnte. Sage und schreibe 338 Pflichtspiele absolvierte der „lange Heinz“ für die Rot-Weissen und blieb dem RWE auch nach dem Abstieg in die zweite Liga treu.

Auch in der Nationalmannschaft kam der Essener Mittelläufer zum Einsatz. 12 Länderspiele absolvierte Wewers unter Bundestrainer Sepp Herberger, allerdings mit fünfjähriger Pause zwischen 1951 und 1956.

Zu seiner aktiven Zeit führte Wewers von 1957 bis 1962 die Vereinsgaststätte des RWE. Im Jahr 2008 verstarb Heinz Wewers im Alter von 81 Jahren in Essen.

„Aus dem Hintergrund müsste Rahn schießen…Rahn schießt…Tor Tor Tor.“, diese Worte von Fernsehkommentator Herbert Zimmermann haben Helmut Rahn in ganz Deutschland berühmt gemacht. Mit seinem Tor zum 3:2 im Finale der Weltmeisterschaft 1954 gegen Ungarn sorgte Rahn für den bis dato größten Erfolg der deutschen Nationalmannschaft und damit für Ablenkung im tristen Nachkriegsdeutschland der 50er Jahre.

Doch nicht nur international war „der Boss“, wie Rahn genannt wurde, erfolgreich. Von 1951 bis 1959 schoss er 88 Tore in 201 Pflichtspielen für Rot-Weiss Essen. Der schnelle Außenstürmer gewann mit dem RWE 1953 den Pokal sowie 1955 die deutsche Meisterschaft. Zu dieser Zeit war der gebürtige Essener der herausragende Spieler der Rot-Weissen und auch über die deutschen Grenzen hinaus bekannt. Bei der Wahl zu Europas Fußballer des Jahres 1958 wurde der Essener Rahn hinter Raymond Kopa auf Platz Zwei gewählt.

Mit seinem temperamentvollen und optimistischen Charakter, gepaart mit dem Dialekt des Ruhrpotts passte Rahn perfekt nach Essen, wohin er nach Gastspielen in Köln, Enschede und Duisburg zurückkehrte. Nach seiner aktiven Laufbahn zog er sich allerdings vom Fußball zurück, bei dem es ihm zu sehr um die Show und weniger um den Sport an sich ging.

Im Jahr 2003 verstarb Helmut Rahn in Essen. Seit 2004 erinnert eine Statue an den „Boss“, der nicht nur den Essener sondern auch den deutschen Fußball geprägt hat.

Ein weiterer wichtiger Teil der 1955er Meistermannschaft war Joachim Jänisch. Der Allrounder der Rot-Weissen war zwar während der laufenden Saison nur in acht Spielen zum Einsatz, während der Endrunde spielte er allerdings sechs Mal als rechter Verteidiger. Besonders im Finale gegen den 1. FC Kaiserslautern gelang es ihm mit seiner konsequenten und nimmermüden Art die rechte Abwehrseite zuzustellen.

In seiner aktiven Zeit gehörte der gebürtige Herborner zum erweiterten Kreis der deutschen Fußballnationalmannschaft. 1957 musste Jänisch seine Fußballkarriere aufgrund von Sportinvalidität beenden. Im Jahr 2001 starb Joachim Jänisch, mit dem man in Essen immer den Gewinn der Meisterschaft 1955 verbinden wird.

Johannes Röhrig gehörte zur Offensivabteilung der Meisterelf von 1955. Fred, wie er von allen genannt wurde wechselte 1953 zum amtierenden Deutschen Pokalsieger Rot-Weiss Essen und benötigte keine lange Eingewöhnungszeit. Bereits in seiner ersten Saison bei den Rot-Weissen zählte Röhrig zu den torgefährlichsten Spielern seiner Elf und war ein Jahr später maßgeblich am Erreichen des Finals um die deutsche Meisterschaft 1955 beteiligt. Im Finale erzielte er die 2:1-Führung für den RWE und sorgte so für den größten Erfolg der Essener Vereinsgeschichte.

In den darauffolgenden Jahren war der Niederländer bester Torschütze des RWE, bevor er 1958 zurück in die Niederlande zum PSV Eindhoven wechselte. Insgesamt machte Röhrig 104 Oberligaspiele für den RWE und erzielte dabei 33 Tore.

Am 31. Januar 2012 verstarb Johannes „Fred“ Röhrig in den Niederlanden.

Kurt Roetger gehörte zum Kader der Pokalsieger- und Meistermannschaft der Rot-Weissen 1953 bzw. 1955. Zwar war Roetger kein Stammspieler, gehörte aber mit zu der Mannschaft, die sich vor allem durch ihren großen Teamgeist auszeichnete. So nahm Roetger auch bei den internationalen Spielen des RWE in Edinburgh 1955 sowie bei der von Georg Melches organisierten Südamerikareise 1954 teil.

Die Jahre im Essener Trikot hatten Roetger so geprägt, dass er dem Verein auch nach seiner Fußballkarriere treu blieb und 1971 sogar Vorsitzender des Vereins von der Hafenstraße wurde.

Da der RWE finanziell nicht immer auf Rosen gebettet war, haben Sponsoren hier einen besonderen Stellenwert. Die Rolle von Manfred Sander allerdings überstieg die des Sponsors enorm. Der Essener Unternehmer verspürt sein Leben lang eine enge Verbundenheit zu den Rot-Weissen, sodass er sich, nach jahrelanger finanzieller Unterstützung des Vereins entschied, selbst im Vereinsgeschehn mitzuwirken und schließlich in den Vorstand des RWE gewählt wurde. In der schwärzesten Stunde des Vereins, der Insolvenz 2010, setzte Sander sich besonders für das Fortbestehen des Klubs ein, für den sein Herz schlägt.

Für eine Ablösesumme von 3.300 DM wechselte der damals 21jährige Amateurnationalspieler Otto Rehhagel 1960 von TuS Helene zu Rot-Weiss Essen. Der Nachfolger des ehemaligen Meistermannschaftsspielers Willi Köchling debütierte am 14. August 1960 beim 3:0-Sieg gegen Preußen Münster im rot-weissen Dress. Die Sportpresse bescheinigte ihm eine solide und gute Leistung. In den drei Spielzeiten bei RWE nahm Abwehrspezialist Otto Rehhagel an allen 90 Meisterschaftsspielen teil und erzielte drei Tore.

Den Abstieg aus der Oberliga West in seinem ersten Jahr als Vertragsspieler konnte er aber nicht verhindern. RWE stellte in der Spielzeit 1960/61 zwar die viertbeste Abwehr, hatte  mit nur 32 Treffern zugleich aber die schwächste Torbilanz und stieg als Tabellenfünfzehnter am Ende der Saison 1960/61 aus der Oberliga West ab. Der rot-weisse Sturm war in zwölf Spielen ohne Torerfolg geblieben.

Otto Rehhagel blieb der Hafenstraße noch weitere zwei Jahre treu. Und das hatte einen ganz einfachen Grund: „RWE hat mir die Möglichkeit gegeben, mich als Profi und Mensch zu entwickeln. Hier spielte ich mit den Idolen meiner Jugend Penny Islacker, Fritz Herkenrath, Heinz Wewers und Willi Vordenbäumen in einer Mannschaft. RWE war für mich der Startschuss zu meiner langen Karriere als Fußballer und Trainer.“

Trotz dieser Verbundenheit zu Rot-Weiss Essen wollte er natürlich auf Dauer nicht in den Niederungen der 2. Liga West spielen. Vor seiner dritten Spielzeit garantierte ihm der Verein die Freigabe mit Ablauf der Saison 1962/63. Der Start der Fußballbundesliga warf seine Schatten voraus. Im Juni 1963 unterschrieb Otto Rehhagel einen Vertrag in Berlin und wechselte für eine Ablösesumme von 10.000 DM von der Ruhrgebietsmetropole in die Weltstadt mit Insellage. Bis 1972 spielte das Kind des Ruhrgebietes in 201 Spielen für Hertha BSC Berlin und den 1. FC Kaiserslautern und erzielte dabei insgesamt 22 Tore. Als Trainer arbeitete er anschließend unter anderem für Borussia Dortmund, Fortuna Düsseldorf, Werder Bremen, Bayern München und den 1. FC Kaiserslautern. Neben seinen verschiedenen Titeln mit Bremen führte er die Pfälzer 1997 zurück in die Bundesliga und holte 1998 erstmals mit einem Aufsteiger direkt die deutsche Meisterschaft. Seinen größten Triumph feierte „König Otto“ aber bei der Europameisterschaft 2004 in Portugal als Nationaltrainer von Griechenland. Mit dem EM-Außenseiter gewann er den Titel und wurde von der Presse zum „Ottokrates Rehhakles“ ernannt.

Die Verbundenheit mit seiner Heimatstadt hat das Bergarbeiterkind nie verloren. Mit seinem Engagement als Nationaltrainer Griechenlands verlegte der Meistertrainer seinen Wohnort wieder nach Essen und besuchte seitdem auch immer wieder Spiele im Georg-Melches Stadion und im heutigen Stadion Essen.

Paul Jahnel gehörte zu der gefürchteten Läuferreihe der Rot-Weissen, die 1953 den Pokal, und schließlich 1955 die Deutsche Meisterschaft gewannen.

Jahnel kam 1950 von Schalke 04 an die Hafenstraße wo er bis 1958 die Fußballschuhe schnürte und schließlich seine Karriere beendete. In dieser Zeit gewann Jahnel mit dem RWE sowohl den Pokal 1953, als auch die Deutsche Meisterschaft 1955 und war Teil der Läuferreihe um Clemens Wientjes und Heinz Wewers, die in den 50er Jahren ganz Deutschland verzückte.

2005 verstarb der gebürtige Essener im Alter von 77 Jahren.

Jeder Verein benötigt eine „gute Seele“. Mit Paul Nikelski hatte der RWE allerdings über 60 Jahre eine besonders gute.

Im Stadtteil Altenessen geboren war Nikelski immer dem Rot-Weissen Einfluss ausgesetzt. Doch erst die Begegnung mit Georg Melches in den 50ern brachte ihn zum RWE, wo er 1955 die Leitung der Geschäftsstelle übernahm. 34 Jahre brachte er als Leiter der Geschäftsstelle den Verein mit seiner ruhigen und sachlichen Art durch so manche Krise und ist ihm sein Leben lang treu geblieben. In der über hundertjährigen Geschichte des Rot-Weiss Essen gab es wohl Niemanden, der so nah dran war, so rot und weiss war, wie der „Mr. RWE“.

Über 60 Jahre war Nikelski Mitglied der Rot-Weissen Familie, bis er schließlich 2010 im Alter von 83 Jahren starb. 

Siggi Dahms ist im Laufe der Zeit zu einem der markantesten Gesichtern von Rot-Weiss Essen geworden. Über sechs Jahrzehnte war er Mitglied, 25 Jahre war er Jugendleiter und Jugendtrainer und kein Tag verging, an dem man ihn nicht an der Seumannstraße antraf.

Als Siggi Dahms im Februar 1949 in den Verein Rot-Weiss Essen eingetreten ist, hat er einen Entschluss gefasst, der sein ganzes Leben maßgeblich beeinflussen sollte. Alle großen Gestalten der 106-jährigen Vereinsgeschichte kannten oder kennen Siggi Dahms. Ob ein Bierchen mit „Boss“ Rahn in der Friesenstube oder ein kurzer Plausch mit Ente Lippens: Sein Leben war immer eng mit RWE verknüpft und ist es bis heute geblieben.
 
Angefangen als Jugendtrainer haben Siggi viele auf die Probe gestellt. Man denke an Manni Burgsmüller, dem Siggi einst einen Satz entlocken konnte, den viele spätere Trainer auch gerne vom schlitzohrigen Torjäger gehört hätten: „Bei dir tanze ich nicht mehr aus der Reihe“, versprach Burgsmüller einst, als Siggi seinen Leistungsträger aus disziplinarischen Gründen nicht mit zu einem Turnier nach Tottenham nehmen wollte.
 
Noch viele weitere Talente formte Siggi in seiner Position als Jugendtrainer und später als Leiter der Jugendabteilung zum Bundesligaspieler, denkt man an Frank Mill, Mario Basler oder Jürgen Wegmann: Sie alle wuchsen unter Siegfried Dahms in ihre Stollenschuhe.

Siggi verfolgte die rot-weisse Jugendarbeit immer hautnah, keine Trainingseinheit ließ er sich an der Seumannstraße entgehen, kein Auswärtsspiel war ihm zu weit. Wo die rot-weisse Jugend war, da war auch Siggi Dahms!
 
Doch auch an der Hafenstraße war Siggi zuhause. Weit über 20 Jahren saß er im rot-weissen Ehrenrat und vermittelte zwischen Vorstand und Mitgliedern. Viele Spieler wie Verantwortliche ´sah er Kommen und Gehen, er selbst aber blieb und gehörte zum Verein von der Hafenstraße wie seine rot-weissen Farben.

Am 01. Februar 2015, dem Gründungstag von Rot-Weiss, verstarb Siggi Dahms im Alter von 91 Jahren.

 

Werner Göbel hatte als Verteidiger der Pokalsieger- und Meistermannschaft 1953 bzw. 1955 erheblichen Anteil an den Erfolgen des RWE.

Der gebürtige Essener schloss sich nach seiner Rückkehr aus dem Zweiten Weltkrieg den Rot-Weissen an und bildete in der Folge ein starkes Verteidigerpaar mit Willi Köchling. Göbel wurde mit Rot-Weiss Essen mehrfach Meister der Oberliga West und schließlich Deutscher Meister 1955, nachdem man in seinem ersten Jahr beim RWE in der Endrunde noch an Fritz Walters 1.FC Kaiserslautern gescheitert war, diese aber 1955 mit 4:3 schlug und Deutscher Meister wurde. In diesem Spiel konnte Göbel allerdings nicht dabei sein. Eine rheumatische Erkrankung verhinderte sein Mitwirken.

Kurz darauf verstarb Göbel 1955 im Alter von 29 Jahren infolge eines häuslichen Unfalls durch einen Stromschlag. Göbel absolvierte 141 Spiele für den RWE und feierte mit den Rot-Weissen die größten Erfolge der Vereinsgeschichte.

Dem ehemaligen Unternehmer und Oberbürgermeister der Stadt Essen lagen die Rot-Weissen immer sehr am Herzen. Zu seiner Amtszeit versäumte er keine Gelegenheit, Veranstaltungen des RWE beizuwohnen. So sprach er nicht nur zur Stadionumbennenung 1964, sondern besuchte auch das ein oder andere Spiel der Rot-Weissen, besonders zur Bundesligazeit 1966-1967 sowie 1969-1971. Durch seine große Unterstützung der Bergleute in Essen und der Bergbautradition des RWE genoss Nieswandt großes Ansehen unter den RWE-Fans. Am 5. Juni 1978 starb der SPD-Politiker, doch er bleibt allen Rot-Weissen durch seine Verbundenheit zu unserem Verein in Erinnerung.

Der linke Läufer des RWE wurde 1955 Deutscher Meister und war eine der tragenden Säulen des größten Erfolgs der Rot-Weissen.

Der gebürtige Dorstener begann seine fußballerische Laufbahn in seiner Heimatstadt. Durch ein Freundschaftsspiel gegen die Reserve des RWE fiel Grewer als linker Läufer des SuS Hervest-Dorsten besonders auf, sodass man sich in Essen entschied ihn unter Vertrag zu nehmen. Grewer setzte sich schnell an der Hafenstraße durch und gewann bereits in seinem ersten Rot-Weissen Jahr die Deutsche Fußballmeisterschaft. Während des Finals gelang es Grewer seinen direkten Gegenspieler, Fritz Walter, in Schach zu halten und hatte daher maßgeblichen Anteil am Finalsieg.

In der Folge schaffte Grewer den Sprung in die Deutsche B-Nationalmannschaft bevor er 1957 an plötzlichem Herzversagen starb.

Vier Tore in einem Freundschaftsspiel gegen den RWE führten dazu, dass die Rot-Weissen den überragenden Spieler des Iserlohner Testspielgegners verpflichteten. Das sollte sich sowohl für die Essener, als auch für den gebürtigen Schwerter auszahlen, als Rot-Weiss Essen 1953 Deutscher Pokalsieger und 1955 Deutscher Meister wurde.

Ursprünglich spielte Köchling als Stürmer, wurde in Essen allerdings zum Verteidiger umfunktioniert. Dort bildete er mit Werner Göbel das Innenverteidigerpaar, was die Alemannen aus Aachen um Jupp Derwall 1953 im Pokalfinale verzweifeln ließ. 1955 verteidigte Köchling während der Saison weiterhin mit Werner Göbel, der im Finale allerdings durch Joachim Jänisch ersetzt werden musste. Doch auch die umformierte Innenverteidigung um Willi Köchling hielt den Lauterern stand, sodass der RWE sich zum Abpfiff Deutscher Meister nennen konnte.

Auf internationaler Ebene absolvierte Köchling 1956 ein Spiel für die Deutsche Nationalmannschaft, das 4:1 gegen Belgien gewonnen wurde.

Von 1952 bis 1960 machte Köchling mehr als 350 Spiele im Rot-Weissen Trikot der Essener. Nach langer Krankheit verstarb Köchling 2009.

Der Name Willi Lippens fällt wohl jedem in Fußballdeutschland sofort ein, wenn er an Rot-Weiss Essen denkt. Manche träumen wohl noch heute von ihm – die einen von tollen Toren und großartigen Kabinettstücken, die anderen von schlagfertigen Dialogen und unerreichbar abgeschirmten Bällen. Aus derartigen Träumen dürfte ein gewisser Berti Vogts wohl noch heute ab und an schweißgebadet aufwachen und kontrollieren, ob seine Beine nicht verknotet sind.

Aus dem beschaulichen Kleve hatte der damals 18-Jährige 1965 an der Hafenstraße sein neues Zuhause bezogen – und zwar wortwörtlich. Im altehrwürdigen Georg-Melches-Stadion bewohnte er die spätere Jugendbegegnungsstätte für die Miete von 30 Mark. Mitten in der damaligen Haupttribüne, wenige Meter von dem Platz entfernt, auf dem er die Gegner an die Wand und die RWE-Fans in seinen Bann gespielt hat.

Für viele ist bis heute ein ungelüftetes Geheimnis wie er es mit seinem Watschelgang an einigen der damals weltbesten Verteidigern vorbei geschafft hat. So wie es für RWE-Fans die pure Freude war, ihn spielen zu sehen, war es für die Verteidiger die Hölle, gegen ihn anzutreten. Hätte es da nur die technischen Finessen gegeben, wäre alles wohl halb so schlimm gewesen. Doch sich während eines Spiels am laufenden Band Sprüche von Willi Lippens anhören zu müssen, hat die Gegner zur Verzweiflung getrieben. Nicht umsonst nutzten manche seiner Gegenspieler Oropax, um ihm seine wirkungsvollste Waffe zu nehmen.

Trotzdem hat es nicht zu den ganz großen Pokalen gereicht. Willi Lippens ist ein Beispiel dafür, dass zu großen Spielern nicht immer große Titel gehören. Obwohl er sich zwischen den beiden damals weltbesten Nationalmannschaften entscheiden konnte, blieb ihm eine große Länderspielkarriere verwehrt. Und das, obwohl die Ente sowohl für die Deutsche, als auch für die Niederländische Nationalmannschaft eine Bereicherung gewesen wäre. Dementsprechend froh können wir Deutschen – und ganz besonders Berti Vogts – sein, dass die Holländer sich nach nur einem Länderspiel selbst seiner Qualität beraubt haben.

Auch wenn ihm ein großer internationaler Titel nicht vergönnt war, so hat er in Fußballdeutschland doch einen bleibenden Eindruck hinterlassen und mit seinen Eigenarten – auf und neben dem Platz – die Konturen von RWE geschärft. Rot-Weiss Essen ist eben kein normaler Verein und passt in keine Schublade, genauso wenig wie Willi Lippens.

Willi Vordenbäumen gehörte zur legendären Meistermannschaft des RWE. 1953 stieß Vordenbäumen wie schon zuvor Helmut Rahn von den Sportfreunden Katernberg zum RWE. Zwischen 1953 und 1960 erzielte der Stürmer in 192 Pflichtspielen 52 Tore für die Rot-Weissen und zählte zu den festen Größen in der Mannschaft um Helmut Rahn und August Gottschalk. Ausgerechnet in der Meistersaison 1954/1955 verhinderte eine langwierige Verletzung sein Mitwirken in der Rückrunde sowie im entscheidenden Endspiel um die Deutsche Meisterschaft gegen den 1.FC Kaiserslautern.

1961 verließ der Essener den Oberligaabsteiger Rot-Weiss Essen und schloss sich den Sportfreunden Gladbeck an. Nach Ende seiner aktiven Laufbahn kehrte Vordenbäumen dann aber wieder an die Hafenstraße zurück und arbeitete als Assistenztrainer. 1969 wurde er schließlich Cheftrainer und führte die Rot-Weissen 1969 sogar zum Bundesligaaufstieg.

Bis zu seinem Tod blieb Vordenbäumen dem RWE verbunden und besuchte Heimspiele an der Hafenstraße.