"Der Verein ist viel mehr als nur Tradition"

Uwe Strootmann sammelte 111 Gründe, die den Verein Rot-Weiss Essen liebenswert machen.

Das Buch war für den langjährigen Rot-Weissen eine Herzensangelegenheit.

Das Buch ist seit Montag im Fanshop an der Hafenstraße erhältlich.

Seit Montag ist das Buch „111 Gründe, Rot-Weiss Essen zu lieben“ im Fanshop an der Hafenstraße erhältlich. Wie der Autor und langjährige RWE-Fan Uwe Strootmann diese 111 Gründe gefunden hat und was ihn beim Schreiben besonders fasziniert hat, erzählt er im Interview.

Hallo Uwe! 111 Gründe sollten es werden und du hast es tatsächlich geschafft. Welcher Grund ist dir als erstes eingefallen?

US: Naja ich würde mal sagen die ersten 10 bis 20 Gründe fallen einem sofort ein. Da gibt es die Meisterschaft, die großen Persönlichkeiten wie Georg Melches oder Helmut Rahn oder aber die Spielstätten wie das Georg-Melches-Stadion aber auch das Stadion Essen. Da kommt schon einiges zusammen.

Ab welcher Anzahl an Gründen ist es dann schwieriger geworden?

US: Ab Grund 75 musste ich schon länger nachdenken. Mittlerweile muss ich aber sagen, dass mir auch nach der Fertigstellung des Buchs schon wieder viele Gründe eingefallen sind, die in dem Buch gar keine Verwendung gefunden haben. Vielleicht muss es da noch einen zweiten Teil geben (lacht).

Dabei klingt 111 ja schon nach einer Menge…

US: …aber das ist es ja. Unser Verein verfügt über so viel Tradition und eine so vielfältige und kreative Fanszene, dass man mit 111 Gründen sogar noch Dinge unerwähnt lassen muss. Das Buch ist ja Teil einer Serie. Für verschiedene Vereine haben sich ja 111 Gründe finden lassen, wobei ich mich bei einem Verein wie RB Leipzig ernsthaft frage, wie dem Autor das gelungen ist. Ich glaube aber auch im Vergleich zu anderen Traditionsvereinen findet sich bei Rot-Weiss Essen sehr viel, das es Wert ist auf Papier gebracht zu werden.

Finden sich die Gründe denn eher in der Vereinsgeschichte oder hast du auch die Aktualität mit einbezogen?

US: Der Verein ist ja viel mehr als nur Tradition. Ja, wir haben eine Menge, auf das wir stolz zurückschauen können. Trotzdem gibt es in der Aktualität genug, was den Verein einzigartig und liebenswert macht. Man denke da nur an die Hafenstraßekultur. Allein dieses Wegbier vor dem Spiel, das gehört hier einfach dazu. Aber auch den Begegnungen mit Originalen wie dem Glockenhorst. Hier müsste man eigentlich noch viele mehr nennen. All das fasziniert mich und macht den Verein besonders, auch unabhängig vom sportlichen Erfolg. Wir sind eben tatsächlich mehr als nur ein Fußballverein.

Was hast du während des Schreibens besonders genossen?

US: Die Recherche. Manchmal ist es zwar auch mühsam, sich durch die verschiedenen Quellen durchzuarbeiten, aber man stößt immer wieder auf tolle Dinge, die einem selbst so noch nicht klar waren, auch und gerade im Austausch mit anderen. Beispielsweise bin ich auf das Lied „Schwarz wie Lakritz“ von Dieter Krebs gestoßen - beziehungsweise gestoßen worden. Jetzt bin ich eigentlich kein großer Freund des Komikers sondern eher des Schauspielers Dieter Krebs, daher habe ich etwas länger gebraucht, um das Lied zu entdecken. Aber auch er besingt unseren Lieblingsverein. Solche Entdeckungen haben mich wirklich bereichert.  Was auch viel Freude bereitet hat, war der permanente Austausch mit anderen, wenn es wieder um Informationen, Hilfe oder konstruktive Kritik ging. Gelegentliche Kritik an der Reihe selbst kam natürlich auch auf, aber davon habe ich mich frei gemacht. Zum einen ist es für mich ein Buch über den RWE im Stile von ISDT und zum anderen bin ich auch dankbar dafür, überhaupt mal so eine Chance zu bekommen. Es ist ja auch eine Herausforderung herauszufinden, ob man es wirklich schafft.

Wie muss man sich denn den Schreibprozess vorstellen?

US: Ich muss ganz klar sagen: Ich bin kein ausgebildeter Autor, sondern Laie. Vielleicht würden oder werden Fachleute die Hände über dem Kopf zusammenschlagen, wenn sie meinen Schreibstil sehen. Aber wenn ich eine Idee oder ein Thema habe, was mich beschäftigt, dann schreibe ich es einfach runter und dann schreibt sich das dann eigentlich auch von alleine. Das sind Gedanken, die ich ausführe, ohne danach sprachlich noch groß zu feilen. Auch wenn das vielen vielleicht etwas unorthodox anmutet ist es genau das, was mir Spaß macht.

Gab es denn auch Dinge beim Schreiben, die dir weniger Spaß gemacht haben?

US: Man muss viel kontrollieren und Korrekturlesen. Da konnte ich mich glücklicherweise auf die Hilfe meiner Frau und meiner beiden Töchter verlassen. Wir saßen viele Stunden im Kreis und haben abgeglichen. Da muss ich auch noch ein großes Dankeschön loswerden!

Du hast das potentielle Nachfolgewerk schon angesprochen. Setzt du dich direkt dran?

US: Nein nein! Es ist ein schönes Gefühl, ein selbstgeschriebenes Buch in der Hand zu halten, aber ich bin nicht darauf erpicht, schnellstmöglich weitere zu veröffentlichen. Sollte sich aber irgendwann die Gelegenheit ergeben, vielleicht.