Karsten Neitzel: Akribie und Emotion

Karsten "Kalle" Neitzel leitete am heutigen Sonntag sein erstes Training als RWE-Chef-Trainer. (Foto: Dudda)

Ab sofort heißt der neue Chef-Trainer an der rot-weissen Seitenlinie Karsten Neitzel. Der 50-jährige Fußballlehrer kommt mit der Erfahrung von 178 Spielen als Profi sowie 453 Spielen als Trainer in der 2. Bundesliga, 3. Liga, Regionalliga sowie Oberliga im Gepäck an die Hafenstraße. Dabei hat er die gesamte fußballerische Landkarte Deutschlands kennengelernt.

Der gebürtige Dresdner Karsten Neitzel fand in seiner Heimatstadt den Weg in den Profifußball. In der Saison 1985/1986 lief der Mittelfeldspieler erstmals in der 1. Mannschaft von Dynamo Dresden auf. Nach insgesamt drei Spielzeiten bei seinem Jugendverein schloss sich Neitzel dem Halleschen FC an, wo er auch sein erstes und einziges UEFA-Cup-Spiel absolvierte. Über die Station Stuttgarter Kickers landete er schließlich beim SC Freiburg, wo  er schließlich den Schritt in den Trainerberuf wagte.

Talentförderung und Bundesliga im Breisgau
Sein ehemaliger Trainer Volker Finke ermutigte Neitzel, nach seiner aktiven Karriere die Trainerausbildung aufzunehmen und ihm als Co-Trainer zur Seite zu stehen. Parallel zu diesem Engagement bei der 1. Mannschaft fungierte Neitzel zudem als Chef-Trainer der U23 der Breisgauer. Dort verhalf unter anderem er Spielern wie Ömer Toprak, Daniel Schwaab, Sascha Riether oder Dennis Aogo zur Profikarriere und stieg in der Saison 2007/2008 in die Regionalliga auf. Mit der 1. Mannschaft gelangen in dieser Zeit (1998 und 2003) zweimal der Aufstieg in die Bundesliga sowie die Qualifikation für den UEFA-Cup (2001).

Aus Japan in den Pott
Nach insgesamt über 14 Jahren im Breisgau folgte Neitzel seinem Mentor Finke nach Japan und trainierte dort als Co-Trainer zwei Jahre das Spitzenteam Urawa Red Diamonds, bevor er im September 2011 als Co-Trainer des VfL Bochum ins Ruhrgebiet wechselte. Dort wurde er im Oktober des Folgejahres zum Chef-Trainer des Zweitligisten befördert.

Das Kieler Fundament entwickelt
Mit Holstein Kiel war der 50-Jährige zwei Jahre später kurz davor, erneut einen Zweitligisten zu trainieren. Nachdem Neitzel mit den Kielern in seiner ersten Saison an der Förde als Aufsteiger der Klassenerhalt in der 3. Liga gelang, formte er in der Saison 2014/2015 einen Aufstiegskandidaten. Die erfolgreichste Saison der Kieler seit zuvor 40 Jahren endete allerdings bitter: In den Relegationsspielen um den Aufstieg in die 2. Bundesliga unterlagen die Störche nach einem 0:0 im Hinspiel beim TSV 1860 München durch einen Treffer in der Nachspielzeit mit 1:2. Auf eine weitere Spielzeit in Schleswig Holstein folgte in der laufenden Saison ein Engagement beim Südwest-Regionalligisten SV Elversberg, dem sich nun das Amt des Chef-Trainers an der Hafenstraße anschließt. Bereits am Mittwoch beim Spiel gegen den Wuppertaler SV sitzt Karsten Neitzel erstmals auf der rot-weissen Trainerbank.