Nächster Gegner: 33. RWE-Duell mit „Dauerbrenner“ SC Verl

Gäste aus Ostwestfalen streben auch in dieser Saison Regionalliga-Verbleib an

Das letzte Heimspiel gegen den SC Verl endete mit 2:0 für Rot-Weiss. (Foto: Endberg)

Es ist keine Selbstverständlichkeit für den SC Verl, dass der Verein aus dem ostwestfälischen Kreis Gütersloh am Samstag im Rahmen des 11. Spieltages in der Regionalliga West ab 14 Uhr an der Hafenstraße zu Gast ist. Der Sport-Club befand sich in der vergangenen Saison lange im Abstiegskampf, bevor der langjährige SCV-Kapitän Guerino Capretti den Trainerposten übernahm und den Verein zum Klassenverbleib führte. 

Nach 28 Spieltagen war Capretti auf Andreas Golombek gefolgt. Zu diesem Zeitpunkt hatte der noch gut in die Saison gestartete SC Verl nach einer längeren Negativserie lediglich vier Punkte Vorsprung auf den ersten Abstiegsplatz. Unter der Regie des 35-jährigen Capretti blieb Verl in allen sechs Spielen bis zum Saisonende ungeschlagen und beendete die Spielzeit auf dem 13. Tabellenplatz.

Für Guerino Capretti, der zuvor Spielertrainer beim Delbrücker SC in der Westfalenliga war, bedeutete der Schritt zum SC Verl in die Regionalliga West eine Rückkehr an die alte Wirkungsstätte. Bereits von 2010 bis Januar 2015 war er als Spieler beim Sport-Club am Ball. In 121 Ligaspielen erzielte der ehemalige Innenverteidiger sechs Treffer.

Ebenfalls zum zweiten Mal für den SC Verl aktiv ist auch Bastian Müller. Der defensive Mittelfeldspieler spielte als junges Nachwuchstalent von 2009 bis Januar 2011 für den Sport-Club und stand in 14 Ligaspielen zusammen mit Capretti auf dem Rasen. Der gebürtige Bielefelder wechselte dann im Alter von 19 Jahren zur zweiten Mannschaft des FC Bayern München, für die er in 29 Spielen auflief. Über die Stationen bei der U 23 von Fortuna Düsseldorf, Alemannia Aachen und den Südwest-Regionalligisten SV Waldhof Mannheim kehrte der heute 26-Jährige in diesem Sommer nach Verl zurück.

Prominentester Zugang neben Müller war Offensivspieler Cihan Özkara, der in den beiden zurückliegenden Jahren noch beim Drittligisten SC Preußen Münster unter Vertrag stand. Mit dem gebürtigen Essener und früheren RWE-Nachwuchsspieler Jan Klauke (Rot Weiss Ahlen) konnte ein weiterer Spieler mit Regionalligaerfahrung an die Poststraße geholt werden. Mit Hervenogi Unzola steht auf der anderen Seite ein Spieler bei RWE im Kader, der bis zu diesem Sommer noch für den SC Verl gespielt hatte.

Der Verler Saisonstart verlief mit nur drei Punkten aus den ersten sechs Saisonspielen äußerst schleppend. „Zwei unserer Unentschieden hätten genauso gut auch Siege sein können. Beim Spiel in Oberhausen bekommen wir den Ausgleich in der zweiten Minute der Nachspielzeit und im Spiel gegen Erndtebrück hat uns das Glück im Abschluss gefehlt“, so Trainer Capretti, der auch betonte: „Außerdem hatten wir beispielsweise mit Viktoria Köln und Alemannia Aachen auch alles andere als leichte Gegner zum Auftakt.“ 

Umso besser lief es dafür in den letzten drei Spielen. Gegen den Aufsteiger und Titelkandidaten KFC Uerdingen sprang ein beachtliches 0:0 heraus. Die folgenden Spiele gegen die U 21 des 1. FC Köln (2:0) und den Bonner SC (3:1) konnten jeweils gewonnen werden.

Für den Sport-Club, der bereits seit 2008 ununterbrochen in der Regionalliga West startet, ist es bereits das 13. Duell mit Essen seit der Rückkehr von Rot-Weiss in die Regionalliga im Jahr 2011. Dabei ist die Bilanz aus RWE-Sicht positiv. Sechs Siegen stehen jeweils drei Unentschieden und drei Niederlagen bei einem Torverhältnis von 15:9 gegenüber. Dass der SC Verl bei einigen RWE-Fans dennoch als „Angstgegner“ gehandelt wird, liegt eher an Partien, die schon länger zurückliegen. So mussten sich die Rot-Weissen vor allem in den 90-er Jahren an der Verler Poststraße regelmäßig geschlagen geben, kassierte aber auch mal eine 0:5-Heimpleite. Dennoch ist auch die Gesamtbilanz nach 32 Regionalliga-Duellen seit 1995 mit 14 Essener Siegen (bei sieben Remis und elf Niederlagen) positiv.

Auch an das bislang letzte Heimspiel gegen Verl hat Rot-Weiss gute Erinnerungen. Kasim Rabihic (heute: FC Pipinsried) und Vojno Jesic (Bonner SC) schossen RWE vor fast genau einem Jahr zum 2:0 (0:0)-Erfolg. Das Rückspiel in Verl endete 0:0.