Nächster Gegner: BVB-Amateure mit Rückenwind

Gegen Wuppertal spielte Dormund U23 vor fast 7.000 Fans

Der RWE konnte das letzte Heimspiel für sich entscheiden. (Foto: Endberg)

Dass der Bundesligist und Champions League-Teilnehmer Borussia Dortmund ein echter Fan-Magnet ist, dürfte weit über die Grenzen von Deutschland bekannt sein. Der BVB, dessen U 23-Mannschaft in der Regionalliga West in der Spitzengruppe mitmischt und am heutigen Samstag (ab 15.30 Uhr) bei RWE an der Hafenstraße gastiert, ist schon seit Jahren sowohl in der Bundesliga als auch im europaweiten Vergleich der Zuschauerkrösus. In der letzten Saison besuchten 81.359 Zuschauer die Spiele im Dortmunder „Signal Iduna Park“, der von Fans bis heute in der Regel nur beim alten Namen „Westfalenstadion“ genannt wird.

Im europaweiten Vergleich liegt die Borussia vor dem spanischen Traditionsverein FC Barcelona, bei dem durchschnittlich 79.464 Zuschauer die Spiele im Stadion Camp Nou verfolgten und vor Manchester United aus England, wo im Schnitt 75.286 Besucher die Stadiontore des „Old Trafford“ passierten.

In der Regionalliga West gehen aktuell U 23-Teams von Borussia Dortmund, Borussia Mönchengladbach, des FC Schalke 04, des 1. FC Köln und von Fortuna Düsseldorf an den Start. Der Blick auf die Zuschauertabelle des vergangenen Spieljahres verrät, dass der Zuschauerschnitt aller Teams mit Ausnahme des BVB im dreistelligen Bereich liegt. In Dortmund waren es schon während der abgelaufenen Spielzeit durchschnittlich 1.331 Fans, die zu den Partien der U 23 pilgerten. Dies bescherte dem BVB Rang fünf in der Zuschauertabelle der Regionalliga West. In dieser Saison liegt der Schnitt aktuell sogar bei knapp 3.100 Besuchern, das macht Platz vier in der Zuschauertabelle hinter RWE (7.367 Besucher im Schnitt), Alemannia Aachen (6.380) und dem Wuppertaler SV (5.775).

Ausgetragen werden die Heimspiele von Borussia Dortmunds U 23 im traditionsreichen „Stadion Rote Erde“, das 1926 an der Strobelallee im Dortmunder Süden für die erste Mannschaft des BVB erbaut wurde und zunächst den Namen „Kampfbahn Rote Erde“ trug. 25.000 Besucher passen in die denkmalgeschützte Arena, zwischenzeitlich wuchs die Kapazität auf 42.000 Plätze. Bei Spielen des BVB II sind 9.999 Zuschauer zugelassen.

Sogar zwei Länderspiele gingen einst im Stadion „Rote Erde“ über die Bühne. Am 8. Mai 1935 gewann Deutschland 3:1 gegen Irland, am 8. April 1967 bezwang die DFB-Auswahl Albanien im einem EM-Qualifikationsspiel 6:0. Bis zur Errichtung des Westfalenstadions 1974 diente es als Heimspielstätte der Profis von Borussia Dortmund. Aber nicht nur Freunde des Ballsports kamen an der Strobelallee auf ihre Kosten. Zwischen 1950 und 1955 fanden dort auch sechs Boxkämpfe mit insgesamt über 200.000 Zuschauern statt.

Dass die „Rote Erde“ auch heute noch ein Publikumsmagnet für die Spiele von Borussia Dortmund ist, hängt zum großen Teil mit der lautstarken Unterstützung der Dortmunder Ultra-Fanszene zusammen, die unter dem Namen „Ultras von die Amateure“ agiert und auch für viele Choreografien verantwortlich ist.

Ein besonderes Highlight bot sich den U23-Kickern des BVB, die nach zehn absolvierten Partien 20 Punkte auf dem Konto haben und noch ungeschlagen sind (fünf Siege, fünf Remis), in der Partie gegen den Wuppertaler SV. Die „Ultras“ verzichteten auf die Reise zur Bundesligapartie der Dortmunder bei RB Leipzig (0:1), riefen stattdessen zum Besuch des Regionalligaspiels gegen den Wuppertaler SV (0:0) auf. Fast 7.000 Fans folgten dem Aufruf und sorgten für eine außergewöhnliche Stimmung.

Nach wie vor den ersten Platz belegt der Dortmunder Stürmer Hamadi Al Ghaddioui in der Torschützenliste der West-Staffel. Der Neuzugang vom Ligakonkurrenten SC Verl hat in dieser Saison schon zehnmal getroffen, teilt sich Rang eins mit Lucas Musculus vom Neuling Bonner SC.

Der direkte Vergleich zwischen RWE und der U 23 von Borussia Dortmund spricht für das Team von der Hafenstraße. In bislang 16 Pflichtspielen standen sich beide Mannschaften bisher gegenüber. Sechsmal setzten sich die Rot-Weissen durch, zweimal gewann der BVB. Gleich acht Begegnungen endeten remis.

In der vergangenen Saison holte RWE vier von sechs möglichen Punkten gegen die Dortmunder. Im Hinspiel gab es vor fremder Kulisse ein 1:1. BVB-Akteur Jan Gorenc Stankovic rettete seiner Mannschaft erst wenige Augenblicke vor dem Abpfiff das Unentschieden, nachdem zuvor Marcel Platzek für die RWE-Führung gesorgt hatte. Das Rückspiel gewann RWE am letzten Spieltag 2:1. Frank Löning und Gino Windmüller trafen für die Essener, Alen Ozbolt trug sich für Dortmund in die Torschützenliste ein.