Nächster Gegner: Champions League-Sieger auf der Bank - Profi-Erfahrung auf dem Platz

KFC Uerdingen will als Aufsteiger gleich um die Meisterschaft mitspielen.

Beim letzten Mal begegneten sich beide Mannschaften im Niederrheinpokal. (Foto: Rotzoll)

Die Marschroute bei Aufsteiger KFC Uerdingen ist klar. In der Nachholpartie vom 3. Spieltag gegen Rot-Weiss Essen wollen die Krefelder heute (ab 18.30 Uhr) einen weiteren Schritt machen, um wie geplant die obere Tabellenregion anzugreifen. Zuvor war die Begegnung gegen RWE verschoben worden, weil die Rot-Weissen im DFB-Pokal den Bundesligisten Borussia Mönchengladbach (1:2) an der Hafenstraße begrüßen durften.

Um in dieser Spielzeit als Neuling gleich um den Titel mitspielen zu können, hatte der ehemalige Bundesligist aus der Krefelder Grotenburg während der Sommerpause heftig investiert. An der Seitenlinie trägt seit der aktuellen Saison Ex-Bundesligaprofi Michael Wiesinger (zuvor SV 07 Elversberg) die Verantwortung. Der 44-Jährige, der während seiner aktiven Laufbahn 116 Erstliga-Spiele für den 1. FC Nürnberg, den FC Bayern München (unter anderem Champions League Sieger 2001) und den TSV 1860 München sowie weitere 176 Zweitliga-Partien (für Nürnberg und den SV Wacker Burghausen) absolviert hatte, übernahm den Trainerposten von André Pawlak, der jetzt für die U 17 des 1. FC Köln verantwortlich ist. Wiesinger führte als Chef-Trainer bereits den FC Ingolstadt 04 zum Aufstieg in die 2. Bundesliga, betreute den 1. FC Nürnberg sogar im Oberhaus. Zuletzt qualifizierte er sich in der Südwest-Staffel mit Elversberg zweimal in Folge für die Aufstiegsrunde zur 3. Liga, scheiterte dort aber am FSV Zwickau und zuletzt an der SpVgg Unterhaching.

Aber auch auf dem Platz hat sich das Transfer-Karussell mehr als ordentlich gedreht. Insgesamt 14 neue Akteure nahm der KFC, der unter seinem früheren Vereinsnamen „Bayer 05 Uerdingen“ nicht weniger als 14 Spielzeiten in der 1. Bundesliga vertreten war und damit den 24. Platz in der „Ewigen Tabelle“ der höchsten Spielklasse belegt, unter Vertrag.

Dabei legte die Vereinsführung des KFC um den Präsidenten Mikhail Ponomarev und Geschäftsführer Nikolas Weinhart besonders viel Wert auf Profi-Erfahrung. Dennis Chessa wurde vom österreichischen Zweitligisten SV Ried an die Grotenburg gelotst. Vom deutschen Zweitliga-Absteiger Karlsruher SC wurde Schlussmann René Vollath verpflichtet. Alexander Bittroff (Chemnitzer FC), Christian Dorda (FC Hansa Rostock), Mario Erb (Rot-Weiß Erfurt) und Christopher Schorch (FSV Frankfurt) kamen jeweils aus der 3. Liga. Dort war Marcel Reichwein (zuletzt VfL Wolfsburg II) früher sogar mal Torschützenkönig.

Für die Offensive kam aber auch namhafte Verstärkung aus der Regionalliga West. Vom Ligakonkurrenten Bonner SC eisten die Uerdinger Lucas Musculus los. Der 26-jährige Mittelstürmer markierte in der vergangenen Spielzeit für den Bonner SC 20 Treffer. Nur Mike Wunderlich (29 Tore) vom amtierenden Regionalliga West-Meister FC Viktoria Köln hatte häufiger eingenetzt. Kein Wunder also, dass bei der Trainerumfrage vor dem Saisonbeginn der KFC neben Titelverteidiger Viktoria als Top-Favorit auf den Gewinn der Meisterschaft gehandelt wurde.

Der Saisonstart verlief mit drei Siegen aus den ersten vier Spielen ordentlich. Zum Auftakt siegte der KFC vor heimischer Kulisse vor über 3.000 Zuschauern 2:1 gegen die U21 des 1. FC Köln. Musculus erzielte erst kurz vor Schluss den Siegtreffer. Im zweiten Spiel musste sich Uerdingen beim Bonner SC 1:2 geschlagen geben, es folgten Siege gegen den FC Wegberg Beeck (1:2) und die SG Wattenscheid (2:1).

Die Begegnung zwischen dem KFC Uerdingen 05 und Rot-Weiss Essen gab es unter anderem auch schon in der 1. und 2. Bundesliga. Zum Auftakt der Erstliga-Saison 1975/1976 verließ RWE dabei als Sieger den Platz (2:1). Im Rückspiel trennten sich beide Teams 1:1.

Die Bilanz in der zweithöchsten Spielklasse spricht dagegen für den KFC. Insgesamt kam es in der 2. Liga zwölfmal zum Aufeinandertreffen. Gleich siebenmal behielten die im Jahr 1905 gegründeten Krefelder die Oberhand. Zwei Spiele entschieden die Essener für sich. Drei Partien gingen unentschieden aus. Auch das einzige Duell im DFB-Pokal entschied der KFC Uerdingen in der Saison 1990/1991 4:2 nach Verlängerung für sich.

Insgesamt ist der direkte Vergleich nach mehr als 30 Duellen zwischen beiden Klubs recht ausgeglichen, wobei in der jüngeren Vergangenheit meist RWE die Oberhand behielt. Der letzte Uerdinger Erfolg (2:0 an der Hafenstraße) datiert vom 23. August 2003. Seitdem blieben die Rot-Weissen in fünf Meisterschaftspartien (zwei Siege und drei Remis) ungeschlagen und setzten sich auch zweimal im Niederrheinpokal durch (zuletzt am 11. Oktober 2015 in der zweiten Runde 4:1 nach Verlängerung). In der letzten Regionalliga-Spielzeit des KFC (2014/2015) blieb RWE ohne Gegentor (0:0 und 5:0).