Nächster Gegner: Sportfreunde Siegen planen Neustart in der Oberliga

Talente aus der eigenen Jugend sollen noch stärker gefördert werden

Roussel Ngankam erzielte beim ersten Aufeinandertreffen in der Saison zwei Tore gegen die Siegener.

Nach nur einem Jahr in der Regionalliga West ist das Gastspiel für die Sportfreunde Siegen im Sommer wieder vorbei. Die Mannschaft von Trainer Thorsten Seibert, die im Rahmen des 31. Spieltages am heutigen Samstag ab 14 Uhr bei Rot-Weiss Essen an der Hafenstraße gastiert, steckt aktuell in den Vorbereitungen für einen Neustart in der Oberliga Westfalen.

In der Tabelle belegen die Siegerländer nach 29 Begegnungen mit 20 Punkten den 17. Rang. Der Rückstand zum „rettenden Ufer“ ist bei fünf ausstehenden Partien zwar theoretisch noch aufholbar. Aber selbst wenn die Sportfreunde das Ziel sportlich noch erreichen sollten, wird der Neustart in der fünften Liga vollzogen, denn der Traditionsverein hat offiziell angekündigt, auf einen Zulassungsantrag für die kommende Saison zu verzichten.

Allerdings wollen die Siegener bis dahin dennoch so gut wie möglich abschneiden, setzten beispielsweise mit dem Heimsieg gegen den Wuppertaler SV (1:0) kürzlich ein Ausrufezeichen. „Wir werden in den verbleibenden Spielen alles geben, um unseren treuen Fans engagierten Fußball zu bieten“, stellt Sportfreunde-Sportvorstand Andreas Krämer fest. „Das Team wird dann in der nächsten Saison eine Klasse tiefer einen Neuaufbau mit mehr Spielern aus der eigenen Jugend starten.“

Da die Rot-Weißen in der aktuellen Spielzeit mit erheblichen finanziellen Problemen zu kämpfen hatten, soll der Fokus nun langfristig auf den Nachwuchs gesetzt werden. „Aus der jetzigen U 19-Mannschaft werden fünf Spieler in den Kader der Oberligamannschaft übernommen“, bestätigt Krämer.

„Um größeren Schaden vom Verein abzuwenden, gehört es zu den Aufgaben eines verantwortungsvoll handelnden Vorstandes, die Reißleine zu ziehen, wenn es finanziell nicht mehr reicht“, erklärt Roland Schöler, Vorsitzender in Siegen. „Die Sportfreunde haben in den vergangenen drei Jahren versucht, mit Halb-Profitum und Vertragsamateuren im Profi-Wettbewerb zu bestehen. Selbst das scheint aktuell in unserer Region nicht möglich zu sein.“

Inzwischen stehen auch die ersten Abgänge bei den Sportfreunden für die kommende Saison, in der ein größerer Umbruch bevorsteht, bereits fest. Sowohl Alexander Mißbach als auch Cliff Uyimwen, die in der Winterpause vom Südwest-Regionalligisten TSV Steinbach ausgeliehen worden waren, kehren zu ihrem früheren Verein zurück. Auch die Leihe von Alban Sabah (SSVg Velbert/Oberliga Niederrhein) wird nicht fortgesetzt. Eine ganze Reihe weiterer Spieler wird den ehemaligen Zweitligisten wohl ebenfalls verlassen.

Den Kopf in den Sand stecken wollen die Sportfreunde aber nicht. Mit dem 1:0 gegen den Wuppertaler SV beendeten die Siegener immerhin einen Negativlauf von sechs Spielen (ein Unentschieden, fünf Niederlagen). Für die Sportfreunde war es erst der fünfte Sieg in der laufenden Spielzeit. Vier davon wurden vor heimischer Kulisse eingefahren. Seitdem mussten die Siegener beim Spitzenreiter Viktoria Köln (0:5) und gegen die U 23 von Fortuna Düsseldorf (0:3) aber wieder deutliche Niederlagen hinnehmen.

Noch härter traf die Sportfreunde allerdings die schwere Verletzung ihres Stammtorhüters Dominik Poremba, der sich bei einer Rettungstat in Köln das vordere und das hintere Kreuzband im Knie gerissen hat. Der frühere RWE-Torhüter fällt für mehrere Monate aus, wird damit auch das heutige Gastspiel an seiner früheren Wirkungsstätte verpassen. Im Juli 2014 war Poremba von der Hafenstraße zu den Sportfreunden gewechselt.

Das Hinspiel im Siegerland hatten unsere Rot-Weissen 5:1 für sich entschieden. RWE-Angreifer Roussel Ngankam hatte gleich zwei Tore markiert. Außerdem trugen sich für den Revierklub Marcel Platzek, Kevin Grund und Philipp Zeiger in die Torschützenliste. Den einzigen Treffer für Siegen markierte Serkan Dalman, der jetzt aber wegen eines Knochenödems nicht zur Verfügung steht.