Nächster Gegner: Vision „WSV2020“ nicht von einzelnen Personen abhängig

Wuppertaler SV möchte auch nach Trennung von Trainer Stefan Vollmerhausen am Kurs festhalten.

Der Ex-Rot-Weisse Daniel Grebe ist weiterhin für den WSV am Ball. (Foto: Endberg)

Sieben Punkte aus sechs Spielen hat der WSV seit dem Start in die Restrunde, der wegen des hartnäckigen Winterwetters immer wieder verschoben werden musste, eingefahren. Nach einem Sieg und vier Unentschieden erwischten die Bergischen einen ordentlichen Start, der jedoch durch das 0:4 im Heimspiel gegen den TuS Erndtebrück geschmälert wurde.

Langweilig war den Verantwortlichen allerdings auch während der verlängerten Winterpause nicht. Das lag vor allem an der Trainerpersonalie. Nach der fristlosen Kündigung gegen den langjährigen Cheftrainer Stefan Vollmerhausen (seit 2012 für den WSV tätig) wurde mit dem bisherigen U 19-Trainer Christian Britscho zunächst ein Interimstrainer installiert. Um Vollmerhausen hatte es schon zuvor einige Irritationen gegeben. Im Dezember war er bei Viktoria Köln als Nachfolger von Marco Antwerpen (jetzt beim Drittligisten SC Preußen Münster) im Gespräch. Beide Seiten konnten sich aber nicht einigen, die Viktoria entschied sich bekanntlich für den Ex-Essener Olaf Janßen.

Vollmerhausen blieb zunächst beim WSV und absolvierte mit dem Team von Anfang Januar an die komplette Wintervorbereitung - inklusive des Trainingslagers im spanischen Oliva Nova. Wenige Tage nach der Rückkehr in die Heimat folgte jedoch die zu diesem Zeitpunkt überraschende Trennung. Zunächst wurde eine fristlose Kündigung ausgesprochen, später einigten sich beide Seiten auf eine außergerichtliche Vertragsauflösung. „Wir haben es ja schon häufiger gesagt, dass es einen triftigen Grund gab. Der Vorstand sah sich danach zum Handeln gezwungen. Über den genauen Grund wurde Stillschweigen vereinbart“, betont WSV-Sportvorstand Manuel Bölstler.

Der „Vollmerhausen-Flirt“ mit der Viktoria soll dabei keine entscheidende Rolle gespielt haben. „Einige Medien hatten über ein getrübtes Verhältnis gerade zwischen Stefan und mir berichtet“, so Bölstler. „Fakt ist, dass wir auch danach stets professionell miteinander gearbeitet haben. Mit Viktoria Köln hatte die Trennung nichts zu tun.“

Bölstler und Vollmerhausen waren ursprünglich als sportliche Entscheider für die Vision „WSV2020“ vorgesehen. Bis 2020 wollen die Bergischen in die 3. Liga aufsteigen. Die Verträge von Sportchef und Trainer waren bis dahin datiert. „Stefans Vertrag lief nicht umsonst bis 2020. Es war also geplant, mit ihm zumindest bis dahin weiterzumachen. Auf der anderen Seite war uns bewusst, dass das Fußballgeschäft schnelllebig ist. Der Verein steht immer im Mittelpunkt. Von einzelnen Personen ist er nicht abhängig“, stellt Ex-Profi Bölstler klar.

Nun hat mit Christian Britscho ein Mann die Trainingsleitung übernommen, der bei der Polizei in Bochum noch einem ganz normalen Beruf nachgeht. Sollten die Wuppertaler zu dem Entschluss kommen, dass der ehemalige Nachwuchstrainer der richtige Mann für „WSV2020“ ist, müsste da also eine Lösung gefunden werden. Bölstler: „Wir schließen nichts aus, denken aber auch in alle Richtungen. Christian und sein Co-Trainer Pascal Bieler, der nun auch die U 19 betreut, haben die Zusage, die ersten Spiele machen zu dürfen. Dazu stehen wir. Wir blicken jedoch auch nach rechts und links, was aber auch offen so kommuniziert ist. Bei uns sind schon sehr viele Bewerbungen eingegangen.“

Die Bewerbungsmappe von Britscho und Bieler, der 2006/2007 als Spieler für RWE aktiv war, war vor dem vergangenen Spiel mit dem knappen 1:0-Erfolg in Rödinghausen und den anschließenden vier Remis in Folge zumindest noch ohne negativen Eintrag. Das hat sich durch die satte 0:4-Niederlage gegen den TuS Erndtebrück jedoch geändert.