Startschuss für neue „Kleine Gruga“

Mit der Enthüllung des offiziellen Informationsschildes fiel am Montag der Startschuss für die Neugestaltung der „Kleinen Gruga“. Durch das von der Initiative GMS ins Leben gerufene Projekt soll in unmittelbarer Nähe des Stadions an der Hafenstraße eine RWE-Erinnerungslandschaft entstehen.

 

Nach dem Zweiten Weltkrieg kamen die Menschen nicht nur zum Stadion „Rot-Weiss“, um Fußball zu sehen. Hinter der legendären Haupttribüne lag eine Gartenanlage, nach dem großen Vorbild im Süden Essens optimistisch „Kleine Gruga“ genannt. Die RWE-Anhänger – zu diesem Zeitpunkt noch überwiegend Bergleute – fanden hier auch abseits der Heimspiele einen Ort der Ruhe und Erholung. Außer Blumenbeeten gab es hier beispielsweise einen Zierbrunnen, eine hölzerne Pergola sowie Sitzgelegenheiten, die zum Verweilen einluden.

Zeitstrahl der RWE-Historie

Einige Objekte der alten „Kleinen Gruga“ und aus der Haupttribüne des alten Georg-Melches-Stadions sind bis heute erhalten und sollen nun endlich einen festen Platz an der Hafenstraße bekommen. Der Stadionbetreiber GVE hat dafür die dreieckige, etwa 270 qm große Grünfläche am südlichen Rand des Parkplatzes, unmittelbar vor der Eisenbahnbrücke mit dem GMS-Schriftzug, zur Verfügung gestellt. In Anwesenheit von Prof. Dr. Michael Welling, dem 1. Vorsitzenden von Rot-Weiss Essen, und Herrn Steinmann (GVE) wurde am Montagabend das Informationsschild für das Projekt enthüllt und somit der offizielle Startschuss gegeben. Als erstes Erinnerungsstück soll nun die Kohlenlore aus der Zeche Emil-Emscher an der Stadioneinfahrt aufgestellt werden. „Es soll eine Art Zeitstrahl der RWE-Historie werden, beginnend mit der Lore als Zeichen des Beginns des Bergarbeitervereins Rot-Weiss Essen bis zum Abriss des alten GMS“, erläutert Karsten Fähndrich von der Initiative GMS die Pläne. Auch die Statue „kurze fuffzehn“ soll einen Platz in diesem Zeitstrahl bekommen.

Von der „Kleinen Gruga“ zur „Kleinen Melches-Tribüne“

Nach dem Vorbild der historischen „Kleinen Gruga“ soll auch eine Pergola mit Sitzgelegenheiten auf der Grünfläche entstehen. Diese soll eine Miniaturversion der Melches-Tribüne werden, inklusive der markanten Stahlbeton-Binder. Auch eine Rekonstruktion des Springbrunnens ist geplant. Zusammen mit dem erhaltenen Flutlichtmasten in der Südostecke des neuen Stadions soll so eine lebendige und ausbaufähige Erinnerungslandschaft entstehen, die hoffentlich durch eine regelmäßige Benutzung im Bewusstsein der Stadionbesucher verankert werden kann.

Von Fans für Fans

Das Projekt, das in Kooperation mit dem AWO Fanprojekt Essen, der Fan- und Förderabteilung (FFA), den Ultras Essen und dem Verein Rot-Weiss Essen entsteht, wird auch durch die Fans selbst finanziert: der Erlös verschiedener Aktivitäten der Fans fließt in die Aktion. Außerdem sind auch alle Fans aufgerufen, dem Projekt eventuell vorhandene Erinnerungsstücke zur Verfügung zu stellen, um den Zeitstrahl zu vervollständigen. „Alles, was für den Keller zu schade und im Wohnzimmer nicht darstellbar ist, kann hier seinen Platz finden“, so Fähndrich. Auch Prof. Dr. Michael Welling zeigte sich begeistert von der Idee, die nun endlich umgesetzt wird: „Dieses Projekt von Fans für Fans zeigt einmal mehr: RWE ist mehr als nur ein Fußballverein.“