4. April 2022

Nachbarschaftsduell unter Flutlicht!

Duellcheck: RWE und RWO treten im Zeichen des Friedens an.

Nachbarschaftsduell unter Flutlicht! – Rot-Weiss Essen
Wieder erstrahlt das künstliche Licht: Die Partie zwischen RWE und RWO wird unter Flutlicht nachgeholt. (Foto: Behrendt / Fotojob Philipp)

Vier von vier! Rot-Weiss Essen begeht mit dem Auswärts- und Nachholduell bei Rot-Weiß Oberhausen am Dienstagabend, 19.30 Uhr, die nächste Englische Woche. Im Stadion Niederrhein treffen unter Flutlicht zwei Top-5-Vereine der Liga aufeinander. Für RWE geht es darum, die Tabellenspitze zu verteidigen. RWO wittert wohl die letzte Chance, doch noch auf den Aufstieg schielen zu dürfen.

Die Ausgangslage:

Drei Spiele schon ist Rot-Weiss Essen ohne Gegentor. Dem stehen sechs Tore und drei Siege entgegen. Unter Flutlicht-Schein besiegte RWE zuletzt Freitagabend den 1. FC Köln mit 2:0. Abermals zeigte sich Goalgetter Simon Engelmann gegen die „Geißböcke“ mit seinem Last-Minute-Dosenöffner in Torlaune. Ein weiteres Erfolgserlebnis von Marius Kleinsorge versetzte die Hafenstraße in Ekstase. „Das war purer Wille, ich bin begeistert, so ein Spiel abzuliefern“, zeigte sich RWE-Chef-Trainer Christian Neidhart nach der Partie euphorisch.

Langsam aber sich biegt die Saison für das Team des 53-jährigen Coachs auf die Zielgerade ein. Acht Punkt-Duelle liegen noch vor den Rot-Weissen – das Team von der Hafenstraße hat das große Saisonziel selbst in der Hand. Mit dem zuletzt Corona-bedingt ausgefallenen und jetzt nachzuholenden Match gegen RWO wird Essen das Spielekonto gegenüber dem ärgsten Konkurrenten Preußen Münster ausgleichen.

Bei RWE kehren gleich mehrere Spieler am Dienstagabend an alte Wirkungsstätte zurück: Für die „Kleeblätter“ kickten schon Daniel Davari (2019-2020), Daniel Heber (2015-2018), Engelmann (2015-2017) und Felix Herzenbruch (2013-2016; 2019-2020). Auch Sportdirektor Jörn Nowak war einst als Innenverteidiger und Kapitän sowie später als Funktionär an der Lindnerstraße tätig.

Das Hinspiel:

In einem offenen Schlagabtausch trennten sich beide Mannschaften Anfang Oktober 2021 1:1. Nachdem Oguzhan Kefkir nach 12 Zeigerumdrehungen die Führung herstellte, glich Torjäger Sven Kreyer in Minute 74 aus. Das Spiel markiert mit 12.500 Stadionbesuchern gleichzeitig das bislang zuschauerreichste Regionalliga-West-Spiel der Saison 21/22.

Chef-Trainer Christian Neidhart resümierte nach der Partie: „Mit den ersten 35 Minuten bin ich einverstanden: Wir waren präsent, haben den Ball gut laufen lassen und einen Fehler von RWO zur Führung genutzt. Vor der Halbzeit haben wir mit vielen Ungenauigkeiten Oberhausen wieder ins Spiel kommen lassen. Unter dem Strich ist das 1:1 gerecht.“

Der Gegner:

Mit einem Punkteschnitt von genau zwei Zählern spielt RWO die stärkste Regionalliga-West-Saison seit dem Drittliga-Abstieg 2012. Mittlerweile ist das Team von Ex-Profi Mike Terranova neun Spiele ungeschlagen. Überhaupt mussten die Ruhrgebiets-Städter bisweilen nur fünf Saison-Niederlagen wegstecken.

Nichtsdestotrotz konnten die Oberhausener bislang in keinem Spiel gegen ein aktuelles Top-5-Team gewinnen. In den letzten beiden Spitzenduellen trennte sich RWO erst vom Wuppertaler SV und schließlich von Fortuna Köln 1:1. Um im Aufstiegsrennen auf Zack zu bleiben, benötigt das Terranova-Team dringend einen Dreier. Bei einer Niederlage stünde RWO bei 18 noch auszuspielenden Punkten ganze zehn Zähler hinter Rot-Weiss Essen.

Weitaus nicht so zufrieden wie mit der Liga-Saison, kann Oberhausen mit dem Pokaljahr sein. Bereits im Achtelfinale war für die Nachbarstädter im Duell mit Oberligist ETB SW Essen Schluss.

Den stärksten Torjäger hat RWO in Kreyer. Der Ex-Essener kommt auf 13 Treffer. Auch Anton Heinz zählt mit 11 Erfolgserlebnissen zu den gefährlichsten Rot-Weißen. Der beste Vorlagengeber ist Shaibou Oubeyapwa. Oberhausens Flügelflitzer legte bislang 13-mal auf.

Aller Voraussicht nach wird Jan-Lucas Dorow zu Terranovas Derby-Aufgebot zählen. Der 28-Jährige kickte zwischen 2019 und 2021 an der Hafenstraße. In den vergangenen fünf Spielen zählte Dorow zur Startformation.

Nachbarschaftsduell unter Flutlicht! – Rot-Weiss Essen
Wiedersehen mit alten Weggefährten: Jan-Lucas Dorow (r.) spielte zwei Jahre für RWE. (Foto: Endberg)

Das Stadion:

Das rot-weisse Gastspiel am Oberhausener Kanal hat Tradition: Schon in den 1940er- und 1950er-Jahren empfing RWO Essen im mittlerweile modernisierten Stadion Niederrhein. Die Arena an der Lindnerstraße hat Platz für über 17.000 Zuschauer und ist dank der Tartanbahn auch für Leichtathletik-Wettbewerbe nutzbar.

Im Gästeblock stehen RWE sowohl Sitz- als auch Stehplatz-Karten zur Verfügung. Die Tageskassen öffnen am Stadion Niederrhein ab 17.30 Uhr.

Vorherige Duelle:

Die Bilanz spricht für Rot-Weiss Essen. Zuletzt 2018 konnte RWO ein Spiel gegen RWE für sich entscheiden. Der Sieg im Niederrheinpokal-Viertelfinale war zugleich Terranovas einziger Trainer-Erfolg gegen den Stadtnachbarn.

Das letzte Aufeinandertreffen im Stadion Niederrhein endete für Oberhausen in der höchsten Niederlage gegen RWE in den 2000er-Jahren. Nach 90 Minuten stand es im Niederrheinpokal-Viertelfinale 4:1. Die Treffer erzielten Isaiah Young, Oguzhan Kefkir, Maximilian Pronichev und Steven Lewerenz.

Davon abgesehen konnte Essen seit der Jahrtausendwende neun Spiele gewinnen, 12-mal trennten sich beide Teams Remis, sieben Siege gehen auf das Konto von Oberhausen.

Nachbarschaftsduell unter Flutlicht! – Rot-Weiss Essen
Klatsche im schüttenden Regen: Das letzte Gastspiel bei RWO gewann Essen um den damaligen Kapitän Marco Kehl-Gomez (mi.) 4:1. (Foto: Endberg)

Der Schiedsrichter:

Lars Bramkamp pfeift das Duell zwischen RWE und RWO. Der Hattinger leitete bereits die Partie zwischen Essen und Fortuna Düsseldorfs Reserve in der Landeshauptstadt (3:3).

Ihm assistieren Jörn Schäfer (30, Iserlohn) und Patrick Holz (26, Münster).

Das Wetter:

Nach frostigem Freitagabend-Schneegestöber im Stadion an der Hafenstraße, wird es bei RWO mit 11 Grad zumindest wieder wärmer. Für das Match am Kanal ist allerdings Regen angesagt.

Übertragung:

Die RWO-Heimspiele werden von LEAGUES übertragen. Zum Duell der Stadtnachbarn bietet der Streaming-Dienstleister zum Preis von 10 Euro eine RWE-Tonspur mit den von „Hafenstraße Live“-bekannten Kommentatoren Andreas Crom („Nullsiebenblog“) und Christian Ruthenbeck („RWExperte“ / „Oppa Luscheskowski sein Enkel“) an.

Im Zeichen des Friedens:

RWE und RWO setzen ein gemeinsames Zeichen für Frieden. Die Stadtnachbarn werden hierzu gemeinschaftlich in den Nationalfarbeb der Ukraine auflaufen.

Nachbarschaftsduell unter Flutlicht! – Rot-Weiss Essen
Geimeinsam gegen Krieg: RWO spielt in blau, RWE in gelb. (Foto: RWO)

„Der schreckliche Krieg dauert weiter an, er ist das alles beherrschende Thema derzeit. Für die Menschen in der Ukraine geht es um Leben und Tod. Trotz aller sportlichen Rivalität und der Bedeutung dieses Spiels möchten wir gemeinsam mit RWO ganz bewusst ein Statement für den Frieden setzen“, sagt Marcus Uhlig, Vorstandsvorsitzender von Rot-Weiss Essen.

Mehr zum Spiel und die aktuellen Wettquoten erfahren Rot-Weisse ihr im Vorbericht von RWE-Premium-Partner www.sportwetten.de: Hier klicken!