VfB Homberg – Rot-Weiss EssenRot-Weiss Essen – Rot-Weiss Essen

VfB Homberg

 - 

Rot-Weiss Essen

Sa. 12.02. 14:00 Uhr

0 - 1

0 - 0

SpielberichtStimmenGegnerinfos

Eigentor ins Glück!

Was für eine Dramatik! Erst ein spätes Eigentor der Gastgeber erlöste Spitzenreiter Rot-Weiss Essen am 25. Spieltag in der Regionalliga West und bescherte dem Traditionsverein einen 1:0 (0:0)-Auswärtserfolg beim Tabellenvorletzten VfB Homberg. Mit dem sechsten Sieg in Serie festigte die Mannschaft von RWE-Trainer Christian Neidhart die Tabellenführung. Vor 1.200 Zuschauern in Homberg hielten die abstiegsbedrohten Hausherren dank einer leidenschaftlichen Leistung und dank eines starken Torhüters Philipp Gutkowski das torlose Remis bis in die Schlussphase. Ab der 78. Minute musste der VfB nach der Roten Karte für Pierre Nowitzki wegen groben Foulspiels in Unterzahl spielen. Wenige Minuten vor dem Abpfiff traf dann Hombergs Verteidiger Philipp Meißner (88.) unglücklich per Kopf ins eigene Tor und besiegelte damit die 14. Niederlage im 22. Saisonspiel. Die Essener blieben dagegen schon zum 21. Mal hintereinander ungeschlagen und bleiben auf Titelkurs. „Das war das hart umkämpfte Spiel mit schweren Platzbedingungen, was wir erwartet haben“, meinte Christian Neidhart auf der Pressekonferenz nach dem Spiel.

Vier Veränderungen in seiner Anfangsformation hatte Christian Neidhart im Vergleich zum 4:1-Heimsieg gegen die U23 von Fortuna Düsseldorf vorgenommen. Mittelfeldspieler Luca Dürholtz (Gelb-Rot) und Rechtsverteidiger Sandro Plechaty (fünfte Gelbe Karte) mussten wegen ihrer Sperren aussetzen. Mittelstürmer Simon Engelmann und Offensivspieler Erolind Krasniqi nahmen im Duisburger PCC-Stadion zunächst auf der Bank Platz.

So kamen die beiden Winter-Neuzugänge Thomas Eisfeld (im zentralen Mittelfeld neben Niklas Tarnat) und Marius Kleinsorge (auf dem rechten Flügel) jeweils zu ihrem Startelf-Debüt im RWE-Trikot. Auf der rechten Abwehrseite verteidigte José-Enrique Rios Alonso, der gegen Düsseldorf wegen einer Gelbsperre gefehlt hatte. Er bildete gemeinsam mit Daniel Heber, Felix Herzenbruch und Felix Bastians die Viererkette vor Torhüter Daniel Davari. Im Angriff durfte diesmal Zlatko Janjic neben Isaiah Young beginnen, während Cedric Harenbrock auf der linken Offensivposition für Schwung sorgen sollte.

VfB-Torwart Philipp Gutkowski verhindert RWE-Führung
Die Gastgeber begannen durchaus mutig, holten den ersten Eckball heraus und hatten durch Nico Lübke auch eine Kopfballmöglichkeit. Danach übernahmen die Rot-Weissen jedoch schnell das Kommando und erarbeiteten sich mehrere gute Abschlüsse. Marius Kleinsorge und Daniel Heber versuchten es per Kopfball, Zlatko Janjic aus der Distanz und José-Enrique Rios Alonso aus kurzer Entfernung, wurde aber abgeblockt.

Die bis dahin beste Chance zur Führung hatte „Isi“ Young auf dem Fuß, als er seinen Gegenspieler mit einem Haken stehen ließ, dann aber mit einem Schuss aus halblinker Position an Hombergs Torhüter Philipp Gutkowski scheiterte. Auch in der Folgezeit blieben die Rot-Weissen deutlich spielbestimmend, im Abschluss fehlte jedoch oft die Konsequenz.

Kurz vor der Pause hatten die mitgereisten RWE-Fans den Torschrei schon auf den Lippen. Nach Vorarbeit von Zlatko Janjic kam Thomas Eisfeld aus etwa sechs Metern zum Schuss, musste allerdings seinen etwas schwächeren linken Fuß nehmen. Philipp Gutkowski bewahrte seine Mannschaft erneut vor einem Rückstand und sorgte mit seiner Parade für das torlose Remis zur Halbzeit.

Tiefes Durchatmen beim Pfostenschuss von Bouchama
Beide Mannschaften kamen unverändert aus der Kabine. Nachdem Isaiah Young aus etwa 20 Metern über das Tor geschossen hatte, meldeten sich die Homberger mit zwei vielversprechenden Aktionen zurück. So verpasste der ehemalige RWE-Jugendspieler Kingsley Helmut Marcinek eine scharfe Hereingabe von Jan Wellers. Wenig später verzog Pascale Talarski einen Distanzschuss. Auf der Gegenseite war der gut aufgelegte Philipp Gutkowski bei einem Kopfball von José-Enrique Rios Alonso erneut zur Stelle, ehe Zlatko Janjic bei der nächsten guten Möglichkeit nicht genügend Druck hinter den Ball bekommt.

Nach einer knappen Stunde reagierte RWE-Trainer Neidhart mit den ersten beiden Wechseln. Oguzhan Kefkir und Erolind Krasniqi kamen für Cedric Harenbrock und Marius Kleinsorge auf den Platz. „Ötzi“ Kefkir führte sich direkt mit einer Bogenlampe gut ein, konnte Philipp Gutkowski aber nicht vor ernsthafte Probleme stellen. Auch Simon Engelmann versuchte es nur wenige Sekunden nach seiner Einwechslung (für Zlatko Janjic), konnte Philipp Gutkowski mit einem Distanzschuss aber nicht überwinden. Wenig später war der Homberger Schlussmann gegen Thomas Eisfeld und erneut Simon Engelmann mit hervorragenden Paraden wieder zur Stelle.

Tiefes Durchatmen bei RWE dann in der 72. Minute: Der gebürtige Essener und frühere Krayer Yassine Bouhama traf aus kurzer Entfernung nur den Pfosten. Damit hätte er den Spielverlauf fast auf den Kopf gestellt.

Ab der 78. Minuten waren die Rot-Weissen in Überzahl, nachdem sich der Homberger Pierre Nowitzki wegen eines überharten Einsteigens gegen Isaiah Young die Rote Karte eingehandelt hatte. In der Schlussphase kam dann auch noch Sascha Voelke (für Thomas Eisfeld) ins Spiel, um den Druck weiter zu erhöhen. RWE schnürte die Hausherren im eigenen Strafraum ein. Ein Kopfball von Oguzhan Kefkir nach einer Flanke von Felix Bastians ging noch knapp am Kasten vorbei, ehe Philipp Meißners verunglückte Rettungsaktion zum entscheidenden Kopfball-Eigentor führte und alle Rot-Weissen jubeln ließ. Der nächste Schritt auf dem Weg zum großen Ziel ist gemacht.

Top-Spiel gegen SC Preußen Münster an der Hafenstraße
Am kommenden Wochenende wartet auf RWE wieder ein echter Höhepunkt. Am Sonntag, 20. Februar, 14.00 Uhr, stellt sich mit dem SC Preußen Münster ein direkter Titelkonkurrent im Stadion an der Hafenstraße vor. Im dramatischen Hinspiel hatten die Rot-Weissen in Münster nach einem 0:2-Rückstand noch 3:2 die Oberhand behalten.

Stimmen zum Spiel

Das war das hart umkämpfte Spiel mit schweren Platzbedingungen, was wir erwartet haben. Gerade wenn man seine Chancen nicht nutzt, dann baut man mit dem Spielstand den Gegner weiter auf. Umso länger es 0:0 steht, je schwieriger wird es.

Homberg hatte einen richtig guten Torwart, der überragend gehalten hat. Am Ende ist es für den VfB natürlich bitter, durch solch ein Eigentor so ein Spiel zu verlieren. Für uns war es aber nach den zahlreichen Torchancen verdient, diese Hürde zu nehmen.

Christian Neidhart (Chef-Trainer RWE)

Für Homberg ist es natürlich traurig, kurz vor Schluss so ein Tor zu kassieren. Wir freuen uns natürlich, so weiter Spitzenreiter zu bleiben.

Zum Eigentor: Ich glaube, der Verteidiger wollte den ins Seitenaus köpfen. Er muss da hingehen, da steht jemand von uns. Es ist natürlich schwierig, den Ball dann richtig zu treffen – das tut mir leid. Für uns ist das natürlich gut.

Daniel Heber (Abwehrspieler RWE)

Das war ein Arbeitssieg, bei dem wir alles reingeworfen haben und am Ende belohnt wurden. Drei Punkte sind drei Punkte!

Zum Eigentor: Ich weiß selbst nicht, wie das zustande gekommen ist. Das war ein Spiel, wo solch ein Tor passieren muss, der Torwart hat alles gehalten.

José-Enrique Rios Alonso (Abwehrspieler RWE)