Nächster Gegner: KFC kommt mit großen Namen

Ehemalige Bundesligaprofis wollen den Durchmarsch in die 3. Liga.

Das Hinspiel in Uerdingen endete 2:2-Unentschieden. (Foto: Endberg)

47 Erstligaspiele, 67 Einsätze in der 2. Bundesliga, 26 Tore sowie 26 Vorlagen: Maximilian „Maxi“ Beister dürfte am heutigen Dienstag, 19.30 Uhr, wohl der prominenteste Name im sowieso schon prominent besetzten Kader des KFC, wenn Rot-Weiss Essen im Rahmen einer Nachholpartie vom 20. Spieltag den Meisterschaftsaspiranten aus Krefeld an der Hafenstraße empfängt.

Nach einem halben Jahr ohne Verein unterschrieb der 14-malige U21-Nationalspieler während der Winterpause einen Vertrag beim ehemaligen Bundesligisten und DFB-Pokalsieger von 1985 aus Krefeld. „Ich hatte verschiedene Angebote aus dem In- und Ausland. Dabei haben sich für mich die Fragen gestellt: Will ich noch einmal im Ausland etwas Neues kennenlernen? Gehe ich in Deutschland zu einem Drittligaklub, der damit aber schon ein sportliches Maximum erreicht hat? Oder entscheide ich mich für einen großen Traditionsverein mit ehrgeizigen Zielen?“ so Beister über seine Entscheidungsfindung. Die Wahl fiel auf den KFC, der als Aufsteiger auf Anhieb um den Titel in der West-Staffel mitspielt und den Sprung in die 3. Liga anstrebt.

Die Viertelfinalpartie im Niederrheinpokal gegen Rot-Weiß Oberhausen (0:2) war für den 27-Jährigen das Debüt für den KFC und sein erster Pflichtspieleinsatz auf deutschem Boden nach exakt 505 Tagen. Wenige Tage später absolvierte er beim 3:3 in Wattenscheid auch seine erste Regionalligapartie für den Tabellenzweiten, spielte 90 Minuten durch.

Zuvor war Beister mehr als ein Jahr lang ohne Wettkampfpraxis, nachdem er zuvor vom Bundesligisten 1. FSV Mainz 05 an den australischen Erstligisten Melbourne Victory ausgliehen war. „Ich habe in Australien eine komplett andere Mentalität kennengelernt, das war eine schöne und wertvolle Erfahrung. Sportlich gesehen war es im Nachhinein allerdings ein Fehler. Denn die australische Liga ist mit der Bundesliga bei weitem nicht zu vergleichen“, so der trickreiche Außenstürmer.

Ins Stocken geraten war die Karriere des ehemaligen Profis des Hamburger SV allerdings schon in der Saison 2013/2014, als sich der damals 24-Jährige, der einst als eines der größten deutschen Talente galt, zunächst das Kreuzband gerissen hatte und anschließend mit einem Meniskusschaden ausgefallen war. Danach kamen für den gebürtigen Göttinger in zwei Jahren nur noch 22 Einsätze in den vier höchsten deutschen Spielklassen zusammen.

Ein vorzeitiges Karriereende kam für Beister aber dennoch nicht in Frage. „Wenn das mein Ziel gewesen wäre, dann hätte ich meinen eigentlich noch bis zum 30. Juni 2018 gültigen Vertrag in Mainz ganz normal auslaufen lassen und danach Schluss gemacht. Ich wollte aber so schnell wie möglich frei sein für andere Aufgaben sein und mir etwas Neues aufbauen, habe den Vertrag deshalb ein Jahr früher aufgelöst. Außerdem war mir klar, dass ich meine Karriere auf keinen Fall so beenden wollte. Dennoch war es in der Tat nicht leicht, mehrere Monate arbeitslos zu sein.“

Bis Oktober hielt sich der ehemalige Bundesligaspieler unter anderem bei den zweiten Mannschaften von Borussia Dortmund und des FC Bayern München fit, trainierte danach individuell. Die Zeit nutzte der 27-Jährige auch, um sein Studium im Bereich Sportmanagement zu beenden. „Deshalb kann ich mich jetzt auch voll auf den KFC Uerdingen 05 konzentrieren“, sagt er.

Mit dem ehemaligen Bundesligisten hat Beister klare Ziele: „Ich will die Mannschaft durch meine Qualitäten so gut wie möglich voranbringen. Sicherlich ist die 4. Liga vermeintlich nicht so attraktiv wie höhere Spielklassen. Dafür ist es eine riesige Herausforderung, mit einem Klub wie dem KFC in den Profifußball zurückzukehren. Dafür werde ich alles geben.“

Gelingt der Schritt in eine höhere Spielklasse bereits in dieser Saison? Namen wie Schorch, Bittroff, Dorda oder Vollath sprechen klar dafür. Allerdings ist die Ausbeute von zwei Punkten aus den vergangenen zwei Spielen für die Ansprüche des KFC zu wenig: „Wir stehen in der Tabelle aktuell gut da, es sieht nach einem Kopf-an-Kopf-Rennen mit dem FC Viktoria Köln aus. Doch noch ist es zu früh für eine Prognose. Wir müssen auf jeden Fall damit rechnen, dass es in der Rückrunde für uns noch wesentlich schwieriger wird, oben zu bleiben. Entscheidend wird die Konstanz sein. Doch selbst als Meister warten ja noch die beiden Relegationsspiele, die über die gesamte Saison entscheiden können.“