„Wollen dem Favoriten ein Bein stellen“

Chef-Trainer Sven Demandt möchte die Saison 2016/2017 am Donnerstag mit einem Titel beenden.

Chef-Trainer Sven Demandt über den letzten Auftritt der Saison. (Foto: Endberg)

Ein letztes Mal laufen die Rot-Weissen in der Spielzeit 2016/2017 noch auf. Dabei geht es um nichts weniger als einen Derbysieg und einen Titel. Motivation genug, um in den finalen Minuten einer langen und kräftezehrenden Saison noch einmal alles zu geben, bevor es für Mannschaft und Funktionsteam in den wohlverdienten Sommerurlaub geht. RWE-Chef-Trainer Sven Demandt im Gespräch mit der kurzen fuffzehn über die vergangenen Auftritte in der Regionalliga West, die Saisonvorbereitung und das heutige Derby gegen den MSV.

Hallo Sven! Eine lange Saison geht mit dem Spiel gegen den MSV Duisburg zu Ende. Wie lautet dein Fazit?

Am Ende stehen wir auf Platz 5. Das ist nach der letzten Saison, in der wir noch gegen den Abstieg in die Oberliga gespielt haben, sicherlich erstmal in Ordnung. Wir stehen wieder in Tabellenregionen, die unserem Anspruch da schon eher entsprechen. Trotzdem wollten wir natürlich so lange wie möglich oben dranbleiben. Das ist uns leider nicht gelungen. Da hatten wir gerade in der Hinrunde eine Phase, in der wir einfach zu oft unentschieden gespielt haben. Danach haben wir uns aber wieder gefangen und in der Rückrunde trotz extrem enger Personalsituation noch einmal einen Schritt nach vorne gemacht, besser Fußball gespielt und auch mehr Punkte eingefahren, als in der Hinserie. Insofern haben wir insgesamt einen Schritt nach vorne gemacht.

Wie froh bist du, dass die Saison mit dem heutigen Spiel um ist? Schließlich war der Kader zuletzt doch sehr dünn…

Wir sind sportlich gut drauf, haben in den vergangenen Wochen gut gepunktet und uns auch spielerisch weiterentwickelt. Insofern kommt die Sommerpause aus dieser Perspektive zu einem ungünstigen Zeitpunkt. Andererseits muss man einfach sagen, dass so eine lange Saison einfach extrem kräftezehrend ist. Das merkt man dann gerade zum Ende hin.

Auf welche Veränderungen im Kader werden sich die Fans in der Sommerpause einstellen müssen?

Es wird definitiv keinen Umbruch geben. Das Gerüst des Kaders bleibt zusammen. Alle Spieler, die zuletzt in der Startelf standen, werden auch in der nächsten Saison für uns spielen. Zusätzlich haben wir mit Ismail Remmo und Boris Tomiak noch zwei Spieler aus der U19 dazu geholt und uns mit Kai Pröger noch einen richtig guten Mann dazu geholt. Kai wollte ich bereits vor einigen Jahren aus Oldenburg nach Gladbach holen, damals hat es leider nicht geklappt. Dementsprechend kenne ich seine Qualitäten und habe ihn auch in der laufenden Saison in Berlin noch einmal angesehen. Wir haben immer gesagt, dass wir uns in der Spitze verstärken wollen und diesbezüglich sind wir auch mit weiteren potenziellen Kandidaten bereits seit einiger Zeit in Gesprächen.

Wo setzt ihr in der nächsten Saison an? Wo seht ihr Verbesserungspotenzial?

Wir haben in der laufenden Saison einfach zu häufig unentschieden gespielt, obwohl wir eigentlich näher am Sieg waren, als der Gegner. Da haben uns dann entscheidende Tore gefehlt. Daran werden wir sicherlich arbeiten, uns häufiger in klare Positionen zu bringen. Auch unser Tempo insgesamt wollen wir in beide Richtungen erhöhen.

Kommen wir zum heutigen Spiel gegen den MSV. Da beide Mannschaften bereits sicher im DFB-Pokal dabei sind, behaupten böse Zungen, die Spannung sei raus, die Partie werde nur ein lauer Sommerkick, in dem sich niemand verletzen wolle. Was entgegnest du?

Es ist und bleibt ein Derby zweier Traditionsvereine. Da schwingt so viel mit, dass es sich keiner der beiden Kontrahenten erlauben kann, hier nicht Vollgas zu geben. Ich würde sogar noch ein Stück weitergehen: Wir können völlig befreit aufspielen, Duisburg kann das auch. Insofern erwarte ich ein richtig flottes Spiel, in dem wir dem Favoriten hoffentlich ein Bein stellen können.

Apropos Favorit! Im Halbfinalspiel gegen Rot-Weiß Oberhausen hat sich der MSV souverän mit 3:0 durchgesetzt. Was macht dir Mut, dass unsere Mannschaft es besser macht, als RWO?

Zunächst einmal ist es einfach ein Fakt, dass wir als Viertligist gegen einen künftigen Zweitligisten der klare Außenseiter sind. Aber wir haben auf der anderen Seite schon oft bewiesen, dass wir auch höherklassigen Mannschaften richtig Probleme machen können, vor allem an der Hafenstraße. Außerdem sind wir seit einigen Wochen richtig gut drauf und haben beispielsweise im letzten Heimspiel gegen eine gute Oberhausener Mannschaft auch noch einmal bewiesen. Insofern kommt das Spiel gegen den MSV zu einem guten Zeitpunkt.

Auf wen kannst du gegen den MSV nicht zurückgreifen?

Es fehlen nach wie vor Roussel Ngankam und Nico Lucas. Ansonsten sind alle Mann an Bord und heiß auf das letzte Spiel der Saison.