SV Lippstadt – Rot-Weiss EssenRot-Weiss Essen – Rot-Weiss Essen

SV Lippstadt

 - 

Rot-Weiss Essen

Sa. 25.09. 14:00 Uhr

1 - 2

0 - 1

GegnerinfosSpielberichtStimmen

Schnelles Wiedersehen mit Felix Schlüsselburg

Für einen Neuzugang des SV Lippstadt 08 kommt es am morgigen Samstag (25. September) ab 14 Uhr im Rahmen des 9. Spieltages in der Regionalliga West in der Partie gegen Rot-Weiss Essen zum schnellen Wiedersehen mit seinem vorherigen Verein. Mittelfeldspieler Felix Schlüsselburg (20) hatte erst vor wenigen Wochen „die Seiten getauscht“. Der gebürtige Waltroper, der seit dem 1. Juli 2020 für RWE am Ball war, unterschrieb für ein Jahr beim SVL und hat auch schon die ersten Einsätze absolviert. Ab dem kommenden Sommer besitzt Schlüsselburg wieder einen Anschlussvertrag an der Hafenstraße.

Lippstadts Sportdirektor Dirk Brökelmann hält große Stücke auf die Leihgabe aus Essen. „Felix ist durch seine Zeit im Nachwuchs beim BVB hervorragend ausgebildet und bringt großes Potential mit“, so Brökelmann. „Ein junger Spieler wie er benötigt vor allem Spielpraxis, um dieses Potential auch ausschöpfen zu können. Daher bin ich mir sicher, dass wir – wie auch der Spieler – von dieser Zusammenarbeit enorm profitieren werden.“

Felix Schlüsselburg, der in Lippstadt die Rückennummer „31“ trägt, wurde bereits im Alter von acht Jahren in der Jugendabteilung des BVB aufgenommen, die er – mit Ausnahme der Saison 2013/2014, die er beim VfL Bochum verbrachte – auch komplett durchlief. In dieser Zeit wurde der defensive Mittelfeldspieler mehrfach in den erweiterten Kader der deutschen U 16- und der U 17-Nationalmannschaft berufen. 2020 unterschrieb Schlüsselburg dann bei Rot-Weiss Essen seinen ersten Seniorenvertrag.

Felix Lübbers mit Doppelfunktion

„Schlüssel“ ist nur einer von insgesamt zwölf externen Zugängen beim SVL. Besonders auffällig: Genau wie von Rot Weiss Ahlen (Mohamed El Bouazzati, Paolo Maiella und Luca Steinfeldt) wechselten auch von der U 23 des FC Schalke 04 gleich drei Spieler an den Lippstädter Bruchbaum. Einer aus diesem Trio ist ein langjähriger Lippstädter Leistungsträger, der jetzt zurückgekehrt ist. Dabei verstärkt Fabian Lübbers das Team auf und neben dem Platz. Zusätzlich zu seiner gewohnten Rolle als Innenverteidiger erweitert der gebürtige Paderborner als Co-Trainer für Spielanalyse das Trainerteam um Felix Bechtold. „Fabian ist ein gestandener Spieler, weshalb wir ihn auch in unser Trainerteam integrieren wollen“, sagt SVL-Sportdirektor Brökelmann. „Von seiner Erfahrung kann unsere junge Mannschaft somit auf und neben dem Platz profitieren.“

Der 29-jährige Lübbers war bereits ab 2012 sieben Jahre lang für den SV Lippstadt 08 aktiv, ehe er 2019 das Angebot des FC Schalke 04 annahm und dort zwei Jahre lang als Führungsspieler in der U 23 fungierte. In Lippstadt wurde er mit dem Verein zweimal Meister der Oberliga Westfalen, erreichte die DFB-Pokal-Hauptrunde und führte die Mannschaft als Kapitän zum erstmaligen Klassenverbleib in der Regionalliga (2019). Mit mehr als 250 Pflichtspiel-Einsätzen wurde Lübbers dadurch zum Rekordspieler des Vereins und gilt mit 29 Treffern darüber hinaus als torgefährlichster Verteidiger der Vereinsgeschichte.

Neben Lübbers wechselte auch Linksverteidiger Phil Halbauer (23) von S04 nach Lippstadt. Er lernte das Fußballspielen zunächst beim OTSV Preußisch Oldendorf und Preußen Espelkamp, ehe er mit 14 Jahren im Nachwuchsleistungszentrum (NLZ) von Arminia Bielefeld aufgenommen wurde. 2015 folgte der Wechsel nach Gelsenkirchen, wo er zunächst Stammspieler in der U 19 und anschließend fester Bestandteil der U 23-Mannschaft wurde. Insgesamt kam Halbauer auf 72 Einsätze (16 Tore) in den Junioren-Bundesligen sowie 37 Spiele (ein Tor) für Schalke in der Oberliga Westfalen und Regionalliga West.

Das Trio der Ex-Schalker macht Henri Matter perfekt. Der 20-jährige Mittelfeldspieler war bereits als Siebenjähriger in die Jugendabteilung des 1. FC Köln gewechselt, die er erst 2019 in Richtung Gelsenkirchen wieder verließ. Nach einer Saison in der dortigen U 19 gelang ihm im letzten Sommer der Sprung in die U 23. Mit der Erfahrung von 52 Spielen in der Junioren-Bundesliga sowie zwölf Einsätze in der Regionalliga West wagte er den Wechsel nach Lippstadt, wo er – ebenso wie Fabian Lübbers und Phil Halbauer – bislang in allen Ligaspielen zum Einsatz kam.

Einige wichtige Spieler haben den Verein allerdings auch verlassen. Dazu gehören Torjäger Gerrit Kaiser und Mittelfeldspieler Kevin Hoffmeier, die zum SV Rödinghausen gewechselt sind, aber auch der Ex-Essener Lucas Arenz (Holzwickeder SC), Verteidiger Cinar Sansar (Sportfreunde Lotte) oder Jan-Lukas Liehr (SC Wiedenbrück).

Gute Heimausbeute

Sehr gut läuft es für den SV Lippstadt 08 in dieser Saison bislang vor eigenem Publikum. Die ersten drei Partien (1:0 gegen den SC Wiedenbrück, 2:0 gegen Alemannia Aachen und 2:1 gegen die Sportfreunde Lotte) wurden in der heimischen „Liebelt Arena“ allesamt gewonnen, einzig das letzte Heimspiel gegen den SV Rödinghausen ging mit 0:2 verloren. Saisonübergreifend waren es vor dieser Partie sogar sechs Heimsiege hintereinander. Auswärts gingen die Westfalen dagegen in den Begegnungen bei der U 21 des 1. FC Köln (1:3) und bei der U 23 von Borussia Mönchengladbach (2:4) jeweils leer aus, ehe mit dem 3:2 beim FC Wegberg-Beeck und dem Unentschieden in Ahlen die ersten Punkte auf fremden Plätzen eingefahren werden konnten.

Sechster Sieg in Folge

Rot-Weiss Essen führt auch nach dem 9. Spieltag die Tabelle in der Regionalliga West an. Im Auswärtsspiel beim SV Lippstadt 08 setzte sich das Team von Trainer Christian Neidhart 2:1 (1:0) durch und fuhr damit bereits den sechsten Dreier in Folge ein. Vor den in Lippstadt maximal zugelassenen 800 Zuschauern sorgten die beiden Abwehrspieler José-Enrique Rios Alonso (38.) und Sandro Plechaty (75.) für die RWE-Treffer. Zahlreiche weitere klare Torchancen blieben ungenutzt. Deshalb ließ Paolo Maiella (67.) die Gastgeber mit dem zwischenzeitlichen Ausgleich auf einen Punktgewinn hoffen. „Hätten wir in der ersten Halbzeit unsere Überlegenheit und Stärke in den Zwischenräumen genutzt, hätten wir einen entspannteren Nachmittag haben können. An der Chancenverwertung müssen wir arbeiten“, sagt RWE-Chef-Trainer Christian Neidhart nach dem Spiel.

Janjic in der Startelf – Sauerland erstmals im Kader
Im Vergleich zum 1:0-Derbysieg im letzten Ligaspiel gegen die U23 des FC Schalke 04 nahm Christian Neidhart lediglich eine Veränderung in seiner Anfangsformation vor. Zlatko Janjic durfte von Beginn an spielen, Cedric Harenbrock nahm zunächst auf der Bank Platz. Dort saß zum ersten Mal in dieser Saison auch Rechtsverteidiger David Sauerland, der nach überstandenem Kreuzbandriss zuletzt mehrfach durch muskuläre Verletzungen zurückgeworfen worden war. Er blieb allerdings 90 Minuten auf der Bank, muss sich bis zu seinem Comeback also noch ein wenig gedulden.

Fast Spiel auf ein Tor – Aber „nur“ 1:0 zur Pause
In der Anfangsphase spielten die Hausherren recht mutig nach vorne, kamen auch zu der einen oder anderen Torannäherung, allerdings ohne einen klaren Abschluss. Nach etwas mehr als zehn Minuten übernahmen jedoch die Essener mehr und mehr das Kommando, dominierten die Partie eindeutig und kamen in Serie zu hochkarätigen Torchancen.
So traf Torjäger Simon Engelmann nach Zuspiel des starken Isaiah Young nur den Pfosten. Zwei Treffer von Sandro Plechaty und Zlatko Janjic wurden wegen Abseits nicht anerkannt. Dass Felix Schüsselburg RWE-Flügelstürmer Isaiah Young im Strafraum zu Fall brachte, blieb ungeahndet. Außerdem ließen Luca Dürholtz, Kevin Holzweiler und erneut Zlatko Janjic gute Gelegenheiten aus oder scheiterten am glänzend aufgelegten Lippstädter Schlussmann Christopher Balkenhoff. In dieser Phase entwickelte sich ein Spiel auf ein Tor.
Eine Standardsituation brachte dann den überfälligen Führungstreffer. Nach einem Eckball von Luca Dürholtz war der aufgerückte Innenverteidiger José-Enrique Rios Alonso (38.) per Kopf zur Stelle und ließ Christopher Balkenhoff keine Abwehrmöglichkeit. Nur wenige Minuten später hatte Zlatko Janjic bereits die mögliche Vorentscheidung auf dem Fuß, konnte den glänzend reagierenden SVL-Torhüter aber aus kurzer Entfernung nicht überwinden, so dass es mit einem (zu) knappen Vorsprung in die Kabinen ging.

Ausgleich aus dem Nichts – Davari mit zwei Glanzparaden
In der zweiten Hälfte waren die RWE-Aktionen in der Offensive zunächst nicht ganz so zwingend. Dennoch sprangen auch in dieser Phase einige gute Tormöglichkeiten heraus, vor allem durch Simon Engelmann und Kevin Holzweiler, der erneut an Christopher Balkenhoff scheiterte. Umso überraschender fiel dann der Ausgleich. Nach einem Fernschuss aus dem Hintergrund und einem Abpraller tauchte Lippstadts Angreifer Paolo Maiella (67.) plötzlich frei vor RWE-Torhüter Daniel Davari auf und schob die Kugel zum 1:1 in die Maschen. Das Tor fiel praktisch aus dem „Nichts“, der Spielverlauf war damit auf den Kopf gestellt.
Mit drei frischen Offensivspielern – Sascha Voelcke, Cedric Harenbrock und Oguzhan Kefkir kamen für Kevin Holzweiler, Zlatko Janjic und Isaiah Young – drehte der Spitzenreiter aber sofort wieder auf und drängte auf die erneute Führung. Nachdem „Ötzi“ Kefkir das Lippstädter Tor noch verfehlt hatte, war wenig später nach Vorarbeit von Sascha Voelcke und Luca Dürholtz RWE-Rechtsverteidiger Sandro Plechaty (75.) mit dem 1:2 zur Stelle.
Danach entwickelte sich ein offener Schlagabtausch. Simon Engelmann vergab nach Zuspiel von Sandro Plechaty das vermeintlich sichere 3:1. Im Gegenzug musste Daniel Davari gegen Paolo Maiella den erneuten Ausgleich verhindern – und war auch in der Schlussrunde noch einmal bei einem 18-Meter-Schuss von Finn Heiserholt auf dem Posten. Mit dieser Glanzparade hielt „Diva“ den (insgesamt hochverdienten) Sieg fest.

Nach zwei „englischen Wochen“ in Folge können sich die Rot-Weissen in den kommenden Tagen in Ruhe und gezielt auf das Derby und Spitzenspiel gegen Rot-Weiß Oberhausen vorbereiten. Die „Kleeblätter“, die nach ihrem 4:0 (1:0)-Heimsieg gegen Rot Weiss Ahlen weiterhin nur zwei Punkte hinter RWE rangieren, gastieren am kommenden Samstag (2. Oktober) ab 14.00 Uhr im Stadion Essen an der Hafenstraße.

Stimmen zum Spiel

Hätten wir in der ersten Halbzeit unsere Überlegenheit und Stärke in den Zwischenräumen genutzt, hätten wir einen entspannteren Nachmittag haben können. An der Chancenverwertung müssen wir arbeiten. Hinten raus bin ich natürlich froh, einen guten Konter erfolgreich zu Ende gebracht haben. Auch wenn es unterschiedliche Halbzeiten waren, denke ich, dass wir diesen Sieg verdient über die Zeit gebracht haben.

Christian Neidhart (Chef-Trainer RWE)

Zur Halbzeit müsste es mindestens 4:0 stehen, dann kann man das ganze in der zweiten Halbzeit entspannter angehen. Wenn du die Tore nicht machst, dann klingelt es irgendwann im eigenen Tor. Wir sind aber ruhig geblieben und haben dennoch verdient das 2:1 erzielt.

Daniel Davari (Torwart RWE)

In der ersten Halbzeit können wir froh sein, dass wir noch am Leben gelassen wurden. Wir haben uns dann für die zweite Hälfte noch einmal eingeschworen und beschlossen, dass wir ein anderes Spiel zeigen müssen.

Felix Bechtold (Trainer SV Lippstadt)