Georg-melches-verdienstmedaille

Rot-Weiss Essen

 

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Eine ehrung für besondere Dienste

RWE wird durch jahrzehntelange Tradition und Verdienste unterschiedlichster Rot-Weisser geprägt. Zahlreiche Köpfe schreiben die Historie durch ihre hervorragenden Dienste weiter. Um eben jene Personen auszuzeichnen, führte Rot-Weiss Essen auf Anstoß des Ehrenrats im Sommer 2021 die „Georg-Melches-Verdienstmedaille“ ein. Benannt nach dem großartigen Vereinsmäzen und RWE-Macher, der als tüchtiger Geschäftsmann und wohlwollender Funktionär die goldene Zeit der Hafenstraße prägte, wird die Auszeichnung fortan zu jeder neuen Saison verliehen.

Vorschlag für die Auszeichnung?

Ausgezeichnet werden natürliche und juristische Personen, die hervorragende Verdienste rund um den Verein vorzuweisen haben. Es können Mitglieder und Nichtmitglieder des Vereins geehrt werden. Sie dürfen nicht in einem hauptamtlichen Beschäftigungsverhältnis zum Verein stehen. Maßgeblich dafür ist der Zeitpunkt des Kalenderjahres der Verleihung. Vorschläge zur Auszeichnung sind bis zum 30. April eines jeden Jahres einzureichen. Das Kuratorium wird gebildet vom Ehrenamtsbeauftragten und je einem Vertreter des Vorstands, Aufsichtsrats, Ehrenrats, Wahlausschusses, der Fan- und Förderabteilung und der Essener Chancen.

Vorschläge können über die RWE-Homepage übermittelt werden. Um zum entsprechenden Formular zu gelangen, klicken Rot-Weisse hier.

Die Träger der Georg-Melches-VERDIENSTMedaille:

Walter Ruege (2021)Georg-Melches-Verdienstmedaille – Rot-Weiss Essen

Georg-Melches-Verdienstmedaille – Rot-Weiss Essen

Seit Jahrzehnten ist Walter Rueges Stimme den Rot-Weiss-Fans an der Hafenstraße vertraut. Als Stadionsprecher ist er eine echte Institution, der auf den RWE-Jahreshauptversammlungen auch noch die Protokolle schreibt.

„Ich bin RWE-Fan seit meinem 12. Lebensjahr“ erzählt Walter Ruege, der schon als kleiner Jungen natürlich in der Westkurve stand. Am 1. Oktober 1974 unterschrieb er seinen Mitgliedsantrag. „Doch nur Mitglied sein, das war mir zu wenig. Ich wollte mit anpacken und auch etwas für meinen Verein tun. 1979 habe ich mich entschieden, einfach mal zur RWE-Geschäftsstelle zu gehen und zu fragen, ob es im Verein irgendeinen freien Posten gibt. Ich wollte für Rot-Weiss Essen arbeiten.“

Durch Zufall kam Walter Ruege damals ans Mikrofon – und blieb es bis heute. Geschäftsstellenleiter Paul Nikelski hatte ihn am 29. Juli 1979 für das Spiel gegen Fortuna Köln eigentlich nur für die Technik in der Sprecherkabine vorgesehen, bei dem auch der neue Stadionsprecher seine Premiere feiern sollte. Doch der ließ sich nicht blicken und so griff Walter Ruege kurzerhand selbst zum Mikrofon. „Ich habe damals für die Stadt Essen Gästeführungen organisiert und auch schon mal ein Mikrofon in der Hand gehabt.“ Das Lampenfieber und die Nervosität hielten sich also in Grenzen. „Ich kannte ja den Ablauf, da ich bei jedem Heimspiel im Georg-Melches Stadion vor Ort war. So begrüßte ich die Zuschauer und las ein paar Werbetexte vor“, erinnert er sich an sein erstes Mal. Viel mehr anzusagen gab es auch nicht, denn die Partie endete torlos 0:0.

Lothar Dohr (2022)Georg-Melches-Verdienstmedaille – Rot-Weiss Essen

Georg-Melches-Verdienstmedaille – Rot-Weiss Essen

Das rot-weisse Urgestein Lothar Dohr ist in der RWE-Fanszene eine Legende. Der Georg-Melches-Verdienstmedaillen-Träger wurde durch den Schlachtruf „Wer ist der Schreck vom Niederrhein?“ berühmt und gehört in der rot-weissen Fankultur zu den wichtigsten Persönlichkeiten. Gleichzeitig gehört er zu den Gründungsmitgliedern des 1. SC Rot-Weiss Essen Fanclub.

Lothar Dohr besuchte schon im Kindesalter mit seinem Vater die Begegnungen an der Essener Hafenstraße. Als er mit 11 Jahren erstmals mit ihm am 20. März 1971 zum Spiel RWE-Werder Bremen an die Hafenstrasse pilgerte, war ihm sicherlich nicht bewusst, dass er später durch den Club zur lebenden Legende werden würde.

Lothar Dohr ist seit 2002 als Fanbeauftragter für Rot-Weiss Essen im Einsatz und ist am Standort des AWO-Fan-Projekt in der Georg-Melches-Hütte an der Lehrstraße aktiv, koordiniert von dort u. a. die RWE-Auswärtsbusse und steht für die RWE-Fans regelmäßig auch hinter der Theke.

Thomas „Sandy“ Sandgathe (2023)Georg-Melches-Verdienstmedaille – Rot-Weiss Essen

Georg-Melches-Verdienstmedaille – Rot-Weiss Essen

Ein Spieltag ohne Thomas „Sandy“ Sandgathe und seinen Songs im Stadion an der Hafenstraße ist nicht vorstellbar. Doch auch abseits des Stadions ist der RWE-Barde aktiv. Seit mehr als 10 Jahren tritt er für benachteiligte Kinder und Jugendliche mit seiner Gitarre auf, lässt hinterher seinen Hut kreisen und ist Botschafter für die Essener Chancen. Auf Radio Hafenstraße ist er mit einer eigenen Sendung regelmäßig zu hören. Und für den guten Zweck spielt er zudem live Wohnzimmerkonzerte, bei denen die Zuhörer und Streaming-Zuschauer auch Spenden abgeben können. Weit über 150.000 Euro sind in all den Jahren so zusammengekommen.

Egal, ob auf Hochzeiten, Geburtstagen oder Firmenfesten, Taufen, in Wohnzimmern und Kneipen, bei Weihnachts-, Firmen- und Fanclubfeiern (sogar vor Schalke-Fans!): Sandy packt die Gitarre aus, stimmt Folk- und Rockklassiker sowie seine RWE-Hymnen an und hält hinterher den Hut für die Kinder der „Herzenswünsche“ auf. „Das funktioniert“, sagt der RWE-Barde mit dem großen Herz. Mittlerweile spielt er jährlich einen fünfstelligen Betrag für die Aktion „Herzenswünsche“, die Essener Chancen und weitere Kindersozialprojekte ein.

Silvia Zimmert (2024)Georg-Melches-Verdienstmedaille – Rot-Weiss Essen

Georg-Melches-Verdienstmedaille – Rot-Weiss Essen

 

Seit 1981 ist die Tätigkeit von Silvia Zimmert an der Hafenstraße nicht wegzudenken. In ihrer Funktion als Mitgliederbetreuerin ist sie seit über vier Jahrzehnten eine echte Institution und selbst nach ihrer Verabschiedung auf der außerordentlichen JHV im November 2023 immer noch unterstützend am Ball. Ein außergewöhnliches Engagement, für das Silvia Zimmert nun als erste Frau mit der besonderen Auszeichnung des Vereins gewürdigt wird.

An ihre Anfänge an der Hafenstraße kann sich die gebürtige Borbeckerin noch sehr gut erinnern: „Als im Jahr 1981 der damalige Vereinspräsident Wilhelm Lüke ehrenamtliche Mitarbeiter für die Geschäftsstelle suchte, habe ich nicht lange gezögert meine Mithilfe anzubieten.“ Daraus sind inzwischen über vier Jahrzehnte geworden.

Welche Entwicklung RWE im Mitgliederbereich genommen hat, zeigen folgende Zahlen: Als Silvia Zimmert 1981 zu RWE kam, hatte der Verein gerade einmal 1800 Mitglieder. Im Jahr 2009 waren es 2728 Mitglieder, 6470 Mitglieder auf der JHV 2021 verkündet, nach dem Aufstieg 2022 stieg die Zahl in wenigen Wochen auf über 8000, mittlerweile sind es fast 13.000 Mitglieder.

Markus Endberg (2025)Georg-Melches-Verdienstmedaille – Rot-Weiss Essen

Georg-Melches-Verdienstmedaille – Rot-Weiss Essen

Wer Rot-Weiss Essen lebt, der kennt die Bilder von Markus Endberg – auch wenn sein Name nicht jedem sofort ein Begriff ist. Seit vielen Jahren prägt er mit seiner Kamera den visuellen Auftritt des Traditionsvereins von der Hafenstraße. Der 54-Jährige ist einer der Ehrenamtlichen, die im Hintergrund wirken, aber für die Wahrnehmung und Erinnerung des Vereins unschätzbar wichtig sind. Nun ehrt ihn das RWE-Kuratorium als fünften Preisträger mit der Georg-Melches-Verdienstmedaille 2025.

Markus Endberg begleitet seit 2011 das Geschehen rund um Rot-Weiss Essen mit seiner Kamera. Besonders zeichnet ihn – neben seiner stets freundlichen Art – seine extreme Zuverlässigkeit aus: In der vergangenen Saison war er bei 50 von 54 möglichen Spielen mit dabei und erstellte Bilder für den RWE-Onlineauftritt. Vereinsmitglied ist er bereits seit dem 2. Februar 2007. Anlass war die Geburt seines Sohnes am 1. Februar 2007 zum 100. Geburtstag von RWE. Ob bei Jugendspielen, im Stadion an der Hafenstraße, in der Regionalliga, der 3. Liga oder in Pokalendspiele – Endbergs Fotos dokumentieren Momente, die den Verein prägen.

Von Beginn an tat er das ehrenamtlich, aus Verbundenheit zum Verein, nicht aus kommerziellem Interesse. Hauptberuflich arbeitet Markus Endberg seit 1996 bei Vodafone in Düsseldorf als Vertriebsanalyst. Dort ist er mit Zahlen, Strategien und Marktanalysen vertraut – eine Tätigkeit, die Präzision, Genauigkeit und Struktur erfordert. Im Ehrenamt für Rot-Weiss Essen lebt er die kreative Seite: Statt Zahlenkolonnen analysiert er Licht, Stimmungen und Perspektiven. Sein Engagement blieb nicht unbemerkt: Im Oktober 2024 wurde er mit dem Ehrenamtspreis des Fußballkreises Essen ausgezeichnet.

Markus Endbergs Bilder unterscheiden sich von typischen Sportfotos. Während viele Fotografen auf Tore, Zweikämpfe oder Jubelszenen fokussieren, sucht er die Zwischentöne. So richtet er seine Linse auch auf Räume, die normalerweise verborgen bleiben: die leeren Kabinen nach dem Spiel, der Spielertunnel vor dem Einlaufen, die Architektur des Stadions in besonderen Lichtstimmungen. Besonders während der Corona-Saison 2020/21 wurde diese Sichtweise deutlich. Endberg war Mitgestalter des Bildbands „Szenen eines Vereins“, der die Geisterspiele dieser Zeit dokumentierte. Leere Tribünen, stille Gänge, Spieler ohne den Rückhalt der Fans.

Doch Endberg ist mehr als der stille Beobachter am Spielfeldrand. Seine Kamera begleitet auch Vereinsprojekte und soziale Aktionen. So stammten zwei der beliebtesten Motive eines Spendenkalenders zugunsten des Bildungsprojekts „Lernort Seumannstraße“ von ihm. Auch bei Autogrammstunden, Sponsorenterminen oder Jubiläen ist er zur Stelle. Seine Bilder dokumentieren nicht nur Ereignisse, sondern transportieren die Atmosphäre dieser Momente – das Zusammenspiel von Spielern, Fans und Verein.

Markus Endberg ist ein stiller Gestalter des Vereinsgedächtnisses von Rot-Weiss Essen. Ohne sein Auge für Details und Atmosphäre sähe Rot-Weiss Essen anders aus. Ein ehrenamtliches Engagement, das zeigt, wie viel Herzblut in diesem Klub steckt. Markus Endberg steht stellvertretend für all jene Ehrenamtlichen, die den Verein nicht nur tragen, sondern auch prägen.

Herzlichen Glückwunsch, Markus Endberg!