Mythos RWE – Von Fallrückziehern, kuriosen Treffern und Toren des Monats (Teil 2)

Ein Bestandteil des RWE-Mythos sind sicher ganz besondere Tore. Erzielt wurden sie von Spielern wie Helmut Rahn, Penny Islacker, Willi Lippens, Horst Hrubesch, Frank Mill, Jürgen Wegmann und vielen anderen mehr.

Nach einer Auswahl der rot-weissen Tore des Monats in der vergangenen Ausgabe wollen wir euch in der heutigen Ausgabe weitere Tore vorstellen, die eine besondere Aufmerksamkeit im Fernsehen oder auf YouTube erhielten. Zwei kuriose Treffer stachen durch das TV oder millionenfache Links auf YouTube besonders heraus.

Das längste Tor der Vereinsgeschichte erzielte Jörg Lipinski im Spiel gegen Gelsenkirchen.

Der "Freistoß-Trick" von Kevin Grund zum 2:0 gegen Fortuna Düsseldorf II im September 2013 erhielt beim Videoportal YouTube über 12,5 Millionen Klicks.

Besondere Tore

„2:0 – ich war dabei“, dieser Slogan erinnerte noch lange Zeit an eines der berühmtesten Tore in der DFB-Pokalgeschichte. Am 13. September 1992 spielte Rot-Weiss Essen in der 2. Hauptrunde gegen Schalke 04 und führte seit der 26. Minute mit 1:0. In der 88. Minute machte Jörg Lipinski dann alles klar. Schalke hatte in einem letzten verzweifelten Anrennen die Abwehr aufgelöst und auch Torhüter Jens Lehmann war weit aufgerückt. Einen Eckball klärte Essens Hintermannschaft mit einem weiten Abwehrschlag. Schalkes Torwart versuchte den Ball in Höhe der Mittellinie zu stoppen, doch das Leder sprang ihm dabei zu weit weg. Jörg Lipinski erkannte die Situation, erlief sich den Ball und zog alleine auf das Schalker Tor zu. Kurz vor der Torlinie stoppte er, wartete scheinbar ewig lange Sekunden und schob dann das Leder zum 2:0 Sieg ein. Sein Kommentar: „Der Trainer hat gesagt, wir sollen auf Zeit spielen, wenn wir 1:0 führen und ich war mir in der Situation so sicher, da konnte ich auf Zeit spielen.“

Eines der kuriosesten Tore in der RWE-Geschichte gelang Younga-Mouhani in einem Regionalligaspiel (3. Liga) der Saison 2006/06. Younga wartete hinter dem Torwart des Chemnitzer FC dessen Abschlagversuch ab, stibitzte ihm das vor die Füße in Richtung Strafraumgrenze gelegte Leder und schoss es direkt in das leere Tor. Der Treffer wurde von der ARD zum Tor der Woche gekürt und schaffte es damit ebenfalls in die Auswahl zum Tor des Monats. Mit einem Auftritt in Stefans Raab Show „TV total“ kam Younga-Mouhani mit seinem kuriosen Tor sogar zu bundesweitem Ruhm.

Aktuell verzeichnet ein inszeniertes Verwirrspiel beim Freistoßtor von Kevin Grund gegen Fortuna Düsseldorf aus der Saison 2012/13 rund 12,5 Millionen (!!!) Klicks auf YouTube. Die Redaktion der bekannten Fußballsendung „Zeiglers wunderbare Welt des Fußballs“ hatte den Treffer im September 2013 auf ihrem Youtube-Kanal veröffentlicht. Seitdem drücken die User in deutscher, englischer und spanischer Sprache ihre internationale Bewunderung für den Treffer aus.

„Schieß du, ich treff eh nicht! Oder so. Hat auf jeden Fall funktioniert, die Taktik! Kevin Grund von RW Essen haut das Ding zur 2:0-Führung gegen Fortuna Düsseldorf II in den Winkel. Endstand 2:1“, lautet die Kommentierung zu dem RWE-Torhighlight.
Was war geschehen? Sechs RWE-Spieler standen nach einem Foul an der Düsseldorfer Strafraumgrenze rund um den Ball und diskutierten, wie sie die nachfolgende Situation wohl lösen würden. Vier Spieler stellten sich dann auf einer Linie auf, jeweils zwei rechts und zwei links neben den Ball. Aus der hinteren Reihe nahmen zunächst von links und fast zeitgleich folgend von rechts Markus Heppke und Kerim Avci Anlauf, um den Freistoß angeblich zu schießen. Beide brachen ihre Aktion wegen des möglichen Zusammenpralls kurz vor dem noch ruhenden Ball ab, schienen zu diskutieren und gaben das Leder so wieder frei. Die Düsseldorfer Mauer war verwirrt, schien in Auflösungserscheinungen begriffen, als aus der ersten Reihe von ganz rechts Kevin Grund startete und mit seinem linken Fuß den Ball an der nur noch aus Fragmenten bestehenden Düsseldorfer Mauer zum 2:0 ins Netz bugsierte.
Unvergessen bleibt natürlich auch die Elfmeterentscheidung im Niederrheinpokalfinale 2015 zwischen Rot-Weiss Essen und Rot-Weiss Oberhausen. Einfach Weltklasse wie die rot-weissen Spieler den Ball ins Tor wuchteten und so den Weg in die DFB-Pokalhauptrunde freimachten.

Georg Schrepper