5. Dezember 2010

Christian Hülsmann Vorsitzender des neuen Aufsichtsrates

Christian Hülsmann, kürzlich pensionierter Essener Stadtdirektor, ist neuer Aufsichtsratsvorsitzender von Rot-Weiss Essen. Neben Hülsmann wurden auf der außerordentlichen RWE-Mitgliederversammlung am Sonntag im Essener Kino-Center CinemaxX auch Heribert Ardelmann, Kurt Ehrke, Dr. Lothar Oelert, Reinhard Radmacher, Hans-Henning Schäfer sowie als Fanvertreter Ralf Schuh jeweils mit großer Mehrheit in den neuen RWE-Aufsichtsrat gewählt. "Vielen Dank für das Vertrauen. Wir werden unsere Erfahrungen und Fähigkeiten einbringen, damit Rot-Weiss Essen auch in Zukunft auf dem guten Weg bleibt, den der Verein in den vergangenen Monaten eingeschlagen hat", sagte Christian Hülsmann nach seiner Wahl unter großem Applaus der insgesamt 331 RWE-Mitglieder.

Dr. Michael Welling wurde vom neuen Aufsichtsrat in seiner Funktion als hauptamtlicher Vorstandsvorsitzender der Rot-Weissen im Amt bestätigt. "Ich werde alles geben, um die Vorschusslorbeeren zu rechtfertigen. Es ist ein Privileg, für Rot-Weiss Essen arbeiten zu dürfen", so Welling, der die Versammlung souverän leitete.

Der scheidende Aufsichtsrats-Vorsitzende Dietmar Bückemeyer, der – wie angekündigt – nicht mehr für ein Amt im Kontrollgremium kandidierte, skizzierte in seinem Bericht den Verlauf der vergangenen Monate nach dem Insolvenzantrag und dem Rücktritt des alten Vorstandes. Dadurch war der Aufsichtsrat noch stärker in die Verantwortung gerückt und hatte – in Zusammenarbeit mit dem Insolvenzverwalter Dr. Frank Kebekus (Düsseldorf) – wichtige Weichen dafür gestellt, dass RWE überhaupt die Lizenz für die NRW-Liga erhalten und "auf den letzten Drücker" auch noch eine U 23 in der Niederrheinliga anmelden konnte.

"In dieser schwierigen Phase haben alle Gremien, Mitarbeiter, Mitglieder und Fans des Vereins sowie Mannschaft und Trainergespann ein echtes Team gebildet. Das war der Grundstein für den aktuellen Erfolg", freute sich Dietmar Bückemeyer. "Wir haben einen ausgeglichenen Haushalt aufgestellt, der auch eingehalten wird. Diesen Weg werden die neuen Vereinsgremien konsequent weitergehen. Die positive Entscheidung zum Stadion-Neubau an der Hafenstraße ist ein weiterer wichtiger Baustein", so Bückemeyer, der ankündigte, dem Verein auch in Zukunft mit Rat und Tat zur Seite zu stehen.

Angedacht ist ein Wechsel von Dietmar Bückemeyer in den neuen RWE-Wirtschaftsrat, der in den nächsten Monaten gegründet werden soll. Gleiches dürfte auch für die bisherigen Aufsichtsrats-Mitglieder wie Anke Hübsch, Claus-Werner Genge, Klaus Kunze, Bernd-Martin Koch oder Wolfgang Kraus gelten, die ebenfalls ihre Bereitschaft signalisiert haben, sich weiterhin für Rot-Weiss zu engagieren.

Der neue Vorstandsvorsitzende Dr. Michael Welling, der seit gut zwei Monaten im Amt ist, stellte sich zunächst den Mitgliedern offiziell vor, zog eine erste Bilanz seiner bisherigen Arbeit und beschrieb auch schon einige Projekte – speziell im Marketing- und Sponsoring-Bereich – für die nächsten Wochen und Monate. Dabei wird RWE ganz besonders darauf achten, Aspekte wie die Verwurzelung in der Region, die große Tradition des Vereins und die Leidenschaft seiner Freunde und Anhänger zu berücksichtigen. Die gerade erst aufgelegte Auswärts-Dauerkarte war dabei erst der Anfang.

Wirtschaftlich liegt RWE in dieser Saison bisher deutlich über den Erwartungen, vor allem bei den Zuschauer- und Sponsoring-Einnahmen. War im Lizenzantrag mit Gesamteinnahmen von etwa 1,909 Millionen Euro geplant worden, geht die aktuelle Prognose inzwischen von 2,506 Millionen Euro aus.

Sehr gut kam bei den RWE-Mitgliedern der Auftritt des Insolvenzverwalters Dr. Frank Kebekus an, der am Ende seiner Rede mit Standing Ovations bedacht wurde. "Im letzten Sommer war RWE nicht weit von der Kreisliga C entfernt. Jetzt liegt schon ein großer Teil des Weges hinter uns. Noch ist die Sanierung aber nicht abgeschlossen", stellte Dr. Kebekus klar. In den nächsten zwei Monaten soll der Insolvenzplan vorgelegt und anschließend von den Gläubigern abgesegnet werden. Danach könnte RWE schuldenfrei in die nächste Saison starten. Außerdem wird noch eine Einigung mit dem ehemaligen Vermarktungspartner Dr. Michael Kölmel angestrebt, der noch im Besitz der audio-visuellen Rechte an Rot-Weiss Essen ist. "Es ist unser Ziel, dass auch diese Rechte an den Verein zurückgehen", sagte Dr. Kebekus.

Großen Applaus gab es auch für den komplett erschienenen Essener NRW-Liga-Kader um Trainer Waldemar Wrobel und Teammanager Damian Jamro. "An der Hafenstraße wird wieder herzerfrischender Fußball gespielt. So macht es Spaß", brachte es der neue Aufsichtsrats-Vorsitzender Christian Hülsmann stellvertretend auf den Punkt.

Zum Abschluss der überaus harmonischen Mitgliederversammlung wurde noch eine Beschlussfassung verabschiedet, die für die Zukunft eine noch stärkere Einbindung der RWE-Fans gewährleisten soll. So es geplant, dass der Vorstand eine Arbeitsgruppe einsetzt, die bis zur nächsten ordentlichen Mitgliederversammlung ein Konzept erarbeiten soll, wie die Interessen der RWE-Anhänger am besten gebündelt werden können. "Wir werden schon in Kürze eine konstituierende Sitzung einberufen. Ich kann nur jeden einladen, sich dort aktiv einzubringen", sagte Fan-Vertreter Ralf Schuh.