12. April 2011

Köster GmbH beginnt mit Stadionbau in Essen

Am Mittwoch, 13. April, ist es so weit. Die Köster GmbH beginnt mit den Vorbereitungen für den Stadionbau an der Hafenstraße. Das Osnabrücker Unternehmen erhielt in einem europaweiten Vergabeverfahren den Zuschlag für den Rohbau. Erster Anpfiff ist zum Saisonstart 2012/2013 geplant.

Mitte der 1950er Jahre galt das Georg-Melches-Stadion in Essen als modernste Arena Deutschlands mit der bundesweit ersten Flutlichtanlage und innovativem Tribünenbau. An diesen Glanz möchte die Stadt Essen jetzt wieder anknüpfen: Die Köster GmbH errichtet direkt an der Hafenstraße, der historischen Sportstätte von Rot-Weiss Essen, ein neues Stadion für die GVE Grundstücksverwaltung Stadt Essen GmbH. Die Fans sind im siebten Himmel – auch wenn Rot-Weiss Essen noch in der NRW-Liga spielt. Denn bereits in der ersten Ausbauphase bietet das Stadion Platz für 20.000 Zuschauer, und es wächst mit den sportlichen Erfolgen des Traditionsvereins: „Das Konzept ist durchdacht und zukunftsfähig. In vier Bauphasen entsteht in Essen eine Sportstätte, die viele Erweiterungsmöglichkeiten offen lässt und sich dennoch geschickt ins Gelände einfügt“, betont Dipl.-Ing. Jens Wellmeyer, Projektleiter der Köster GmbH.

Dabei geht es künftig an der Hafenstraße nicht nur sportlich zu: Im neuen Stadion finden nach der Fertigstellung auch Konzerte und andere Veranstaltungen statt. Sie dienen als zusätzliche Einnahmequelle und sichern so die nachhaltige Wirtschaftlichkeit der Sportstätte.

Pünktlich zum Baustart Mitte April rückt der Kampfmittelräumdienst an, um auf Nummer sicher zu gehen. Dann beginnen die eigentlichen Gründungsarbeiten, für die die Köster GmbH zunächst 450 Bohrpfähle aus Stahl und Beton bis in eine Tiefe von rund 17 Metern in den Boden rammt. „Diese Maßnahme ist notwendig. Der Baugrund ist sensibel, denn das Stadion entsteht auf einem aufgefüllten Gelände“, sagt Jens Wellmeyer. „Die Pfähle leiten die enorme Bauwerkslast in eine tiefere, tragfähige Bodenschicht und sorgen so für ausreichend Stabilität“, erklärt der Dipl.-Ingenieur. Er war bereits dabei, als die Köster GmbH die von der britischen Tageszeitung „The Times“ ausgezeichnete Südtribüne des Signal Iduna Parks in Dortmund realisierte und die Volkwagen Arena in Wolfsburg schlüsselfertig errichtete. Auch als das Osnabrücker Unternehmen die BayArena in Leverkusen modernisierte und erweiterte, gehörte Jens Wellmeyer zum eingespielten Team.

Die Köster GmbH zeichnet sich aus durch langjährige Erfahrung sowie umfangreiche Kompetenz im Sportstättenbau. Dieses Know-how belegte sie auch beim schlüsselfertigen Bau der Eisarena Bremerhaven, die sie erst im März 2011 übergeben hat.

Bereits Mitte Mai 2011 beginnt die Köster GmbH mit den Hochbauarbeiten. „Dann geht es Schlag auf Schlag, und die Baufortschritte werden rasch deutlich“, so Jens Wellmeyer weiter. Zunächst realisiert die Köster GmbH mit bis zu 80 Mitarbeitern das Warmgebäude mit der gesamten Infrastruktur, und dann fast zeitgleich die ersten drei Tribünen. Dabei wählt sie die einzelnen Bauabschnitte des leicht versetzt zum alten Stadion angeordneten Neubaus so aus, dass der Spielbetrieb für Rot-Weiss Essen ohne Unterbrechungen weiterlaufen kann. In der ersten Ausbaustufe verfügt das Stadion über 32 Sitzreihen mit etwa 11.300 Plätzen sowie 9.000 Stehplätze, 1.000 Business-Seats, 290 Logensitze, einen Pressebereich und behindertengerechte Plätze.

Nach Fertigstellung des Warmgebäudes, der Haupt-, Gast- und Gegentribüne sowie des Spielfeldes zieht Rot-Weiss Essen für die Saison 2012/13 ins neue Stadion. Erst dann erfolgt der sukzessive Abriss des Georg-Melches-Stadions, um anschließend mit der vierten Tribüne und den Parkplätzen die erste Ausbaustufe abzuschließen. Durch den Bau der Tribünenkurven könnten weitere 5.500 Plätze entstehen, und in einer dritten Ausbaustufe ist das Aufsetzen eines zweiten Ranges möglich. Dann würde das Stadion insgesamt Platz für 35.000 Zuschauer bieten.