26. Januar 2012

RWE & AWO Fanprojekt nehmen am Erinnerungstag im deutschen Fußball teil

Einmischen statt wegsehen! – Mit dieser Aufforderung am Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus erinnert die DFL Deutsche Fußball Liga mit ihren Clubs am 19. Spieltag der 1. Bundesliga sowie am 20. Spieltag der 2. Bundesliga die Fußballfans an die Opfer dieser Diktatur. Mit dem öffentlichen Erinnern an die Verfolgten und Ermordeten erweisen wir ihnen und ihren Familien Respekt und ehren sie hier im Stadion.

Rot-Weiss Essen und das AWO-Fanprojekt Essen unterstüzen diese Idee. Beim kommenden Heimspiel gegen den 1. FC Köln II am kommenden Samstag (15.30 Uhr, Georg-Melches-Stadion) werden beide Mannschaften mit denselben T-Shirts einlaufen. Zudem wird die Jüdische Kultus-Gemeinde Essen ein Grußwort an die Stadionbesucher richten. Auch beim Heimspiel gegen TuS Koblenz am Sonntag, 12. Februar (14 Uhr) sollen die Mannschaften wieder mit den speziell für diese Aktion entwickelten T-Shirts auflaufen.

Wie notwendig es ist, diesen Teil der Geschichte nicht zu vergessen, wird uns bewusst durch die vor wenigen Wochen aufgedeckten Morde der Neonazis an unseren türkischen und griechischen Mitbürgern.

Am Fußballplatz und in unserer Gesellschaft gibt es keinen Platz für Nazis – keinen Platz für Rassismus, Diskriminierung und Gewalt. Daher gilt es nicht wegzusehen, sondern laut zu widersprechen, wenn rassistische Parolen gerufen oder Spieler und Fans anderer Vereine diskriminiert werden.

Fußball führt Menschen unterschiedlicher Herkunft, Kulturen und Religionen zusammen. Das erleben wir jedes Wochenende in den deutschen Fußballligen. Auch bei der Europameister-schaft 2012 in Polen und der Ukraine werden wir wieder die Erfahrung machen, wenn „der Ball im Spiel ist“, das dann Grenzen überwunden werden und Menschen sich näher kommen.

Aufgrund ihres Glaubens, ihrer politischen Überzeugung, ihrer Herkunft, wegen Krankheit, Behinderung oder weil sie aus anderen Gründen den damals Herrschenden nicht ins Bild passten, wurden zwischen 1933 und 1945 Millionen Menschen ausgegrenzt, verfolgt, in die Emigration getrieben, grausam gequält und ermordet. Unter ihnen waren auch viele Sportler. Sie erkämpften für Deutschland Olympiasiege und Weltmeistertitel. Sie spielten in der deutschen Fußballnationalmannschaft, wie Julius Hirsch der im Konzentrationslager Auschwitz ermordet wurde.

Wer den Terror überlebte, musste das Leben in der Freiheit wieder mühsam lernen. Über das Fußballspielen in einer Mannschaft kam der eine oder andere mit der Normalität des Alltags wieder in Kontakt. Ernst Grube aus München, einer, der als Kind das Konzentrationslager überlebte, sagt heute: „Für mich bedeutete das Fußballspielen im Verein, dass ich gleichberechtigt war und akzeptiert wurde. Das war für mich ein ganz neues Gefühl, weil ich Freundschaft als jüdisches Kind, und ich war ja auch ein deutsches Kind, in der Nazizeit nicht erlebt hatte.“