15. März 2012

Helden von damals –Frank Kurth wird heute 50 Jahre!

Er hütete 12 Jahre lang das Essener Tor und hat wie kaum ein anderer Spieler Höhen und Tiefen des Vereins miterlebt.

Sein Jubel auf dem Nordkurvenzaun nach gewonnenen Spielen ist heute noch legendär. Heute wird der ehemalige RWE-Schlussmann 50 Jahre alt – und hat uns im Interview ein wenig an seinen RWE-Erinnerungen teilhaben lassen und wie seine weitere Zukunft aussieht.

Du hast in deiner Karriere für einige Mannschaften im Ruhrgebiet und der näheren Umgebung gespielt. Welcher Verein war deine Lieblingsstation?
Frank Kurth: Die Frage lässt sich sehr leicht beantworten (lacht), natürlich Rot-Weiss Essen.

Was war dein Highlight und was dein Tiefpunkt in deiner Zeit an der Hafenstraße?
Frank Kurth: Zu den absoluten Highlights gehört auf jeden Fall das Pokalfinale in der Saison 1994. Aber nicht nur das Spiel, der ganze Weg dorthin, inbegriffen mit den Spielen zuhause gegen Duisburg und dem Halbfinale gegen Tennis Borussia Berlin. Diese Spiele waren einfach einzigartig und bleiben einem immer in Erinnerung. An gleicher Stelle würde ich allerdings auch die Saison davor setzen. Wir sind damals aus der Oberliga-Nordrhein in die zweithöchste Spielklasse aufgestiegen. Das waren schon schöne Zeiten. Das schlimmste was ich an der Hafenstraße erlebt habe, hat sich ebenfalls im Pokaljahr 1994 abgespielt. Der Lizenzentzug. Wir standen mit einer jungen, hungrigen Mannschaft auf dem 5. Tabellenplatz der 2. Bundesliga. Als uns dann die Lizenz für die 2. Liga entzogen wurde, wussten wir, dass wir jedes Spiel in der Rückrunde zwar bestreiten werden, aber keine Punkte mehr sammeln können.   

An welche Momente erinnerst du dich immer gerne zurück?
Frank Kurth: In Erinnerung bleiben in der Regel immer die schönen Momente die man erlebt hat. Dazu zählen nicht nur sportliche Erfolge wie der Weg ins DFB-Pokalfinale, sondern auch das Feiern auf dem Zaun gemeinsam mit unseren fantastischen Fans. Und selbstverständlich zählt dazu auch das obligatorische Bier nach einem Sieg in der Sauna. Meine aktive Zeit bei RWE ist ja mittlerweile schon etwas vorbei, da kann ich dieses Geheimnis ja mal verraten (lacht).


Welche Spiele bleiben dir unvergessen?

Frank Kurth: Ganz klar das Pokalspiel 1992 gegen unseren Nachbarn Schalke 04, damals mit Udo Lattek auf der Bank und Jens Lehmann im Tor. Ein Spiel, das für mich auch unvergessen bleibt, weil ich eine besondere Rolle einnehmen konnte, war das DFB-Pokalspiel in Jena bei -16 Grad. Ich habe den entscheidenden Elfmeter parieren können und so kam der Traum von Berlin wieder ein Stück näher. Wenn ich die Stimmung noch hinzunehme, dann gehört auch mein allererstes Spiel gegen Borussia Dortmund dazu. In diesem Freundschaftsspiel habe ich auch zum ersten Mal den „Schreck vom Niederrhein“ live miterlebt. Das war unglaublich. Solche Spiele gehören dann zu den Momenten, die man einfach nie vergessen wird.

Du hast von 1985-1994 und dann noch einmal von 1996-2000 die Schuhe für Rot-Weiss geschnürt. Welche Erinnerungen hast du an die Fans?
Frank Kurth: Die Fans von Rot-Weiss Essen sind nach wie vor berühmt berüchtigt für ihre einmalige Atmosphäre. Selbst in der 4. Liga machen sie derzeit mehr Furore nach außen, als das, was sportlich auf dem Rasen passiert. Schon zu meiner aktiven Zeit waren die Essener dafür bekannt in einer großen Vielzahl zu erscheinen. Es hat sich demnach also nicht viel geändert.


Deine Aktive Zeit als Torwart liegt nun ein paar Jahre zurück. Welchen Beruf übst du mittlereile aus?

Frank Kurth: Hauptberuflich arbeite ich als Vertriebsleiter für das Papierunternehmen Freytag und Petersen. Nebenbei bin ich noch als Trainer beim Verbandligisten 1. FC Wülfrath tätig. Am Saisonende werde ich das Amt des Trainers jedoch niederlegen und mir für die Zukunft etwas mehr Freizeit überlassen.

In den letzten Jahren ging es sportlich mit RWE immer weiter ab. Nach der Insolvenz befindet man sich jedoch wieder auf einem guten Weg. Besuchst du ab und an noch die Spiele im Georg-Melches-Stadion?
Frank Kurth: Leider muss ich mit „nein“ antworten. Aufgrund meiner Trainertätigkeit bei Wülfrath,  bei denen die Spiele meistens zeitgleich mit denen von RWE stattfinden und meinem Hauptberuf, bin ich zeitlich sehr eingebunden. Ab dem kommenden Sommer werde ich jedoch wie schon erwähnt mehr Zeit haben und dann auch des Öfteren wieder zu den Spielen der Roten gehen.

Zu Beginn der neuen Spielzeit 2012/13 folgt der nächste Schritt in eine erfolgreiche Zukunft. Wie stehst du zum neuen Stadion?
Frank Kurth: Meine Vorfreude ist riesengroß. Essen hat es verdient ein solches Stadion zu bekommen. Ich hätte schon zu meiner Zeit gerne in solch einem modernen Stadion gespielt. Die Fans können sich wahrlich freuen, dass es nun endlich soweit ist.