21. März 2012

Stellungnahme zu den Vorfällen beim Spiel gegen den Wuppertaler SV Borussia

Mit Blick auf die verschiedenen Umstände und Begleiterscheinungen des Regionalligaspiels gegen Wuppertal vom Samstag, 17.03.2012 sind wir noch immer dabei, alle vorhandenen Dokumentationen und Zeugenaussagen zu sichten, auszuwerten und gemeinsam mit den beteiligten Partnern und Institutionen auszuwerten. Eine endgültige Bewertung ist daher zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch nicht möglich. Insbesondere müssen die polizeilichen Ermittlungen abgewartet werden. Wir haben über eine Rechtsanwaltskanzlei Akteneinsicht beantragt. Bei der Gesamtbewertung bitten wir alle Beteiligten um eine sachliche Beurteilung. Dazu zählt unserer Meinung vor allem, dass die unterschiedlichen Teilaspekte auch als solche zu differenzieren sind:

Für die in der Halbzeitpause im Rahmen der Würdigung von Frank Kurth erfolgte Beleidigung der Wuppertaler Fans haben wir uns bereits in aller Form entschuldigt. Es steht außer Frage, dass dies hätte nicht erfolgen dürfen. Auch wenn es nicht – wie fälschlicherweise bei unterschiedlichen Medien behauptet – unser Stadionsprecher war, sondern ein enthusiastischer Fan, übernimmt Rot-Weiss Essen hierfür die Verantwortung. Gleichwohl erlauben wir uns den Hinweis, dass eine Kausalität zwischen den Aussagen in der Halbzeitpause und den Gewalttätigkeiten nicht herstellbar ist und sich Gewalttätigkeiten weder durch diese noch durch weitere vermeintliche Provokationen, wie z.B. Spruchbänder von Rot-Weiss Essen Fans, entschuldigen und erklären lassen. Jede Form von Gewalttätigkeit lehnen wir generell ab und verurteilen diese auf das Schärfste.

Gewalttätigkeiten und weitere strafbare Handlungen wurden nach vorliegenden Polizeiberichten schon lange vor dem Spiel am Essener Hauptbahnhof festgestellt und durch die Polizei geahndet. Die gewalttätigen Übergriffe im Gästeblock des Georg-Melches-Stadions, bei denen ein Ordner verletzt wurde, sind in der direkten Folge nach dem verbotenen Abbrennen von Feuerwerkskörpern passiert. Diese Feuerwerkskörper sind offensichtlich bereits vor dem Spiel trotz erhöhter Sicherheitsmaßnahmen in den Fanblock geschmuggelt worden und sind in der 56. Minute des Spiels entzündet worden. Zum Löschen des von Wuppertaler Anhängern gezündeten Feuerkörpers wurden RWE-Ordner flankiert vom beauftragten Sicherheitsdienst in den Gästeblock entsendet, woraufhin sich ein Handgemenge und entsprechende Gewalttätigkeiten entwickelten. Der genaue Ablauf steht derzeit noch nicht fest. Mit großem Entsetzen haben wir feststellen müssen, dass dabei ein Ordner des beauftragten Sicherheitsdienstes eine verbotene Teleskopstange mitgeführt und zum Einsatz gebracht hat. Dies wird von Rot-Weiss Essen in aller Entschlossenheit verurteilt und verfolgt. Alleine das Mitführen der Teleskopstange ist ein Vergehen und widerspricht allen Vereinbarungen und Vorschriften. Die Geschäftsführung der beauftragten Sicherheitsfirma hat sich inzwischen bei Rot-Weiss Essen entschuldigt und die Vorfälle ebenfalls verurteilt und Verantwortung übernommen, weitere Konsequenzen und Maßnahmen werden aktuell überdacht und eingeleitet. Sie können sicher sein, dass der betreffende Ordner bei Rot-Weiss Essen nicht wieder zum Einsatz kommen wird.

Als Folge der Gewalttätigkeiten im Gästeblock kam es zu verbalen Provokationen von Besuchern des Heimbereichs, wodurch sich die Polizei nach eigener Aussage zur Reaktion veranlasst sah. Beim Einsatz von sog. Pfefferspray wurden dann Essener Fans, u.a. Frauen und Kinder, verletzt. Unabhängig von der Klärung der Verhältnismäßigkeitsfrage bedauert Rot-Weiss Essen, dass es zu diesen Verletzungen gekommen ist. Mit Nachdruck werden wir mit den Sicherheitsträgern das Vorgehen analysieren und diskutieren und rufen Fans, die zur Aufklärung des Sachverhalts beitragen können, zur Mitarbeit auf. Hinweise werden an Rot-Weiss Essen oder direkt an die Polizeidienststelle erbeten.

Mit Freude und großer Erleichterung können wir heute feststellen, dass der verletzte RWE-Ordner nach einer geglückten ersten Operation das Krankenhaus inzwischen verlassen konnte und sich den Umständen entsprechend wohl fühlt. Eine weitere Operation in einigen Wochen ist notwendig, aktuell ist glücklicherweise aber nicht mit bleibenden Beeinträchtigungen zu rechnen. Der Verein Rot-Weiss Essen, seine Gremien, Mitglieder und Fans wünschen dem Ordner weiter gute Besserung, wünschen ihm und seiner Familie alles Gute und stehen ihnen bei allen nachfolgenden Fragen zur Seite. Die bereits eingeleitete strafrechtliche Verfolgung werden wir unterstützen, mit Nachdruck und aller Entschlossenheit zur Aufklärung beitragen und entsprechende Konsequenzen realisieren. Dass es zur Verletzung des Ordners und weiterer Personen gekommen ist, stimmt uns traurig und macht uns weiter fassungslos. Wir verurteilen in aller Schärfe die Gewaltausschreitungen und werden alle uns möglichen Wege ergreifen, solche in Zukunft zu verhindern. Alle Fußballfans rufen wir dazu auf, sich von Gewalttätern zu distanzieren, diese zu identifizieren, zu isolieren und so dazu beizutragen, dass es auch zukünftig friedliche und stimmungsvolle Fußballfeste geben kann.