1. Februar 2013

RWE feiert Geburtstag – Heute vor 106 Jahren…

Der 1. Februar ist für Rot-Weiss Essen nicht nur einfach einer von den 365 Tagen im Jahr. Der erste Tag im zweiten Monat des Jahres ist vielmehr ein ganz besonderer Tag für alle, die es mit den rot-weissen Farben halten. Denn am heutigen Tag vor exakt 106 Jahren, am 1. Februar 1907, wurde zum ersten Mal eine Fußball-Mannschaft unter dem Vereinsnamen „Sportverein Vogelheim“ gegründet. Entstanden ist dieser Verein aus einer Fusion der Gemeinschaften „SC Preußen“ und „Deutsche Eiche“. Dieser kleine Sportverein aus Essen-Vogelheim sollte Jahre später schließlich zu dem Verein werden, der noch heute über die Landesgrenzen hinaus eine bemerkenswerte Bekanntheit genießt: Rot-Weiss Essen.

Dass die Wurzeln des Deutschen Meisters von 1955 und DFB-Pokalsiegers vom 1953 im Stadtteil Vogelheim zu finden sind, ist kein Zufall. Denn dort, genauer gesagt in der heutigen Hafenstraße 210, wohnte eine Familie, die sich wie keine zweite um den Verein von der Hafenstraße verdient gemacht hat: Die Familie Melches. Die Söhne der Familie, Hermann und Georg, jagten zu Beginn des Jahrhunderts täglich mit ihren Freunden auf „Breilmanns Wiese“ oder „Overbecks Gelände“ dem runden Leder hinterher. In der häuslichen Waschküche fiel dann der Startschuss einer bislang 106-jährigen Geschichte. An jenem 1. Februar gründeten die Melches-Söhne den SV Vogelheim. Georg Melches brachte es zu diesem Zeitpunkt auf gerade einmal 13 Jahre Lebenserfahrung. Als erster Vorsitzender des Vereins engagierte sich Vater Heinrich Melches, ein damaliger Betriebsführer und Direktor der Emscher-Schächte. Fortan fungierte die Waschküche im Kellergeschoss der Hafenstraße 210 als „Vereinslokal“ des Klubs.

Die ersten Spiele mit Wettbewerbscharakter absolvierte der junge Verein im Sommer 1910. Die erste Partie des Melches-Teams wurde gegen den Sportverein Essen-West am 26. Juni ausgetragen und gewonnen. Nur über die Höhe des Sieges streiten sich die Beteiligten bis heute. 3:1 oder 3:2 – eines dieser beiden Ergebnisse dürfte der Wahrheit entsprechen. Nicht weniger kurios waren auch die darauf folgenden Spiele wie etwa gegen Konkordia Borbeck. Im nachbarschaftlichen Duell wurde die Begegnung beim Stand von 3:2 für die Vogelheimer abgebrochen. Begründung: „Konkordia trat absichtlich in die Beine“. Nicht so nachbarschaftlich…

Ende des Jahres 1910 wurden Verhandlungen mit dem damaligen "Turnerbund Bergeborbeck" (kurz: TBBB) zur Gründung einer Fußballabteilung aufgenommen. Im August 1911 wurde der "Sportverein Vogelheim" schließlich in Fusion mit dem "Turnerbund Bergeborbeck" ein Verbandsverein und konnte somit an Meisterschaftsspielen teilnehmen. Die Zugehörigkeit zum TBBB sollte jedoch nur zwei Jahre andauern.

Im September 1913 trennte man sich wieder vom TBBB und wurde als „Spiel- und Sportverein Emscher-Vogelheim“ selbstständig. In den ersten Jahren des ersten Weltkrieges wurde der Spielbetrieb noch aufrecht erhalten, und die Mannschaft konnte sich sogar in der Spitzengruppe festsetzen. Nach dem Krieg änderte man den Namen in "Spiel und Sport 1912".

Im Jahre 1923 fusionierten die beiden Bergeborbecker Vereine "Spiel und Sport 1912" und der "Turnerbund Bergeborbeck" erneut miteinander. Die Idee, die hinter dieser Fusion steckte, war klar. Ein großer Verein könne mehr für die Idee des Fußballs werben als zwei kleine. Damit war der Verein "Rot-Weiss Essen" geboren.