1. Mai 2013

Vor 60 Jahren: Rot-Weiss Essen wird DFB-Pokalsieger

Der 1. Mai ist in der langen rot-weissen Vereinsgeschichte ein ganz besonderes Datum: 1953 – also vor genau 60 Jahren – wird Rot-Weiss Essen der erste DFB-Pokalsieger in der Geschichte des deutschen Fußballs.

Vor 40.000 Zuschauern im Rheinstadion in Düsseldorf gelang dem RWE im Finale ein 2:1 Sieg gegen die Alemannia aus Aachen und sicherte sich so den ersten großen Vereinserfolg nach dem zweiten Weltkrieg. Ein Titel, dem sich rund zwei Jahre später – im Juni 1955 – der Gewinn der deutschen Meisterschaft anschließen sollte. Bis heute können diese Jahre ohne Zweifel als die Erfolgreichsten in der Vereinshistorie bezeichnet werden.

Doch bis zum Gewinn des DFB-Pokals, der in der Saison 1952/1953 erstmalig nach dem zweiten Weltkrieg ausgetragen wurde und den damaligen Tschammerpokal ablöste, war es ein weiter Weg für die damaligen Helden. Die Mannschaft rund um den „Boss“ Helmut Rahn verstärkte sich noch zu Beginn der Saison 1952/53 mit Torhüter Fritz Herkenrath und Franz „Penny“ Islacker. Eine Maßnahme, die sich in den kommenden Jahren auszahlen sollte. Die große rot-weisse Mannschaft der 50er Jahre zeigte gleich in ihrer ersten gemeinsamen Saison, dass sie in der Lage war, Titel zu gewinnen.

Der damalige DFB-Pokal umfasste 32 teilnehmende Mannschaften, die sich über die jeweiligen Pokalwettbewerbe der einzelnen Regionalverbände qualifizierten. War ein Spiel auch nach der Verlängerung noch nicht entschieden, wurde ein Wiederholungsspiel ausgetragen. Rot-Weiss Essen, damals in der erstklassigen Oberliga West unterwegs, empfing in der Vorrunde die zweitklassige Mannschaft vom SSV Jahn Regensburg. Ein deutliches 5:0 zeigte der Konkurrenz bereits früh, über welche Mannschaft in dieser Saison der Pokal zu erreichen war. Auch der VfL Osnabrück stellte im Achtelfinale keine Hürde dar und wurde standesgemäß mit 2:0 nach Hause geschickt. Im Viertelfinale wartete dann der erste wirkliche Prüfstein auf die Mannschaft von Trainer Karl Hohmann. Mit dem Hamburger SV kam der dominante Verein der Oberliga Nord an die Hafenstraße. Nachdem es auch nach der Verlängerung noch 1:1 stand, wurde nach damaligem Regelwerk ein Wiederholungsspiel in Hamburg terminiert. Entgegen den Erwartungen schenkten die Essener den chancenlosen Hamburgern sechs Auswärtstore ein und gewannen die Partie völlig souverän mit 6:1. Noch zwei Spiele bis zum ersten großen Vereinserfolg.

Im Halbfinale wartete nun mit dem SV Waldhof Mannheim, der neben der SpVgg Fürth auch den zweiten Hamburger-Vertreter, Concordia Hamburg, aus dem Wettbewerb geworfen hatte, ein starker Gegner. In einer packenden Partie konnten sich die Essener zu Hause knapp mit 3:2 durchsetzen. Das Finale vor genau 60 Jahren – am 1. Mai 1953 in Düsseldorf – war mit diesem Erfolg gebucht und entschied sich gegen den damaligen direkten Konkurrenten aus der Oberliga West Alemannia Aachen mit dem späteren Bundestrainer Jupp Derwall. Vor 40.000 Zuschauern im Rheinstadion in Düsseldorf sicherte sich Rot-Weiss Essen nach Toren von Franz Islacker (32.) und Helmut Rahn (52.) dann den DFB-Pokal. Zwar konnte Jupp Derwall in der 56. Minuten noch den Anschlusstreffer zum 1:2 erzielen, mehr gelang den Aachenern aber bis zum erlösenden Schlusspfiff nicht mehr.

So kam es, dass an diesem 1. Mai 1953 vor genau 60 Jahren August Gottschalk, als erster Mannschaftskapitän überhaupt, den Pokal des deutschen Fußballbundes in Richtung Düsseldorfer Himmel strecken und Rot-Weiss Essen den ersten großen Titel in der Vereinsgeschichte feiern konnte. Ein Erfolg für die Ewigkeit.