4. August 2013

Rehhagel: „Die Stimmung an der Hafenstraße war immer einzigartig!“

Bundesliga-Legende Otto Rehhagel im Interview mit der „kurzen fuffzen“.

Herr Rehhagel, am Dienstagabend wird gegen Werder Bremen die vierte Tribüne „Alte West“ im Stadion Essen eingeweiht. Beschreiben Sie bitte, was in Ihnen vorging, als Sie 1960 zum ersten Mal für Rot-Weiss Essen in Richtung Westtribüne aufliefen?

Ich war als Kind und Jugendlicher schon an der Hafenstraße und habe gerade in der Meistersaison 1955 etliche Spiele gesehen. Es gab für mich nichts Größeres, als zu Rot-Weiss zu gehen. Die Stimmung im Georg-Melches-Stadion war immer einzigartig. Als ich dann selber dort auf den Rasen treten durfte – das war überwältigend: Ich habe mit meinen Idolen wie Penny Islacker in einer Mannschaft gespielt und wir wurden von den Fans aus der Weskurve angefeuert. So etwas vergisst man nicht. Ich bin mir sicher, dass die Essener Anhänger das neue Stadion Essen wunderbar mit ihren Gesängen und mit Leben füllen werden.

RWE tritt heute gegen Werder Bremen an. Mit den Hansestädtern wurden Sie je zweimal Meister (1988, 1993) sowie Pokalsieger (1991, 1994) und holten 1992 noch den Europapokal der Pokalsieger. Hätten Sie nicht aus alter Verbundenheit zu Rot-Weiss den 94er-Titel im Pott lassen können?

Aus alter Liebe und Verbundenheit zu RWE und zu meiner Heimatstadt hätte ich privat nichts dagegen gehabt. Aber Job ist Job: Als Spieler und als Trainer willst du deine Spiele gewinnen und natürlich auch Titel holen. Aber gerade wegen der Fanfreundschaft zwischen Rot-Weiss und Werder war das Finale in Berlin einzigartig – nicht nur für mich. Wo gibt es das denn noch, dass sich die Anhänger beider Finalisten nach dem Spiel in den Armen liegen?

Das komplette Interview gibt es am Dienstag im Stadion-Magazin "kurze fuffzehn".