22. August 2013

Initiative GMS feiert Melches‘ 120. Geburtstag

Auch nach dem Abriss des Georg-Melches-Stadions geht der Einsatz der „Initiative GMS – Gemeinsam mehr schaffen“ weiter. Als aktive „Kulturgutschützer“ will die Initiative in veränderter Form die Wurzeln und Werte von RWE wahren und dabei auch das Andenken an den Vereinsgründer Georg Melches wachhalten. Am kommenden Samstag, 24. August, jährt sich der Geburtstag von Georg Melches zum „120.“ Mal (1893). Dazu hat die Initiative GMS u.a. eine Anzeige in WAZ und NRZ geschaltet.

Schon am Vorabend dieses 120. Geburtstagsjubiläums, am Freitagabend beim Heimspiel gegen Alemannia Aachen (18.30h), wird die Initiative GMS dazu mit Unterstützung des Vereins 120 große, rote und weisse Ballons mit dem Gesicht von Georg Melches gen Himmel steigen lassen.

Am Samstag lädt die Faninitiative dann allerseits offen um 17 Uhr zu einer speziellen Veranstaltung zu "120 Jahre Georg Melches" in die neuen Räume des AWO-Fanprojektes ein, in "Melches Hütte" an der Hafenstraße 99a (ehemaliger Parkplatz 3).

Dabei wird u.a. Olaf Oldokat aus Kleve sein in anderthalb Jahren Bauzeit entstandenes, detailgetreues GMS-Modell (Maßstab 1:100; etwa Größe einer Tischtennisplatte) öffentlich vorstellen. "Das Georg-Melches-Stadion war mein zweites Wohnzimmer!", sagt der 67-jährige Jungsenior eindrücklich, der bis vor 15 Jahren nahe der Hafenstraße lebte und auch jetzt noch regelmäßig zu RWE kommt. 1956, ein Jahr vor Fertigstellung der Haupttribüne, nahm sein Vater den damals 10-Jährigen mit zu RWE und seit dem hängt sein Herz an RWE. Mit dem Modell will er einzigartige Erinnerungen wachrufen und manchen Menschen und Originalen der GMS-Geschichte ein Denkmal setzen.

Außerdem wird direkt darauf folgend gespannt Uwe Wick in Melches Hütte erwartet. Der RWE-Vereinshistoriker hält dort einen anschaulichen und bildreichen Vortrag zum Thema: "Georg Melches – vom Vereinsgründer zum rot-weissen Mythos". Der Autor des Buches "An der Hafenstraße, RWE" (mit Georg Schrepper) über die Geschichte von RWE und seiner Vereinsanlagen geht dabei besonders auf Georg Melches als jugendlichen Spieler und Vereinsgründer, Fußballobmann, Funktionär, Mäzen und Ehrenvorsitzenden ein. Uwe Wick zeigt außerdem seine Bedeutung bei den großen Erfolgen der 50-er Jahre auf, beim Deutschen Pokalsieg 1953 und der Meisterschaft 1955 und beim Bau – wie er sagt – "einer der modernsten Stadionanlagen mit der 1957 eingeweihten Haupttribüne". Wick weiter: "Ein Jahr nach seinem Tod wurde das RWE-Stadion 1964 in Georg-Melches-Stadion umbenannt. Damit begann endgültig der Mythos Georg Melches!".

Nach dem Bilder-Vortrag ist Zeit für Fragen und zum Gespräch. Herzlich eingeladen ist dazu jedermann kostenfrei, besonders auch, wer noch persönliche Erinnerungen an Georg Melches beisteuern kann. Einzelne haben dazu ihr Kommen in Aussicht gestellt. Das Ende der Veranstaltung ist etwa gegen 19 Uhr geplant.

Uwe Wick ist hauptberuflich am Willi-Gebhard-Institut der Universität Duisburg-Essen und darüberhinaus mit sportgeschichtlichen Themen seit 1990 beschäftigt. Vor Jahren gestaltete er die Ausstellung "Der Ball ist rund!" im Oberhausener Gasometer zur Geschichte des deutschen Fußballs mit. Zur Zeit arbeitet er an der Konzeption des Deutschen-Fußball-Museums in Dortmund mit, wofür er auch schon RWE-Ausstellungsstücke wie die "Kurze-Fuffzehn"-Statue und weitere markante Exponate gesichert hat. Ehrenamtlich ist er seit einigen Jahren RWE-Archivar und Vereinshistoriker.

Für Voranmeldungen ist die Initiative GMS dankbar. Sie sind zwar nicht Bedingung zum Kommen, erleichtern aber die Vorbereitung. Dazu und für Rückfragen: kontakt@georg-melches-stadion.de oder lawrenz.joerg@web.de und 0179-6646020.

Das "Melches-Jahr 2013" hat die Initiative GMS im Frühjahr mit Beteiligung von RWE, dem AWO-Fanprojekt, dem RWE-Fanbeauftragten Lothar Dohr,   den Ultras Essen, der Fanförderabteilung FFA und dem 1. SC Rot-Weiss Fanclub ausgerufen. Damit will die Gruppe Geschichte und Tradition in einem Jahr vieler RWE- und Melches-Jubiläen lebendig erhalten. In diesem 50. Jahr seit Bundesliga-Gründung und dem ersten Jahr ohne das GMS soll Georg Melches in Erinnerung bleiben und zwar nicht nur als Vereinsvater und Vater der großen RWE-Erfolge der 1950-er Jahre oder als Bauherr dieses nach ihm benannten Stadions und dessen Haupttribüne, sondern auch als einer der ersten Gründerväter der Bundesliga

Im Rahmen dieses Melches-Jahres hat die Initiative GMS u.a. mit rund 50 Teilnehmern am 24. März zum 50. Jahrestag des Todes von Georg Melches sein Grab besucht und die Medien auf dieses Datum aufmerksam gemacht. Als der RWE-Gründer am 24. März 1963 kurz vor dem Beginn der damals noch sehr umstrittenen Bundesliga starb, ging damit auch einer der ersten und langjährigsten Vorkämpfer gegen viele Widerstände für diese Liga neben dem damaligen FC-Köln-Präsidenten Franz Kremer. Weiterer Einsatz der Initiative GMS im Melches-Jahr waren bisher Würdigungen zu 60 Jahren Pokalsieg gegen Alemannia Aachen und nun will man auch dem "120." Jahrestag des Geburtstages von Georg Melches einen aktiven Raum im Club-Leben und für die Öffentlichkeit schaffen.

Bereits im Juni zur Jahreshauptversammlung von RWE hat die Initiative GMS eine auf 1907 limitierte, rot-weisse Sammler-Postkarte zu 120 Jahren Georg Melches herausgebracht, die seitdem im Umlauf ist. Wenige Exemplare sind noch vorhanden und sind gegebenenfalls bei der Initiative GMS erhältlich.