23. Dezember 2013

Teil 2 des rot-weissen Hinrunden-Rückblicks: Über Wille und Moral zum Erfolg

Früher als geplant begann für die Elf von der Hafenstraße die Winterpause. Durch die Spielausfälle in Siegen und Köln endete die Pflichtspiel-Hinrunde für die Rot-Weissen bereits mit der Partie gegen den VfL Bochum II am 7. Dezember. Wir blicken zurück auf eine gewohnt ereignisreiche Hinrunde an der Hafenstraße.

Nach zwei Siegen hintereinander wollten die Rot-Weissen mit einem Derbysieg in Oberhausen den Hattrick perfekt machen. Doch bereits nach 10 gespielten Minuten erhöhte der Schiedsrichter kurzerhand den Schwierigkeitsgrad dieses Vorhabens. Bei einem Schuss von David Jansen verwechselte der Unparteiische den rechten Oberschenkel von Alexander Langlitz mit dessen Hand und schickte den rot-weissen Außenverteidiger unberechtigter Weise unter die Dusche. Als der entsprechende Elfmeter dann auch noch den Weg in die Maschen fand, war dies aber erst der Beginn einer verkorksten ersten Halbzeit. Denn als wäre dies noch nicht genug, verletzten sich in Halbzeit eins sowohl Roberto Guirino, als auch Daniel Schwabke. Beide sollten Waldemar Wrobel danach monatelang nicht zur Verfügung stehen und gesellten sich damit zu den Langzeitverletzten Cebio Soukou und Maik Rodenberg.

Viel Moral aber wenig Punkte

Auch im folgenden Heimspiel gegen Aufsteiger KFC Uerdingen erlebten die Rot-Weissen eine bittere erste Halbzeit. Mit einem 0:2-Rückstand ging es nach 45 Minuten in die Kabine. Nach dem Seitenwechsel präsentierte sich die Mannschaft von der Hafenstraße dann aber wie ausgewechselt. Bis in die zweite Minute der Nachspielzeit kämpfte RWE gegen die drohende Niederlage. Michael Laletin drückte den Ball letztendlich über die Linie und sorgte damit kurz vor Abpfiff noch für eine Punkteteilung. Ähnlich lange dauerte es auch gegen die SSVg Velbert und die SG Wattenscheid. In Velbert köpfte Christian Knappmann erst in der 90. Minute zum 1:0-Siegtreffer ein, während die Rot-Weissen im Heimspiel gegen Wattenscheid nach 80 Minuten den 0:2-Rückstand aufgeholt hatten.

Zur Partie gegen Schalke II kehrte dann mit Maik Rodenberg ein echter Hoffnungsträger auf den grünen Rasen zurück. Der Abwehrturm zeigte trotz monatelanger Abstinenz bereits bei seinem ersten Auftritt,  wie wichtig er für die Rot-Weissen ist. Leider reichte es in der Herner Mondpalast-Arena nicht zum Sieg, obwohl dieser aufgrund der starken Leistung der Wrobel-Elf durchaus verdient gewesen wäre. Und so gelang es den Rot-Weissen noch nicht, den häufig bemühten Knoten zum Platzen zu bringen. Nach einer deutlichen und verdienten Niederlage gegen Fortuna Köln konnten auch drei Punkte gegen einen starken SC Verl nicht die erhoffte Siegesserie in Gang setzen. So reichte es in den anschließenden zwei Partien gegen Köln II und den SV Lippstadt jeweils nur zu einer Punkteteilung.

Knoten geplatzt

Zum Start einer solchen Serie hatten sich die Rot-Weissen aber ein besonderes Duell ausgesucht. Der Vorjahres-Meister Sportfreunde Lotte gastierte am 8. November im Stadion Essen und bekam an der Hafenstraße zu spüren, zu was Mannschaft und Fans der Rot-Weissen im Stadion Essen gemeinsam in der Lage sind. Bis zu diesem Zeitpunkt ungeschlagen wurden die Sportfreunde in der ersten Halbzeit von der rot-weissen Spielkunst dominiert und bissen sich in der zweiten Hälfte an einer aufopferungsvoll kämpfenden Wrobel-Elf die Zähne aus. Durch die Tore von Marcel Platzek und Kevin Pires-Rodrigues fuhr RWE endlich wieder einen Heimsieg ein, der durch zahlreiche Chancen durch Benedikt Koep und besonders Marcel Platzek sogar noch höher hätte ausfallen können.

In den folgenden Spielen erging es den Zweitvertretungen von Borussia Mönchengladbach und dem VfL Bochum ähnlich. Auch sie bekamen den quirligen Marcel Platzek nicht in den Griff. Dabei waren gerade die Jungfohlen bestens über die Qualitäten der rot-weissen Offensivkraft informiert, wechselte Platzek doch erst vor der Saison aus Gladbach an die Hafenstraße. Gleich drei Mal schlug der Neuzugang gegen die Elf von Sven Demandt zu und hatte damit beim 3:2-Sieg seiner Elf maßgeblichen Anteil an weiteren drei rot-weissen Punkten. Nur eine Woche später  war es ebenfalls Platzek, der von den starken Kombinationen seiner Mitspieler profitierte. Gegen die durch vier Profis verstärkte Elf aus Bochum netzte die rot-weisse Nummer 9 zum 1:0-Heimsieg ein und sorgte damit für einen versöhnlichen Ausklang der rot-weissen Hinrunde.

Auf in die Rückrunde

Nach einer durchwachsenen ersten Hinrundenhälfte voller kurioser Spielverläufe hat RWE in den letzten Begegnungen eindrucksvoll bewiesen, wie viel Klasse und Wille in der Mannschaft steckt. Durch die Rückkehr der zahlreichen Langzeitverletzten dürfen sich die RWE-Fans darüber hinaus in der Rückrunde auf eine starke rot-weisse Elf freuen. Aufgrund der ausgeglichenen Liga ist das Saisonziel nur sechs Punkte entfernt. Dementsprechend fiebert die Elf von Waldemar Wrobel bereits dem Rückrundenstart entgegen.