31. Dezember 2013

„Wassser!“: Rückblick, Einblick und Ausblick von Dr. Michael Welling zum Jahreswechsel

„Er hat es wieder getan“, stöhnte die rot-weisse Abteilung Kommunikation, als RWE-Geschäftsführer Dr. Michael Welling gut gelaunt seinen fünfseitigen (!) Neujahrsgruß vorstellte. Der Mann hat nun mal einiges zu sagen. Und weil er Chef der RWE-Geschäftsstelle ist und das zurückliegende Jahr immerhin zwölf Monate lang und ziemlich ereignisreich war, hier nun der durchaus launige und lesenswerte Neujahrgruß für alle Rot-Weiss-Fans und solche, die es im kommenden Jahr werden sollten!

Liebe RWE-Fans,
der Jahreswechsel ist immer der Moment des Innehaltens, des Zurückschauens und des Vorausblickens. Auch ich habe das einmal gemacht und das Jahr Revue passieren lassen. Ganz subjektiv, ganz individuell. Ist länger geworden als ich es vorher dachte, ist sicherlich kein großer Erkenntnisgewinn, aber vielleicht dennoch für den einen oder die andere interessant.

Für alle, die sich das Lesen sparen, schon jetzt:
Ein frohes neues Jahr 2014!
Nur der RWE!
Ihr/Euer Michael Welling

Wasser! Wenn man in einigen Jahren einmal eine Chronik der letzten Jahre schreiben wird und dabei jedes Jahr mit nur einem Wort kennzeichnen will, dann wird das (Un-)Wort des Jahres 2013 ganz eindeutig „Wasser“ sein. Schon der Jahresbeginn 2013 war durch Wasser, dabei zunächst in seiner gefrorenen Form, geprägt, als das geplante Freundschaftsspiel gegen den 1 FC Köln nicht stattfinden konnte, weil der Boden Schnee bedeckt und die Zuschauerränge vereist waren – und wir die Rasenheizung (beinahe das „Unwort“ des Jahres) nicht anmachen wollten, konnten oder durften. Nach einer auch durch die Platzzustände unrunden Vorbereitung waren dann aber alle heiß darauf, dass es endlich wieder losgeht. Und dann: Ein Wasserballspiel gegen Verl, das hatte definitiv nichts mit Fußball zu tun, der Platz war einfach komplett unbespielbar, auch wenn der Schiedsrichter dies vor dem Spiel anders gesehen hatte. Ehrlicherweise muss ich zugeben: ich hatte nach 20 Minuten gehofft, dass er das Ding abbricht, ich hatte zudem gehofft, dass unsere Jungs versuchen, sich den Bodenverhältnissen anzupassen, was dann einfach nicht gelang. Das Spiel und damit der Rückrundenauftakt waren komplett ins Wasser gefallen.

Wasser auf die Mühlen der Kritiker war, was nach einigen erfolgreichen und torreichen Spielen kam: Was folgte war schlicht durchwachsen und jede Kritik zu dieser Zeit berechtigt. Wir haben Spiele zum Vergessen abgeliefert, die wir aber eben auch nicht vergessen dürfen: Hüls, Höni, Gladbach zu Hause. Diese Spiele waren peinlich, jede andere Bezeichnung wäre falsch. So dürfen wir uns als Rot-Weiss Essen trotz mancher Verletzungsprobleme nicht präsentieren. In Duisburg waren wir einfach nur schwach, einzig unsere Fans waren großartig und haben den trüben Tag und den traurigen Rahmen im großen Stadion des MSV etwas bunter gemacht. Und auch das Derby gegen die Nachbarn aus Kray hätten wir für uns entscheiden müssen. Vielleicht war es bei dem Spiel so, wie Vincent Wagner es offen zugegeben hatte: Wir haben am Nachmittag mitbekommen, wie Lotte (mal wieder) ein verloren geglaubtes Spiel in der letzten Minute dreht und die sanften Hoffnungen, doch noch oben dabei zu sein, verflogen sich, die Konzentration ging verloren und dann kriegt man das Ding trotz guter Chancen nicht ins Tor der tapfer kämpfenden Krayer, die hinten raus sogar noch die besseren Chancen hatten. Aber, trotz der Umstände, so ein Spiel muss man gewinnen. Vor allem die Fülle der Partien, die enttäuschend waren, macht es eben schwer, das Spiel zu verzeihen.

Einschneidend war aus meiner Sicht vorher aber die verdiente Niederlage gegen Fortuna Köln, die uns körperlich unsere Grenzen aufgezeigt haben. Auch wenn es nur 0:1 verlorgen ging und wir auch Chancen hatten, gefühlt haben wir in diesem Spiel gegen eine abgezockte Männermannschaft verdient und eindeutig verloren, obwohl wir bis zu dem Zeitpunkt ebenfalls noch Hoffnungen „nach oben“ hatten und uns später auch wieder machen konnten.

Wasser trotz eines Sieges schien hingegen die Lotte zu trinken, als die mit einem Sieg gegen uns im „Heimspiel“ den letztlich verdienten Meistertitel errungen haben, aber einzig unsere Fans gefeiert hatten. Was vor dem Spiel (Assi- und Proletentour bleibt mir im Kopf), während des Spiels (alle im Trikot) aber vor allem nach dem Spiel auf den Rängen passiert ist, war einfach beeindruckend. Wenn ich heute noch daran denke, bekomme ich eine Gänsehaut und auch unsere Spieler haben deutlich gemacht bekommen, was den Mythos RWE ausmacht. Als die Lotter ihr Wasser auf den Sieg tranken, längst umgezogen und gedanklich wohl schon beim Relegationsspiel, feierten unsere Fans noch immer. Danke für diese Momente nach einer eben durchwachsenen Rückrunde. Danke auch an die Jugend, die im letzten Spiel der Saison ins kalte Wasser geworfen wurde und gegen die Sportfreunde aus Siegen gewannen und so für ein versöhnliches Ende der Saison gesorgt haben. Wenn man die einzelnen, zugegeben schlechten, Spiele ausblendet und das Ganze der Saison 2012/13 sieht, haben wir mit dem 4 Platz aber mehr erreicht, als wir uns vor der Saison haben vorstellen können. Haben die Saison – auch wenn gefühlt mehr drin gewesen wäre – erfolgreich abgeschlossen und uns stetig verbessert, seit wir 2010 in der Insolvenz und damit in der 5 Liga gelandet waren.

Wasser! Was nicht möglich schien, war dann aber auch wieder für den Saisonstart der Saison 2013/14 das prägende Element. Nach guter Vorbereitung und ambitionierter Zielformulierung (wir woll(t)en unter die TOP 3) haben wir uns nach der Sommerpause auf den Knaller zum Auftakt gefreut. Der noch ambitioniertere und finanziell (nun sagen wir mal:) auf Rosen gebettete Favorit Viktoria Köln sollte sich zum ersten Saisonspiel und damit auch zum ersten Spiel an der Hafenstraße mit vier Tribünen vorstellen. Die Fans sollten ihre neue alte Heimat, die Westkurve, einnehmen und sollten uns unterstützen. Wir waren gut drauf – bis das Wasser kam. In der Nacht von Donnerstag auf den Freitag vor dem Spiel bekam ich eine SMS wonach es einen Wasserschaden gäbe. Da stellt man sich einiges vor, aber das Ausmaß des Schadens konnte ich mir erst am nächsten Morgen anschauen und es hat meine Vorstellungen überstiegen. An Fußball war nicht zu denken, an Arbeiten zunächst auch nicht. Der Saisonauftakt war ins Wasser gefallen, die Spannung bei den Jungs fiel ab. Wenn man das Gute im Schlechten sucht, dann war es dies: mit großer Anstrengung und viel Improvisation gelang es uns gemeinsam (sic!) mit der GVE das Spiel gegen Werder Bremen zu retten.

So wird dann in den Chroniken in einigen Jahren das Werder-Spiel als das wahre Eröffnungsspiel eingehen, das erste Spiel von Rot-Weiss Essen und das erste richtige Fußballspiel vor vier Tribünen im „Stadion Essen“, das ein Spiel unter Freunden und unter Flutlicht war. Irgendwie passend und für das Selbstwertgefühl wichtig, verzichtet hätten wir aber vor allem gerne auf die Verletzung von Cebio, der sich ohne Gegnereinwirkung das Knie verdrehte und bis heute ausfällt.

Wasser sucht sich bekanntlich den leichtesten Weg, den haben wir zum Saisonauftakt nicht gefunden. Gerade die Spiele zu Hause waren davon gekennzeichnet, dass wir immer wieder Rückständen hinterherlaufen mussten. Das war gegen Leverkusen so, war dann im Spiel gegen die Viktoria so. Wir sind wiedergekommen, in allen Spielen nahezu, hätten – Fußball ist einfach „hätte, hätte Fahrradkette“ – gegen die Viktoria kurz vor Schluss sogar in Führung gehen können und kriegen dann in einem wahren Hexenkessel (dass der Gegner nicht in der vollen Spielerzahl das Spiel beendete war nicht nur der aufbrausenden Art des Torwarts sondern vor allem den Rängen geschuldet) die kalte Dusche kurz vor Schluss durch einen Elfmeter gegen uns. „Hätte“ und „könnte“ macht nun keinen Sinn mehr, was wir mitnehmen ist, dass wir mit den Mannschaften „oben“ mithalten können, was wir vor allem mitnehmen ist, dass das neue Stadion durch unsere Fans in der Lage ist, seinen Zauber zu entfalten, die Hafenstraßenatmosphäre zu entwickeln, die alle so sehr lieben, die aus Essen kommen und die unsere Gegner zu spüren bekommen. Diese Stimmung ist also möglich, gerade in vielen Spielen der Hinserie haben wir diese mitunter auch verspürt, auch wenn wir eben nicht überzeugt haben. Wiederum: gut ist, dass wir oft Rückstände aufgeholt haben, gut ist, dass wir „nur“ vier Mal verloren haben, dabei lediglich gegen Fortuna Köln komplett chancenlos waren.

Auch dieses Spiel für mich wieder einschneidend: Die Niederlage in der Vorsaison war einschneidend und wir waren davon ausgegangen, dass wir weiter sind, wieder hat uns die Fortuna aber die Grenzen aufgezeigt, diesmal auch im Ergebnis deutlich. Die Mannschaft aus Köln steht verdient oben, auch wenn die Fortunen sicherlich den ein oder anderen Euro ausgeben können, ist es beeindruckend, wie konstant sie spielen und wie konsequent sie punkten, auch gegen die Mannschaften von unten. Das fehlt uns einfach noch. Denn: Wir haben gegen drei Aufsteiger zu Hause lediglich unentschieden gespielt, wir haben einfach zu Hause zu wenig Punkte und zu wenig Siege geholt. Wir haben uns sehr schwer getan, daher war es auch folgerichtig, dass die Mannschaft den Gegenwind zu spüren bekam, dass gepfiffen wurde.

Allerdings: trotz aller berechtigter Kritik lautet meine Bitte, den Unmut nach den Spielen zu äußern, während des Spiels brauchen die Jungs einfach jede Unterstützung. Wir sind (noch) nicht so weit, dass wir es finanziell mit den von Mäzenen alimentierten Klubs wie Fortuna, Lotte und Viktoria aufnehmen können, wir müssen andere Dinge in die Waagschale werfen, dazu gehören Teamgeist, Einsatzwille und Organisation auf dem Platz, dazu gehört aber vor allem, dass wir den größten Vorteil, den wir haben – nämlich euch Fans! – auch als Vorteil nutzen, dass wir davon profitieren. Ohne Zweifel: dies war überwiegend der Fall, im Spiel gegen Wattenscheid ist das aber komplett gekippt, das war für alle Beteiligten überraschend. Vielleicht musste das auch einfach mal so sein, mein Dank aber dafür, dass nach einer Aussprache die Unterstützung komplett wieder da war, das hat der Mannschaft geholfen. Natürlich kann man sagen: „Die müssen das aushalten!“ Das müssen sie auch.

Aber schöner ist es dennoch, wenn man sich gegenseitig unterstützt, wenn der berühmte Funke von den Rängen auf die Mannschaft überspringt oder vom Platz auf die Ränge. Dies war der Fall im Spiel gegen Lotte, in dem wir nicht nur früh in Führung gegangen sind, sondern auch überzeugend gekämpft, verdient gewonnen haben (auch wenn das der gegnerische Trainer anders gesehen haben mag) und einen überaus stimmungsvollen Abend genießen konnten. Gegen Ende der Hinserie haben wir wieder etwas in die Spur gefunden, haben gepunktet und konnten gewinnen. Einzig in der Tabelle sind wir nicht nach oben gekommen, was einmal mehr verdeutlicht, wie sehr der Saisonauftakt in die Hose gegangen ist.

Wasser soll dann wieder der Grund dafür gewesen sein, dass wir zum Ende des Jahres die Erfolgsserie nicht haben ausbauen können. Die Spiele in Siegen und in Köln sind wegen „Unbespielbarkeit des Platzes“ ausgefallen und wurden, trotz des vor der Saison geplanten Termins, nicht mehr nachgeholt. Na herzlichen Glückwunsch! Ganz ehrlich: Wenn bei den Temperaturen und Umständen die Spiele nicht stattfinden, dann sollten wir zum Hallensport wechseln. Die Briten haben ihren Boxing-Day und wir können nicht Mitte Dezember spielen. Ich habe mich maßlos geärgert, in Köln vor allem auch über die Kurzfristigkeit der Absage durch die Kölner Sportstättenbetriebe, als sich schon viele Fans in Bussen oder Sonderzügen befanden. Ich bin überzeugt davon, dass bei gleichen Umständen im September oder Oktober niemand ernsthaft eine Absage in Erwägung gezogen hätte. Gut, sei es drum. Man wird positiv fatalistisch, man kann es aber auch drastisch sagen: Scheiß 4. Liga! Denn auch in den Ligen über uns, unseren Sehnsuchtsorten, wären die Spiele nicht abgesagt worden, die TV-Sender hätten – hier zu Recht – gelacht und Ihre Möglichkeiten gezeigt. So werden wir also im neuen Jahr spielen – sofern Wasser in gefrorenem Zustand uns nicht daran hindert, was zumindest beim Blick in die Wetterhistorie wahrscheinlicher ist, als es dies im Dezember war …
Wasser hat also das Jahr 2013 geprägt. Das Jahr war sportlich durchwachsen, war von Höhen und Tiefen geprägt, wobei in der Rückschau die Tiefen auch aufgrund unserer gewachsenen Ansprüche präsenter sind. Ein weiterer Tiefpunkt war – auch das darf an dieser Stelle nicht verschwiegen werden – für mich die Verhinderung des Films „Blut muss fließen“, den das AWO-Fanprojekt in Melches Hütte zeigen wollte, dabei vollkommen unabhängig von der Motivlage, die, auch das muss man zugeben, sich sehr komplex zeigt und vor allem komplexer ist als ein einfaches „das waren Rechte“ wie es sich Anfangs auch für uns darstellte. Unabhängig von der Komplexität war es traurig, dass die gute Arbeit des Fanprojekts in den vergangenen Jahren durch die Verhinderung gefühlt mit Füßen getreten wurde, die gute Arbeit von Claudia und Roland, deren Aufgabe es ist, aufklärerisch und gewaltpräventiv zu wirken. Und auch wenn ich durch Gespräche inzwischen besser verstehe, wie es gemeint ist, kann ich auch noch immer vor diesem Hintergrund (!) nichts mit der vereinfachenden Parole „keine Politik, nur der RWE“ anfangen.

Natürlich darf und soll das Stadion nicht parteipolitisch werden und natürlich sollten wir uns nicht mit politischen Diskussionen beschäftigen, dafür gibt es viele andere Plattformen und entsprechende Möglichkeiten. Aber ebenso natürlich sollte es sein, dass man sich gegen jede Form von Diskriminierung und Rassismus, gegen jede Form von Homophobie und Anti-Semitismus ausspricht und sich für Toleranz und Menschlichkeit einsetzt. Das wiederum ist nicht politisch, das ist die Grundlage unserer Gesellschaft, das sind daher auch die Grundwerte, die den Verein Rot-Weiss Essen ausmachen. Daher war das Zeichen, welches wir gemeinsam mit der AWO und der GVE durch die Filmvorführung gesetzt haben, sehr wichtig und ich danke allen, die dabei gewesen sind. In der Diskussion konnten dann nicht alle Perspektiven erörtert werden, ich hoffe, dass die Diskussion in den nächsten Monaten und Jahren weitergeht und so die Filmverhinderung letztlich etwas Gutes hatte. Der Dialog sollte im Fokus stehen, dazu müssen wir alle bereit sein und dafür müssen wir gemeinsam arbeiten.

Diese gemeinsame Arbeit beginnt direkt mit dem Jahresanfang und ich hoffe, dass es ein anderes, positiv besetzteres Wort sein wird, das als Überschrift über das Jahr 2014 gesetzt werden kann. Ich persönlich blicke zumindest sehr positiv auf das neue Jahr. Ich freue mich auf einige Hightlights in den Heimspielen, so das Derby gegen Oberhausen und die U23 unserer nördlichen Nachbarn, vor allem freuen wir uns aber auch schon jetzt auf das Halbfinalspiel gegen den MSV Duisburg. Wir werden als Außenseiter in diese Partie gehen, Duisburg wird als Drittligist als Favorit ins Spiel gehen und kann eigentlich nur verlieren. Wir hingegen können mit unseren Fans im Rücken nur gewinnen und ich bin sicher, dass es zum einen viele Fans sein werden, die uns unterstützten und ich bin sicher, dass die Stimmung ähnlich positiv bekloppt sein wird, wie im Spiel gegen die Viktoria aus Köln oder genauso prickelnd wie gegen die Sportfreunde Lotte.

Diese Spiele werden wir ohne Christian Knappmann bestreiten, eine Verpflichtung vor der Saison, die höchst umstritten war, ein Spieler, der vor der Saison aber auch in der Saison polarisiert hat. Christian hat sich hier bei uns immer positiv verhalten, sein Einsatz stimmte immer, er ist im Training und im Spiel vorangegangen, so wie wir uns das vorgestellt hatten. Leider hat es sportlich nicht immer gepasst, unsere Punkte haben wir vor allem geholt, als Christian von der Bank gekommen ist. Dass er mit dieser Situation unzufrieden war, ist klar und zeigt seinen Ehrgeiz. Aber wir konnten ihm nicht garantieren, dass er bei uns regelmäßig zum Einsatz kommt, daher haben wir seinem Wunsch entsprochen, den Vertrag aufzulösen. Wir wünschen ihm alles Gute und den Aufstieg mit seinem neuen Klub, so dass wir ihn nächstes Jahr nochmals an der Hafenstraße begrüßen dürfen.
Wir sollten auch den „Vorstand Sport“, den wir aktuell suchen und bald bei uns begrüßen dürfen, nicht mit überhöhten Erwartungen überfrachten. Die Person, die da kommen wird, wird uns helfen, unseren Weg konsequent weiter zu gehen. Er (oder Sie, wobei dies tatsächlich eher unwahrscheinlich ist) wird uns neue Impulse geben, Impulse von außen, die zum Verein aber passen müssen. Wir gehen damit den eingeschlagenen Weg der Professionalisierung auf allen Ebenen konsequent weiter und werden uns weiter entwickeln. Wir werden weiter auf den Faktor Jugend setzen, der Nachwuchs wird weiter im Fokus bleiben und die überaus gute Arbeit der letzten Jahre wird sicherlich Früchte tragen. Auch mit einem Vorstand Sport wäre es aber überzogen, direkt den Aufstieg zu fordern und zu erwarten. Dieser kann passieren, dieser – da bin ich sicher und dafür arbeiten wir alle gemeinsam – wird passieren. Aber dafür muss alles passen. Unsere Aufgabe ist es, diesen Rahmen zu setzen, damit der Aufstieg wahrscheinlicher wird. Daran arbeiten wir, jeden Tag und sehr intensiv. Aber, auch das muss man konstatieren, wir werden wohl auch in der nächsten Saison finanziell nicht mit einigen Vereinen mithalten können. Wir finanzieren uns aus dem operativen Geschäft, wir haben keinen Mäzen, der unser Budget absichert und ggf. auftretende Defizite ausgleicht. Wir leben davon, dass wir Sponsoren finden und ihnen Leistung bieten, Werbefläche und Partner-Angebote, wir leben von den Eintrittsgeldern und vom Zuschauerzuspruch. Daher werden wir alles dafür tun, dass wir sportlich überzeugen, dass wir eine Mannschaft präsentieren, die sich durch Einsatzwille und Teamgeist auszeichnet. Die sicherlich auch in 2014 nicht jedes Spiel gewinnen wird, die aber versuchen wird, jedes Spiel zu gewinnen. Dies in einem Jahr, das zum einen den 20. Jahrestag des Finales gegen Werder Bremen bringt, in dem sich das „Wunder von Bern“ am 04. Juli zum 60. Mal jährt, d.h. in dem „der Boss“ vor 60 Jahren zwei Tore schoss und somit ein Essener am Gewinn des Weltmeistertitels nicht ganz unbeteiligt war. Und schließlich wird die Saison 2014/2015 diejenige sein, in der wir 60 Jahre Deutsche Meisterschaft von Rot-Weiss Essen feiern können. Und feiern können wir!

Ich freue mich auf das Jahr 2014, ich freue mich auf spannende und stimmungsvolle Spiele an der Hafenstraße und ich freue mich auf die Zusammenarbeit mit dem neuen Vorstand Sport, mit dem wir den nächsten Schritt in unserer Entwicklung machen werden.

Allen Mitgliedern, Fans und Partnern von Rot-Weiss Essen in diesem Sinne ein frohes neues Jahr, viel Gesundheit, persönliches Glück und:
Nur der RWE!!!!

Ihr Michael Welling