9. Januar 2014

Dr. Uwe Harttgen: Vom Spätstarter zum Nachwuchsexperten

Es war nicht der klassische Weg, der Dr. Uwe Harttgen Anfang der 90er Jahre in den Profi-Fußball führte. Gleich 23 Jahre dauerte es, bis er sich zunächst in die Notizbücher und wenig später in die erste Mannschaft eines Bundesligisten spielte. Seitdem ist der 49-jährige jedoch nicht nur aufgrund seiner Leistungen auf dem Platz ein bekannter Name im nationalen Fußball.

Zunächst war der Fußball für Uwe Harttgen – bei aller Leidenschaft – eine willkommene Abwechslung zu seinem laufenden Psychologie-Studium. Der spätere Weg in die großen Fußballarenen dieser Welt war während seiner Auftritte in der Kreisliga B zu Beginn seiner Laufbahn im Seniorenbereich Ende der 80er Jahre noch nicht abzusehen. Immerhin schaffte die technisch versierte Offensivkraft schnell den Sprung zum FC Mahndorf in die Landesliga, bevor es für Harttgen höher hinausgehen sollte.

Seine starken Auftritte während der Aufstiegssaison FC Mahndorf in die Oberliga bescherten ihm schließlich ein Engagement bei Werder Bremen. Dort war der offensive Mittelfeldspieler eigentlich für die II. Mannschaft der Werderaner vorgesehen, wurde aber aufgrund seiner Torgefährlichkeit bereits nach zwei Jahren in die erste Elf des gebürtigen Esseners, ehemaligen RWE-Spielers und Kult-Trainers Otto Rehhagel berufen. Gemeinsam mit den Werder-Legenden um Marco Bode, Dieter Eilts und Wynton Rufer erlebte Harttgen die goldenen Bremer Jahre. So feierte der 1,87 Meter große offensive Mittelfeldspieler mit den Grün-Weißen 1991 und 1994 den Gewinn des DFB-Pokals, gewann 1992 den Europapokal der Pokalsieger und durfte sich 1993 Deutscher Meister nennen. In dieser Zeit avancierte Harttgen zu einem der besten und beliebtesten Mittelfeldspieler der Bundesliga und verwies in zahlreichen Umfragen des Kicker oder des Sport Kuriers selbst Nationalspieler wie Uwe Bein oder Olaf Thon auf die Plätze. 

Nach einer zweijährigen Etappe bei Hannover 96 in der 2. Bundesliga (1994 – 1996) kehrte Harttgen 1996 an die Weser zurück und lief fortan hauptsächlich in der II. Mannschaft der Bremer in der Regionalliga Nord auf, bevor er seine Laufbahn in der Oberliga beim FC Oberneuland ausklingen ließ.

Nach seiner aktiven Zeit als Profi begann der damalige Diplom-Psychologe 2002 in der Nachwuchsabteilung der Bremer und stieg 2007 zum Leiter der grün-weißen Talentschmiede auf. Unter seiner Regie wurde das Bremer Ausbildungszentrum vom DFB  als deutschlandweit bestes mit der Note von drei Sternen ausgezeichnet und brachte zahlreiche Talente wie Max Kruse, Özkan Yildirim und Dennis Diekmeier hervor.  Neben seiner Tätigkeit beim Verein von der Weser promovierte Harttgen an der Universität Bremen zum Thema „Psychologische Aspekte der Entwicklung jugendlicher Leistungsfußballer". Sein Projekt legte dabei einen wichtigen Grundstein für die deutschlandweite Talentförderung und wird noch heute vom DFB unterstützt und mitgetragen.

Aufgrund seiner Kompetenz und Erfahrung im Bereich der Talentförderung trat Harttgen im Januar 2013 bei der Deutschen Fußball Liga (DFL) die Nachfolge von Andreas Rettig als Vorsitzender der Kommission Leistungszentren an und ist zudem Teil des Jugendausschusses des Deutschen Fußball Bunds (DFB). Mit seiner Kommission ist er für die landesweite Qualitätssicherung und Zertifizierung der Nachwuchsleistungszentren verantwortlich.