19. Februar 2014

Ein Bierdeckel voller Fußball-Geschichte

Pastor Vogel übergibt rot-weisse Erinnerungsstücke an die Geschäftsstelle.

Die Mitarbeiter der RWE-Geschäftsstelle staunten nicht schlecht als der 72-jährige Pastor Martin Vogel plötzlich in ihrer Tür stand und einen überdimensionalen Bierdeckel mit Unterschriften von „Boss“ Helmut Rahn, Uwe Seeler und anderen Altmeistern des deutschen Fußballs im Gepäck hatte. Außerdem überbrachte der ehemalige evangelische Pfarrer noch einige vom Boss signierte Autogrammkarten und Bierkrüge mit den Konterfeis der 1954er Wundermacher von Bern vorbei. „Schon in den 50er Jahren war ich als Schüler ein Fan von Helmut Rahn“, erzählt Vogel. „Ich war oft an der Hafenstraße, bin aber auch zu seinem Abschiedsspiel 1965 nach Duisburg-Meiderich gefahren – da hatte er schon ein kleines Bäuchlein.“

Damals arbeitete Vogel in der Markuskirche in Frohnhausen, dem Essener Stadtteil in dem auch Rahn lebte. Den Boss sprach er schließlich bei einem zufälligen Aufeinandertreffen auf dem Kirchvorplatz an. Es entstand eine ungezwungene Bekanntschaft, Rahn brachte Autogramme vorbei oder gab Frau Vogel Tipps beim Eintopfen der Pflanzen: „Da müssen Tonscherben unten in den Blumentopf.“

Helmuth Rahn war Katholik. Der Pfarrer der katholischen Kirche St. Elisabeth, Norbert Dziekan, wiederum war bei einem Benefiz-Spiel zu Rahns 50sten Geburtstag in der Raumerstraße dabei – und bekam nach der Partie einen riesigen Stern-Bierdeckel mit den Unterschriften der beteiligten Prominenz überreicht. Als Dziekan im Jahr 1996 verstarb, wechselte das gute Stück die Konfession.

Man erinnerte sich an Rahn-Fan Martin Vogel. Der ist jetzt 72 Jahre alt und „möchte gerne, dass diese Dinge der Nachwelt erhalten bleiben.“ Dr. Michael Welling, 1. Vorsitzender von Rot-Weiss Essen, ist angetan von der Geschichte: „Das ist wieder eine dieser wunderbaren traditionsreichen Geschichten, die den Mythos RWE auch in schlechteren Zeiten immer mit Leben füllen. Wir werden die Exponate bei unserem Vereins-Archivar Uwe Wick in beste Hände geben.“

Und Pfarrer Vogel demnächst an der Hafenstraße begrüßen.