5. März 2014

„Am liebsten noch viele Jahre für RWE“

Seit zweieinhalb Jahren läuft Markus Heppke mittlerweile an der Hafenstraße auf. Nach stetiger Positiventwicklung erlebt der defensive Mittelfeldspieler mit seiner Elf in dieser Saison den ersten Knick in der Leistungskurve, die zuvor stets nach oben zeigte.

Gerade als gebürtiger Essener kann Markus Heppke den angestauten Frust der RWE-Anhänger und auch die eine oder andere vielleicht überzogene Reaktion aus dem Umfeld durchaus verstehen. „Dass die Fans sauer sind, kann ich sehr gut nachvollziehen“, verrät er. „Wir wissen, dass wir uns diese schwierige Situation selbst eingebrockt haben. Dafür ist jeder Einzelne selbstkritisch genug und fasst sich auch an die eigene Nase.“

Dass dabei auch psychologische Gründe eine Rolle spielen, verhehlt er nicht. „Wir sind keine Maschinen. Schon oft waren wir sogar selbst unser größter Gegner“, sagt er nachdenklich. So auch beim 0:3 in Aachen, als sich die Rot-Weissen nur eine Woche nach dem fulminanten Derby gegen die Fortuna im Anschluss an zwei Eckbälle jeweils nicht im Bilde waren und so trotz einer recht engagierten Leistung am Tivoli erneut auf die Verlierstraße gerieten. Schon zum vierten Mal in diesem Jahr (bei sieben Auftritten) gingen die Rot-Weissen leer aus. Für einen RWE-Fan nur schwer zu ertragen.

Für das Trainerteam und die Spieler gilt das allerdings auch. Erst recht, wenn man eine so besondere Beziehung zu seinem Verein hat wie Markus Heppke. „Als Essener erfüllt es mich mit Stolz und Ehre, bei Rot-Weiss die Spielführerbinde tragen zu dürfen. Ich fühle mich bei RWE so wohl, dass ich hier am liebsten noch viele Jahre spielen möchte“, betont der kampfstarke Mittelfeldmann, dass er seinen am Saisonende auslaufenden Vertrag gerne verlängern würde.

Dabei war Heppke einst erst über einige „Umwege“ an der Hafenstraße gelandet. Sieben Jahre kickte er als talentierter Jugendspieler bei Blau-Gelb Überruhr im Essener Südosten, ehe er zum FC Schalke 04 wechselte.

In der Nachwuchsabteilung der „Knappen“ durchlief Markus Heppke von der U15 bis zur U23 sämtliche Mannschaften und schaffte sogar den Sprung in die Junioren-Teams des DFB. Mit der  U19-Nationalmannschaft nahm er 2005 an der Europameisterschaft in Nordirland teil und gehörte in allen vier Partien zur Startformation – übrigens gemeinsam mit dem heutigen Welttorhüter Manuel Neuer, damals Heppkes Vereinskollege in Gelsenkirchen, oder auch Kevin Prince Boateng, der bei Hertha BSC ausgebildet wurde. Erst im Halbfinale war gegen den späteren Titelträger Frankreich (2:3) Endstation.

Während Neuer und Boateng später ihre große Karriere starteten, gelang auch Markus Heppke der Sprung in den Schalker Profikader. Dort allerdings blieb ihm der große Durchbruch versagt. Immerhin reichte es zu einer Bundesliga-Minute unter Cheftrainer Mirko Slomka (inzwischen Hamburger SV) beim 4:2 in Cottbus.

Es folgten Stationen bei unserem heutigen Gast Rot-Weiß Oberhausen, für den er 37 Zweitliga-Spiele (zwei Tore) absolvierte, und beim damaligen West-Regionalligisten Wuppertaler SV, ehe es ihn 2011 an die Hafenstraße zog. „Für RWE-Fans ist meine Vita mit den drei Klubs Schalke, RWO und WSV nicht gerade optimal“, sagt Markus Heppke mit einem Augenzwinkern.

Die Verbundenheit zu seiner Heimatstadt Essen teilt Markus mit seiner Partnerin Jenny, die einst gemeinsam mit dem ehemaligen RWE-Kapitän Timo Brauer die Geschwister Scholl-Realschule in Borbeck besucht hatte und inzwischen bei der Stadt Essen in der Abteilung Ausbildung tätig ist. Parallel zu Hauptberuf bzw. Fußball studieren Jenny und Markus außerdem beide Wirtschaftswissenschaften an der Fachhochschule für Ökonomie und Management (FOM) in Essen, um sich ein weiteres Standbein aufzubauen. Im Mittelpunkt steht für Heppke aber ganz klar Rot-Weiss Essen.