8. April 2014

„Keinen Klassenunterschied gesehen“

Rot-Weiss Essen – MSV Duisburg 1:4 (n. E.)

Einmal Fußball rot-weiss – die wahrscheinlich längste Partie der Welt endete vor 20.000 Zuschauern an der Hafenstraße mit tragischem Ausgang für RWE. 1:4 nach Elfmeterschießen, Marc Fascher kommentierte nach über 145 Minuten Pokalkampf frustriert und stolz zugleich: „Das ist einfach nur bitter. Riesenkompliment an die Truppe, was sie da rausgehauen hat. Auf diese Mannschaft kann jeder Fan nur stolz sein.“

Zum Spiel: In der 7. Minute kann sich Grund durchsetzen und bringt seine feine Flanke auf den Kopf von Samuel-Marian Limbasan, doch der Kopfstoß kommt genau auf MSV-Keeper Michael Ratajcak. Nach 21 Zeigerumdrehungen prüft erneut Grund den Schlussmann aus Duisburg mit einem satten 18-Meter-Schuss. Nach einer knappen halben Stunde marschiert Holger Lemke durch die MSV-Abwehr und scheitert am Torwart. Kurz darauf hat Limbasan die nächste Möglichkeit nach einer weiteren schönen Hereingabe von Kevin Grund. Und unmittelbar vor der Pause bekommt Marcel Platzek seinen Raum, setzt sich halblinks durch und zieht knapp am linken Pfosten vorbei. Rot-Weiss-Trainer Marc Fascher bringt es auf den Punkt: „Ich habe keinen Klassenunterschied gesehen.“

Es entwickelt sich ein echter Pokalfight, beide Fanlager unterstützen ihre Teams zunächst lautstark und friedlich. Direkt nach dem Wechsel verzieht Marcel Platzek oben rechts, bevor Daniel Schwabke nach einer Stunde mit einer Glanzparade gegen Kingsley Onuegbu rettet. In der 73. ist die rot-weisse Nummer eins erneut zur Stelle und pariert gegen Tanju Öztürk.

Dann die 77. Spielminute: Auf der „Alten West“ verschafften sich einige Unverbesserliche den Zugang in den Innenraum durch ein Fluchttor. Die Polizei stellte sich schützend vor beide Fantribünen. Schiedsrichter Guido Winkmann unterbrach das Spiel für eine knappe halbe Stunde (siehe auch Bericht „Ihr macht uns unseren Sport kaputt“).

Weiter zur Pokalpartie: Marc Fascher bringt nach dem Wiederanpfiff Roberto Guirino für Tim Hermes. Gute fünf Minuten vor dem Schlusspfiff passt Platzek auf Lemke, dessen Schuss Ratajczak irgendwie ins Seitenaus lenkt. Unglaublich: Dombrowka trifft direkt vor dem Abpfiff nur den Pfosten und Fascher denkt in diesem Moment: „Was hast du verbrochen?!“ 0:0 nach 90 Minuten.

Zur Verlängerung betritt Alexander Langlitz für Holger Lemke die Arena und bekommt beim Abklatschen dessen fußballgöttlichen Funken übertragen. Langlitz schnappt sich die Kugel und hämmert den Ball aus 18 Metern in die Maschen! In der 107. Minute ist es Pierre De Wit, der mit seinem Freistoß die Essener zurück auf den Boden der Tatsachen holt – 1:1.
Elfmeterschießen nach 120 Minuten. Endstand: 1:4, obwohl Schwabke gegen Kingsley Onuegbu hält. Duisburgs Trainer Karsten Baumann war dementsprechend zufrieden: „In der Verlängerung haben wir einen richtigen Pokalfight gesehen, da ging es hoch her. Es tut mir leid für Marc Fascher und seine Mannschaft, die genauso gut hätte weiter kommen können.“

Hier gibt es das Spielgeschehen zum Nachlesen im rot-weissen Ticker.