12. Mai 2014

Rot-Weiss Essen strukturiert Nachwuchsarbeit neu

Rot-Weiss Essen wird seine Jugendarbeit zur kommenden Saison neu ausrichten. Der Verein von der Hafenstraße richtet den Fokus dabei noch stärker als bisher auf die U17 und U19 Mannschaften sowie den nahtlosen Übergang zwischen Jugend und Senioren. Förderspiele und Fördertraining für Spieler der U17, U19 und der 1. Mannschaft schaffen eine engere Verzahnung zwischen Jugend- und Seniorenbereich und zudem ein stärkere Bindung der Spieler an den Verein. In Zukunft sollen so möglichst viele der im Verein selbst ausgebildeten Talente den Weg von den U-Teams in die erste Mannschaft finden. Die U23 wird zur neuen Spielzeit nicht mehr gemeldet. Trainer Dirk Helmig bleibt dem Verein in der Nachwuchsförderung erhalten.

Die Ende März beschlossene Lockerung der U23-Regelung durch den Ligaverband hat diesen Zug ermöglicht. Bisher war es für die Lizenzerteilung zwingend notwendig, eine U23 Mannschaft im Spielbetrieb zu halten. Diese Vorgabe fällt nun weg. Dr. Uwe Harttgen, Vorstand Sport bei Rot-Weiss Essen, Mitglied der Kommission Leistungszentren der DFL und Mitglied im Jugendausschuss des DFB ist überzeugt von der Neuausrichtung: „Wir haben uns gemeinsam dazu entschieden, unseren Jugendspielern eine intensivere und individualisierte Ausbildung zukommen zu lassen. In Kooperationsvereinen, vor allem in unseren eigenen Mannschaften sowie in den Förderspielen und Fördertrainingseinheiten werden die rot-weissen Talente Spielpraxis auf hohem Niveau sammeln. So bleiben sie bei uns und werden langfristig individuell gefördert.“ Die Entscheidung zur Abschaffung der U23-Mannschaft geht dabei einher mit der Stärkung des Nachwuchsleistungszentrums. Die Unterlagen liegen aktuell dem DFB vor. Nach der entsprechenden Prüfung der Unterlagen wird es Rot-Weiss Essen möglich sein, schon frühzeitig U17 und U19 Spieler an den Verein zu binden.

Die Entscheidung der Umstrukturierung geht dabei auf bereits länger existierende Überlegungen der Vereinsverantwortlichen zurück. RWE-Aufsichtsratsvorsitzender Christian Hülsmann dazu: „Die neue Regelung für die U 23-Mannschaften hat viele Vereine relativ unvorbereitet getroffen. Wir bei Rot-Weiss Essen haben uns dagegen bereits vor dieser Entscheidung mit der Verbesserung der eigenen Jugendarbeit beschäftigt. Dabei stand vor allem wegen des geringen Qualitäts-Abstands zwischen U 19 und U 23 auch die Frage nach der Sinnhaftigkeit der U23 im Fokus der Diskussion.“

Dr. Michael Welling, 1. Vorsitzender des Vereins, ergänzt: „Um junge Spieler zu halten, die nach der U19 noch nicht den Schritt zur 1. Mannschaft gehen können, sind wir in fortgeschrittenen Gesprächen mit potentiellen Kooperationsvereinen. Mit einem solchen Kooperationsverein geht es darum, die Spieler gemäß ihrer individuellen Leistungsentwicklung zu fördern, dabei aber in enger Abstimmung mit dem Kooperationsverein, dem Spieler und den Verantwortlichen bei Rot-Weiss Essen den bestmöglichen Entwicklungspfad zu definieren, die Spieler aber gleichzeitig im besonderen Fokus zu behalten.“

Ziel der Neustrukturierung ist die Integration möglichst vieler vereinseigener Talente in die 1. Mannschaft. RWE-Chef-Trainer Marc Fascher dazu: „Durch die neue strategische Ausrichtung optimieren wir unsere Talentförderung. Ich freue  mich auf die enge Verzahnung zwischen U17 und U19 sowie meiner Mannschaft und die Zusammenarbeit mit Andreas Winkler, Jürgen Lucas und Dirk Helmig. So können wir die Jugendspieler noch besser an die 1. Mannschaft heranführen.“

Gemeinsam mit der rot-weissen Jugendabteilung um Nachwuchskoordinator Andreas Winkler wurde das neue Konzept entwickelt. Für Winkler bedeuten die Veränderungen eine Weiterentwicklung der guten Jugendarbeit bei Rot-Weiss Essen: „Das ist ein nächster wichtiger Mosaikstein für unser Leistungszentrum und damit die Grundvoraussetzung dafür, unseren Nachwuchs langfristig selbst zu entwickeln. Wir haben es im Ausbildungsbereich mit enorm großer Konkurrenz zu tun, die im Werben um Talente über andere Mittel verfügt als wir. Durch die Neufokussierung bieten wir den Jugendspielern nun aber gewisse Vorteile, die sicherlich viele unserer Talente von einem Verbleib an der Seumannstraße überzeugen werden.“