19. Mai 2014

Neues vom Vereinsgründer

RWE-Archivar Uwe Wick erklärt das „System Melches“.

Hätten Sie es gewusst? Georg Melches war als Jugendlicher ein Ass im Spiegeleier-Wettessen. Diese und weniger kuriose Details aus Leben und Wirken des RWE-Mäzens brachte Vereinsarchivar Uwe Wick am 8. Mai einem bunten Publikum von rund 50 Gästen im Haus der Essener Geschichte nah. Mit seinem Vortrag gab er einen Vorgeschmack auf ein bald erscheinendes Buch, das er gemeinsam mit seinem Kollegen Georg Schrepper veröffentlichen wird. Historische Mannschafts-Fotos aus der Kneipe und Hintergründe zum berühmten System Melches sorgten für Kurzweil.

Zusammen mit dem Historischen Verein Essen und der Georg-Melches-Initiative hatte die Fan- und FörderAbteilung von Rot-Weiss Essen den Vortrag „Georg Melches – Vom Vereinsgründer zum Rot-weissen Mythos“ organisiert. Wick und Schrepper sind als ehrenamtliche RWE-Vereinsarchivare Profis auf dem Gebiet und fügen ihren zwei bereits erschienen Büchern über Rot-Weiss bald ein drittes hinzu. Im bunten Publikum fanden sich deshalb neben RWE-Fans auch geschichtsinteressierte Essener.

An Anekdoten fehlte es nicht: Georg Melches Geburtshaus steht eigentlich nicht mehr, der Mäzen war als Jugendlicher ein Ass im Spiegeleier-Wettessen und der Verein war zum Missfallen seiner zweiten Ehefrau eine Art Familienersatz. Besondere Beachtung erhielt das „System Melches“, das viele der Erfolge von Rot-Weiss Essen in den 50ern erst ermöglichte. Der Clou war die Verbindung seiner Tätigkeit als Vereinsfunktionär mit der Position als kaufmännischer Direktor und Vorstandsmitglied der Didier-Kogag-Hinselmann AG, erläutert Wick: „Er lockte Spieler an, indem er ihnen Jobs besorgte und pflegte auch hinterher engen persönlichen Kontakt.“ Die Neu-Rot-Weissen verpflichteten sich zudem, ehrenamtlich im Verein mitzuwirken.

Melches nutzte die persönlichen Verbindungen auch, indem er für RWE profitable Freundschaftsspiele im Ausland organisierte. „Georg Melches war ein traditioneller Patriarch: Er konnte Leute an sich binden, Spieler anlocken und so Schritt für Schritt den Verein verbessern“, fasst Wick pointiert zusammen. „Er hat das Klavier perfekt gespielt.“