23. August 2014

Rot-Weiss Essen siegt im Lohrheidestadion mit 3:2

Eine Woche nach dem Punktgewinn im heimischen Stadion Essen gegen eine über 75 Minuten in Überzahl agierende Aachener Alemannia siegte Rot-Weiss Essen bei der U23 des VfL Bochum 1848 durch ein Tor kurz vor Schluss. 3:2 (1:0) endete die Begegnung durch Tore von Marcel Platzek (2) und Daniel Grebe aus Essener Sicht.

Unter den knapp 2.000 Zuschauern im Wattenscheider Lorheidestadion, der Heimspielstätte der Bochumer Zweitvertretung, dominierten auf den Rängen überwiegend die rot-weissen Farben. Und die sahen eine Partie mit Höhen und Tiefen ihrer Mannschaft gegen die VfL-Elf, die in der Vorwoche Aufsteiger FC Hennef mit 8:0 desillusionierte.

Bei den Hafenstraßen-Fußballern fehlten neben dem gesperrten Ex-Bochumer Sven Kreyer die verletzungsbedingt fehlenden Philipp Zeiger (Schlüsselbeinbruch), Konstantin Fring (Leisten-OP) und Konstantin Sawin (Bandscheibenvorfall). Tobias Steffen, der unter der Woche in der 1. Runde des Niederrheinpokals beim SV Straelen glänzte, begann für Kreyer und der wieder genesene Kapitän Mario Neunaber rückte wieder in die Innenverteidigung. Für ihn blieb zunächst Daniel Grebe auf der Bank, während Youngster Kai Nakowitsch dessen Position im defensiven Mittelfeld übernahm.

Nach einer ausgeglichenen Anfangsphase hatten die Essener die erste Chance des Spiels. Tobias Steffen nahm den Ball auf der linken Außenbahn technisch versiert mit und marschierte bis zur Strafraumkante, ließ seinen Gegenspieler mit einem Übersteiger aussteigen und schlenzte den Ball knapp über den rechten Knick. Wenige Minuten später kam es im Mittelfeld zum Zweikampf zwischen Benjamin Baier und Selim Gündüz, in dem der Rot-Weisse zu Boden ging. Schiedsrichter Bläser entschied auf Freistoß zugunsten der Essener. Obwohl das Spiel bereits unterbrochen war, trat der Angreifer aus Bochum nach und sah die Rote Karte. RWE übernahm nach dem Platzverweis der Bochumer sofort die Initiative und spielte mit Zug zum gegnerischen Tor. Nach schönem Pass in die Tiefe ging Platzek über den linken Flügel in das Duell mit seinem Gegenspieler, erneuter Übersteiger wie zuvor auch Steffen und die rot-weisse Nummer 9 erzielte mit einem trockenen Schuss in das linke untere Eck die Führung für seine Farben. Eine zu diesem Zeitpunkt verdiente Führung für die Gäste aus Essen.

Fortan zeigten die Mannschaft von Trainer Marc Fascher eine konzentrierte Vorstellung. Enge Zweikampfführung und gutes Stellungsspiel machten es den Bochumern schwer, vor das Gehäuse von Niclas Heimann vorzustoßen. Lediglich ein individueller Fehler durch Mario Neunaber brachte die Führung nach einer halben Stunde kurzzeitig in Gefahr. Eine missglückte Rückgabe konnte der Bochumer Angreifer Götter abfangen, traf mit seinem Schuss allerdings nur den Außenpfosten. Glück für RWE! In den weiteren Minuten verlor die Partie im Wattenscheider Lohrheidestadion seinen Schwung aus der ersten halben Stunde. Auf beiden Seiten schlichen sich Konzentrationsfehler ein und Fouls unterbrachen immer wieder den Spielfluss. Dominierend waren in diesen Minuten nur die Gästefans.

Gut 1.500 mitgereiste Anhänger der Rot-Weissen unterstützten Ihre Mannschaft in der Lohrheide und sorgten durchweg für Heimspielcharakter. Bis zur Pause aber passierte auf dem Platz nicht mehr viel. Und so passte auch ins Bild, dass pünktlich zum Pausenpfiff im Lohrheidestadion der Platzregen einsetzte.Zum Anpfiff der zweiten Halbzeit gab es auf beiden Seiten keine Wechsel. Erneut waren es die Hafenstraßenkicker, die das Zepter in die Hand nahmen und versuchten auf das zweite Tor zu spielen. Nach langem Pass von Weber stand Cebio Soukou frei vor Torhüter Esser und wurde im letzten Moment von einem Bochumer Abwehrspieler am Abschluss gehindert.Dieser Angriff war auch gleichzeitig Soukous letzte Aktion in dieser Partie. Er wurde in der 50. Minute durch Kevin Grund ersetzt.

Die mitgereisten RWE-Änhanger sahen, dass die Reserve des VfL Bochum mit gutem Schwung aus der Kabine kam. Erst scheiterten die Bochumer an Keeper Heimann, der daraus resultierende Eckstoß führte dann doch zum Ausgleich. Nach Kopfballabwehr durch Abwehrspieler Richard Weber schaltete Bochums David Niepsuj am schnellsten und traf per Direktabnahme in die lange Ecke (58. Minute). Marc Fascher brachte im Folgenden mit Samuel Limbasan und Daniel Grebe für Tobias Steffen und Kai Nokowitsch offensiver ausgerichtete Spieler. Ehe unser Trainer seine Veränderungen jedoch vornehmen konnte, brachte ein Linksschuss Kevin Brümmers die Heimmannschaft in Front (70. Minute). Dem Spielverlauf in der zweiten Halbzeit nach zu gehen, nicht ganz unverdient.

Die Essener Fans merkten, dass ihre Mannschaft Unterstützung von den Rängen brauchte und peitschten das Team unermüdlich nach vorne. Die Jungs auf dem Platz versuchten zurück in die Partie zu kommen und spielten sich im Strafraum des VfL fest. Eine Flanke von Neunaber führte dann zum verdienten Ausgleich. Der rot-weisse Kapitän schlug den Ball weit in den Sechzehnmeterraum, wo Bochums Keeper kurz vor dem heranstürmenden Marcel Platzek per Faustabwehr klären konnte . Daniel Grebe nahm den Ball rund 25 Meter vor dem Kasten mit der Brust an, schloss direkt ab und traf in den rechten Knick (79. Minute). Ein Wahnsinnstreffer des Neuzugangs aus Siegen!Nur 3 Minuten später war es erneut Daniel Grebe. Aus gleicher Position verfehlte der Ball den Kasten der Bochumer nur um Zentimeter. Das hätte die Führung sein können! RWE blieb aber weiter am Drücker, presste auf den Siegtreffer und wurde am Ende auch für seinen Aufwand belohnt. Max Dombrowka schlug die entscheidende Flanke von rechts in den Strafraum und fand den herabfliegenden Marcel Platzeck. Von dessen Kopf fand der Ball über den Innenpfosten den Weg in das Gehäuse  zum 3:2-Endresultat (89. Minute). Wenige Minuten danach beendete Schiedsrichter Benjamin Bläser unter dem Jubel des Essener Anhangs die Begegnung.