10. Dezember 2014

Letztes Heimspiel des Jahres: Kraftakt gegen SCW erwartet

Überall weihnachtet es schon sehr, doch für unseren Trainer Marc Fascher steht ein wichtiger Termin noch an: Das Spiel gegen Wiedenbrück. Er warnt vor einer schwierigen Partie gegen die Überraschungsmannschaft der Liga. Ein kurzer Rückblick auf das letzte halbe Jahr war dann aber doch möglich. Fazit: Das Positive überwiegt, aber Arbeit bleibt.

Marc Fascher, es war ein hartes Stück Arbeit in Lotte. Wie würdest Du das Spiel gegen die Sportfreunde analysieren?

MF: Es war ein Punktgewinn für uns. Lotte hat uns schon ganz schön gefordert und einen offenen Kampf angeboten. Es war eine ganz harte Nuss. Wir waren ja schon auf der Verliererstraße und haben dann durch einen Standard den Ausgleich gemacht, von daher war es ein Punktgewinn für uns. Es ist aber zu verkraften, dass wir nicht gewonnen haben, denn Lotte ist viel, viel besser, als es der Tabellenplatz aussagt. Das ist dann eben ein Punkt, den man mitnehmen muss.

Du hast in den Interviews nach dem Spiel deutlich gemacht, dass Du besonders mit der ersten Hälfte nicht einverstanden warst. Gab es eine klare Ansage beim Pausentee an die Jungs?

MF: Die erste Halbzeit hat mir gar nicht gefallen. In der Pause mussten dann ein paar deutliche Worte herhalten. Nach der Pause hat mir das besser gefallen und besonders nach dem Rückstand hat die Mannschaft ihr wahres Gesicht gezeigt. Da sind sie wieder marschiert, als gäbe es kein Morgen mehr. Sie haben sich auch mit dem Ausgleich belohnen können. Es war ein schmaler Grat.

Haben in Abschnitt eins auch gewisse Grundtugenden gefehlt?

MF: Ja, das kann man schon darauf zurückführen. Positiv war aber die Reaktion auf den 0:1-Rückstand. 60 Minuten sah es so aus, als ob die Zeit für eine Niederlage gekommen wäre und als diese sich dann näherte, hat die Mannschaft ihre Charakterstärke wieder auf den Platz gebracht und sich wie gesagt auch mit dem Ausgleich belohnt.

12. Mann als wichtige Stütze

Neben dieser Moral, die unsere Rot-Weissen auf dem Platz bewiesen haben, zeigte sich der 12. Mann ebenfalls als Stütze in der Fremde…

MF: …ich glaube, dass es prinzipiell immer ein richtig gutes Gefühl ist, wenn man auswärts dank der Fan-Unterstützung ein gefühltes Heimspiel hat. Das ist immer sensationell. Das war in Lotte wieder ein ganz hohes Niveau. In Uerdingen war es schon durchgehend Gänsehaut und eine Eins mit Sternchen. Auch gegen Lotte war es eine sehr gute Unterstützung unserer Anhänger, einfach überragend. Der Unterschied zum Uerdingen-Spiel war einfach, dass unsere Gesamtleistung auf dem Feld nicht gestimmt hat, besonders in den ersten 45 Minuten. Ich glaube, dass unsere Fans das gespürt haben und wussten, dass wir die Unterstützung nach dem Rückstand brauchten.

Bevor wir einen Blick auf die Partie gegen Wiedenbrück werfen, lass  uns kurz auf die abgeschlossene Hinrunde schauen. Passt das Motto: Harte Arbeit und Geduld werden belohnt?

MF: Ein klares Ja – ein ganz großes Ja! Ich habe immer darauf hingewiesen, dass die Mannschaft ein Durchschnittsalter von 23,6 Jahren hat – Erfahrung sieht anders aus. Es ist ein Entwicklungsprozess und ich finde es sehr beachtlich, wie die Jungs diesen Entwicklungsprozess letztendlich krönen konnte. Die Mannschaft hat diese Aufgabe toll angenommen und hat diese Schritte mit Erfolg genommen. Dafür wird sie jetzt belohnt.

Ist das Paradebeispiel für diese Entwicklung die Defensivarbeit?

MF: Das ist das Spiegelbild der Hinserie. Wir haben es einfach geschafft, diese Balance aus Offensive und Defensive zu finden. Das war das harte Stück Arbeit, das die Mannschaft verrichten musste, um diesen Erfolg zu haben.

Wir sind vorbereitet

Und in dieser Erfolgsspur soll es möglichst lange weitergehen, auch gegen das Überraschungsteam der Liga. Was erwartest Du vom Spiel gegen den SC Wiedenbrück?

MF: Ein ähnliches Spiel wie zu Beginn der Saison. Das Ergebnis, ein 3:0 aus dem Hinspiel, hört sich zwar klar an, aber es war ein ganz großer Kraftakt. Der Sieg war sicherlich mindestens ein Tor zu hoch. Das soll unsere Leistung nicht schmälern, aber Wiedenbrück hat uns alles abverlangt, uns das Leben schwer gemacht und so wird es am Freitag auch sein. Wir sind allerdings darauf vorbereitet.

Ist das Spiel auch die Chance, sich gut aus dem Fußballjahr zu verabschieden?

MF: Das ist ja klar. Das muss unser Ziel sein. Wir wollen mit einem Erfolgserlebnis in die Winterpause gehen.

Und dann geht der Blick schon wieder in Richtung Aachen?

MF: Wir fangen Anfang Januar mit unserem Training wieder an. Die reine Erholung ist knapp drei Wochen lang. Das alles spielt aber erst nach der Partie gegen Wiedenbrück eine Rolle. Wie sagt man so schön: Erst die Zeit der Besinnlichkeit über Weihnachten und Neujahr und danach geht es wieder richtig los.