26. Dezember 2014

Stadion-Pachtvertrag unterschrieben

Langfristiger Vertrag als Ankermieter garantiert Planungssicherheit für Rot-Weiss Essen

Kurz vor Jahresende unterschreiben der Ankermieter Rot-Weiss Essen, der Stadioneigentümer GVE Grundstücksverwaltung Stadt Essen GmbH und der Stadionbetreiber, die Sportstätten Betriebsgesellschaft Essen mbH (SBG) den schon bislang zwischen den Parteien gelebten Pachtvertrag mit einer zehnjährigen Laufzeit. Vertragsinhalte sorgen für partnerschaftliches Miteinander, Vertragslänge garantiert Planungssicherheit für den Verein als Ankermieter des Stadion Essen.

Kurz vor Weihnachten haben der Stadioneigentümer GVE Grundstücksverwaltung Stadt Essen GmbH, der Stadionbetreiber, die Sportstätten Betriebsgesellschaft Essen mbH (SBG), und der Ankermieter, der Verein Rot-Weiss Essen, den formalen Akt der Pachtvertragsunterzeichnung vollzogen. Der nun unterschriebene und von den Gremien des Eigentümers und des Vereins genehmigte Pachtvertrag wurde dabei bereits seit zwei Jahren von allen Parteien entsprechend gelebt. Der Pachtvertrag garantiert dem Ankermieter Rot-Weiss Essen nun den Rahmen für die nächsten Jahre und ermöglicht es dem Verein somit auch, längerfristige Planungen zu realisieren. Außer den Werberechten des Namensgebers des Stadions, der RWE Deutschland AG, sowie des Namensgebers der Haupttribüne, der Sparkasse Essen, die zur Finanzierung des Stadions beitrugen, erhält der Verein alle weiteren Medien- und Marketingrechte bei Freundschafts- und Pflichtspielen des Vereins zur eigenen kommerziellen Verwertung. Basierend auf den so erzielten Erlösen errechnet sich die vereinbarte variable Pachthöhe, wodurch eine möglichst große Interessenharmonisierung zwischen Verein und Eigentümer erreicht wird. Schon in der Regionalliga verpflichtet sich der Verein dabei dazu, aus allen stadionbezogenen Einnahmen, die eine Höhe von 3,8 Millionen Euro im Jahr übersteigen, eine Pacht in Höhe von 25% auf den definierten Bezugsumsatz zu entrichten. Die 3,8 Millionen Euro orientieren sich dabei an der Umsatzhöhe, die im alten Georg-Melches Stadion erzielt werden konnten. Ab Liga 3. zahlt der Verein dann eine Pacht in Höhe von 10% auf alle entsprechenden dem Bezugsumsatz zugerechneten Erlöse, wobei die Pacht nicht nur die Benutzung sondern auch den Betrieb des Stadions jenseits der Spieltage abdeckt. Der Pachtvertrag hat zunächst eine Laufzeit von 10 Jahren und hat sowohl für die Regionalliga, die 3. Liga und die 2. Liga bestand.

„Wir freuen uns, dass wir nach langen, intensiven aber stets guten und partnerschaftlichen Gesprächen nun die Unterschrift unter den ausgehandelten Vertrag setzen konnten. Das Stadion ermöglicht es uns entsprechende Erlöse zu erzielen, die vereinbarte Pacht stellt somit für uns entsprechend unserer wirtschaftlichen Erfolge eine angemessene Zahlung dar. Durch die variable und an die Erlöse geknüpfte Pacht werden wir in die Lage versetzt, weiter entsprechend einer solide wirtschaftlichen Planung zu agieren. Wir werden uns dabei als würdiger Ankermieter des Stadions erweisen und sicherlich mit unseren Fans auch sportliche Erfolge feiern“, so Dr. Michael Welling, 1. Vorsitzender des Vereins von der Hafenstraße.

Andreas Hillebrand, Geschäftsführer der GVE, ergänzt: „Das Stadion besticht durch eine einzigartige Architektur und hat sich schon in kurzer Zeit zu einem der beliebtesten Veranstaltungsorte in der Stadt Essen entwickelt. Dies gilt für Feiern, Symposien und Firmenveranstaltungen genauso wie für Konzerte, wir haben aber schon jetzt auch so manches Highlight im Bereich des Frauen- und Männerfußballs hier erleben dürfen. Als Ankermieter garantiert Rot-Weiss Essen mit seinen leidenschaftlichen und leidensfähigen Fans dabei eine zweiwöchige Auslastung des Stadions, die im ligavergleich deutschlandweit unübertroffen ist und uns alle positiv in die Zukunft blicken lässt. Für uns war es wichtig, hier partnerschaftlich eine langfristige Zusammenarbeit zu garantieren und den Vertrag so zu gestalten, dass Eigentümer und Ankermieter möglichst gleichgerichtete Interessen haben. Dies ist uns mit diesem Pachtvertrag auf jeden Fall gelungen.“

Zum „Stadion Essen“:

„Stadionneubau jetzt!“ war über Jahre der Slogan von Rot-Weiss Essen Fans, um auf die Notwendigkeit eines neuen Stadions aufgrund der Baufälligkeit des geliebten Georg-Melches Stadion hinzuweisen. Nach langen Jahren des Wartens hatte der Rat der Stadt Essen in seiner  Sitzung am 28. Oktober 2010 grünes Licht gegeben und so wurde das Stadion Essen leicht versetzt zum Georg-Melches Stadion während des laufenden Spielbetriebs gebaut. Nach nur 13 Monaten Bauzeit feierte man am 12. August 2012 noch mit drei Tribünen eine bunte Eröffnung. Der symbolische Anstoß wurde u.a. von Fritz Herkenrath, Torhüter in der Meistermannschaft von Rot-Weiss Essen aus dem Jahr 1955 und von Frauenfußballweltmeisterin Steffi Jones ausgeführt. Im ersten Spiel in der Geschichte des Stadions behielt die U19 Mannschaft von Rot-Weiss Essen gegen die U19 Mannschaft von Borussia Dortmund mit 3:2 Toren die Oberhand. Anschließend spielten die Frauen der SGS Essen gegen den mehrfachen Deutschen Meister im Frauenfußball 1.FFC Frankfurt, deren Spielerinnen zum Ende des Spiels nach und nach gegen Spieler der 1. Herrenmannschaft von Rot-Weiss Essen ausgetauscht wurden. So standen zum Abpfiff die beiden Hauptnutzer des Stadions gemeinsam auf dem Spielfeld. Die Fertigstellung der vierten Tribüne, der WAZ-Westkurve, erfolgte zum Start der Saison 2013/14 und wurde am 06. August 2013 mit einem Freundschaftsspiel gegen den SV Werder Bremen als „Tribute to Otto Rehhagel“ begangen. Ein erstes ausverkauftes Highlight fand mit dem Halbfinale im Niederrheinpokal beim Spiel Rot-Weiss Essen gegen den MSV Duisburg am 08. April 2014 statt. In der laufenden Saison feierte Rot-Weiss Essen im vom Namensgeber RWE Deutschland AG benannten „Stadion Essen“ beim Familienspieltag gegen die SG Wattenscheid 09 mit 6:0 Toren den Zuschauerrekord in der Regionalliga-West und im weiteren Saisonverlauf bislang auch die Herbst- und Wintermeisterschaft der Regionalliga West. Das Stadion mit seinen 20.600 Plätzen ist inzwischen bei vielen Fußballfans aber auch Konzertbesuchern als besonderes Aushängeschild der Stadt beliebt.