11. April 2015

Gute Ansätze, aber keine Punkte in Verl

Am 28. Spieltag der Regionalliga-West unterlag Rot-Weiss Essen dem SC Verl mit 0:1.

Ein Treffer von Simon Engelmann (46.) unmittelbar nach Wiederanpfiff zur zweiten Halbzeit bescherte RWE die bereits fünfte 0:1-Niederlage in diesem Kalenderjahr gegen die Ostwestfalen, die Platz 5 in der Tabelle mit ihrem fünften Sieg in Serie weiter festigen konnten. „Wir haben uns das Ergebnis im Vorfeld natürlich etwas anders vorgestellt und wollten hier unbedingt etwas mitnehmen. Das ist uns trotz einer engagierten Leistung nicht gelungen. Kämpferisch hat sich die Mannschaft alles abverlangt. Spielerisch war das in Einsätzen auch in Ordnung. Was uns gefehlt hat, war die Torgefahr im letzten Drittel. Daran müssen und werden wir in den nächsten Tagen und Wochen weiter arbeiten“, zeigte sich RWE-Trainer Jürgen Lucas nach seinem Ligadebüt für die rot-weisse Regionalliga-Mannschaft enttäuscht, zugleich aber auch kämpferisch angesichts der vor der Brust stehenden Aufgaben in Pokal und Meisterschaft.

Während die Rot-Weissen vor dem Anpfiff mit 44 Punkten Rang 6 belegten, konnten die in dieser Spielzeit einmal mehr heimstarken Ostwestfalen (sieben Siege, drei Unentschieden und drei Niederlagen auf eigenem Platz) bis dato zwei Punkte mehr auf der Habenseite verbuchen. Die Vorzeichen vor dem Pflichtspieldebüt des neuen Trainerduos Jürgen Lucas und Markus Reiter standen bei einem Blick auf die Statistik dennoch nicht schlecht. Zwar konnte der RWE in 13 Partien an der Poststraße nur fünf für sich entscheiden, bei den letzten beiden Regionalliga-Duellen in der Saison 2012/13 (3:2) und 2013/14 (1:0) gingen die drei Punkte jedoch jeweils an die Essener. 

Das Unterfangen, die positive Serie in Ostwestfalen weiter auszubauen, begannen die Hafenstraßenkicker im Vergleich zum Heimspiel gegen den SV Rödinghausen auf drei Positionen verändert. Für Mario Neunaber, Marcel Platzek und Tim Treude standen Max Dombrowka, Daniel Grebe und Richard Weber (nach Gelbsperre) in der Startformation. Leon Binder, dessen Platz Weber in der Innenverteidigung einnahm, rückte zu Beginn im 4-1-4-1-System auf die Sechserposition. Vor ihm übernahmen Kapitän Benjamin Baier und Daniel Grebe die zentralen Rollen im Mittelfeld. An ihren Seiten agierten Tim Hermes und Marwin Studtrucker. Sven Kreyer bildete zunächst die einzige Sturmspitze.

Es dauerte 10 Minuten bis sich eine der beiden Mannschaften erstmals dem gegnerischen Tor annäherte, als Al Ghaddioui von der Strafraumgrenze Niclas Heimann prüfte, den 24-Jährigen aber damit vor keine allzu großen Schwierigkeiten stellte. Die ganz in rot agierenden Gäste versuchten gegen die defensiv kompakt stehenden Hausherren mit schnellem Kurzpassspiel Lücken zu finden, um somit zum Torabschluss zu kommen. Dies gelang zum ersten Mal vielversprechend nach einer guten Viertelstunde. Studtrucker setzte sich auf dem linken Flügel sehenswert durch uns schickte Sven Kreyer auf die Reise, der sich schließlich allerdings SCV-Schlussmann Lange geschlagen geben musste, der einen Schritt schneller am Ball war und die Gefahr klären konnte. Bis zur Halbzeitpause bot sich den 1.0122 Zuschauern im Stadion an der Poststraße ein eindimensionales Bild. RWE mit Ballbesitzvorteilen und ohne eben diesen stets bemüht, die Verler früh unter Druck zu setzen und die Kugel möglichst schnell wieder in den eigenen Reihen zu haben. Torchancen blieben aber weiterhin Mangelware. So ging es leistungsgereicht torlos in die Kabinen.

Direkt nach Wiederanpfiff sollte sich daran aber gleich etwas ändern, zu Ungunsten aller, die es mit dem Verein von der Hafenstraße halten. SCV-Torjäger Engelmann nutze seine erste Gelegenheit, die sich ihm nach einer flachen Hereingabe Haders im rot-weissen Strafraum bot, und schob zur Führung für die Schwarz-Weißen ein (46.). RWE brauchte fortan einige Minuten, um sich von diesem erneuten Rückschlag zu erholen. Hermes Freistoß (55.), den Lange mit den Fingerspitzen an die Latte lenkte, und eine Kombination der kurz zuvor eingewechselten Kevin Freiberger (für Hermes) und Marcel Platzek (für Kreyer) in Minute 68, an dessen Ende Platzek einschussbereit um Haaresbreite verpasste, nährten bei den mitgereisten gut 500 Essenern die Hoffnung, doch noch etwas Zählbares mit zurück an die Hafenstraße zu nehmen. Als in der Folge Daniel Grebe mit seinem Versuch aus 18 Metern auch nur knapp am Verler Gehäuse vorbeizielte (81.) und Max Dombrowka nach einem Pressschlag die Ampelkarte sah, hatte RWE an diesem Tag nichts mehr entgegenzusetzen. Daran konnte auch der Platzverweis Mikic‘ in der Nachspielzeit nichts mehr ändern.

Nach dem Niederrheinpokal-Halbfinale am Dienstag, 14. April, gegen den FC Kray (18.30 Uhr, Stadion Essen) geht es für Rot-Weiss Essen in der Regionalliga am kommenden Samstag gegen die Sportfreunde Siegen um die nächsten drei Punkte. Anstoß der Partie ist um 14.00 Uhr an der Hafenstraße.