29. April 2015

„Hennef ist absolut zu beachten“

Chef-Trainer Markus Reiter über Fortschritte im spielerischen Bereich und die anstehenden Aufgaben.

Es läuft wieder bei unseren Jungs. Neben Jürgen Lucas – mittlerweile zurück bei der U19 – trägt auch Markus Reiter einen großen Anteil daran. Unser Cheftrainer durfte den zweiten Liga-Sieg in Folge feiern – erstmals seit November 2014. Warum die Erfolge wieder zurückgekehrt sind und was der Schlüssel dazu sein kann, erklärt Reiter im Interview.

Markus Reiter, beschreib uns doch mal aus deiner Sicht den 3:0-Auswärtserfolg in Wattenscheid.

MR: Wir waren sehr, sehr zufrieden mit dem Auftritt. Wir haben die Dinge umgesetzt, die wir uns vorgenommen haben und haben uns in der zweiten Hälfte auch mit Toren belohnt. Auch den ersten Durchgang fand ich nicht schlecht, da kamen wir ebenfalls zu Torchancen. Mit ein bisschen Glück können wir vor der Pause schon mit 1:0 in Führung gehen. Das hat in der Halbzeit aber keine Rolle gespielt. Wir haben den Chancen nicht hinterher getrauert, sondern waren sehr selbstbewusst, haben zwei, drei Dinge verändert und uns dann mit den drei Toren noch belohnt.

Wir hatten nach dem Spiel gegen Verl darüber gesprochen, dass das Toreschießen noch Schwierigkeiten bereitet, weil gewisse Räume noch nicht angelaufen wurden.

MR: Ich glaube auch, dass wir in diesem Zusammenhang einen Schritt weitergekommen sind. Wenn ich an Marwin Studtrucker oder Kevin Grund denke, die es immer wieder über die Außen geschafft haben, mit ihrer Dynamik und dem Ball am Fuß in den Sechzehner zu kommen. Das hat sich ein bisschen verbessert und wir haben gewisse Automatismen gefunden, bei denen wir relativ zuverlässig wissen, dass wir gefährlich über die Außen agieren und den Gegner unter Druck setzen können.

Und gegen Wattenscheid wurden die entstandenen Möglichkeiten auch genutzt. Für Doppelpacker Marcel Platzek dürfte es doch ein richtiger Befreiungsschlag gewesen sein?

MR: Für Marcel auf jeden Fall. Das hat man absolut an seiner Reaktion gesehen. Auch während der Trainingswoche ärgert sich Marcel immer beim Torschusstraining, wenn er nicht trifft – da ist er Stürmer durch und durch. Es war schon wichtig, dass wir Marcel in die Position bekommen haben, dass er häufig zu Chancen kommt. Wenn wir uns die Chancen so wie gegen Wattenscheid erarbeiten, war uns allen klar, dass Marcel auch wieder seine Tore macht. Umso schöner, dass er gegen Wattenscheid direkt den Doppelpack gemacht hat.

Besonders auffällig in den letzten Wochen war das Spiel aus der eigenen Hälfte. Deine Mannschaft soll den Ball herausspielen, statt ihn zu schlagen. Warum gerade dieser Ansatz?

MR: Weil es den Gegner vor Probleme stellt. Der Gegner hat dann die Wahl. Stellt er uns zu, muss er damit zurechtkommen, dass er mit seinen Innenverteidigern bei uns an der Hafenstraße an der Mittellinie steht. Das will natürlich nicht jeder Gegner, weil dann der Raum hinter den beiden Innenverteidigern relativ groß ist und unsere schnellen Außenspieler haben dann die Möglichkeiten, schnell dort herein zu starten. Wenn sich der Gegner dazu entscheidet, uns lieber spielen zu lassen, dann haben wir den Ball am Fuß, haben sehr viel Ballkontrolle und der Gegner ist gezwungen, uns hinterherzulaufen.

Was zur Folge hat, dass der Gegner müde wird?

MR: Wenn man das geschickt macht, dann entstehen vielleicht nicht in der Halbzeit, aber im weiteren Spielverlauf Räume, weil der Gegner müde wird und es nicht mehr schafft die Räume zu schließen. Die kann man dann bespielen.

Dritter Sieg in Folge

Damit sprichst Du indirekt das Thema Fitness an. Wir befinden uns am Ende einer langen Saison mit zwei Wettbewerben. Worauf kommt es im April und Mai in der Trainingsarbeit an?

MR: Natürlich kann man in der Trainingsarbeit nicht mehr allzu viel machen. Wir haben aber schon, gerade im Hinblick auf das Pokalfinale, ausgemacht, dass wir ein Stückchen mehr an unserer Fitness arbeiten müssen. Darauf legen wir ein Augenmerk. Der Fokus liegt auf der Intervallarbeit. Dabei geht es nicht um die Kilometer, sondern um eine schnelle Erholung nach einem Sprint. So wollen wir in der Lage sein, dass wir Situationen, in denen man höchstes Tempo braucht, noch öfter fahren können. Dafür eignen sich besonders der Dienstag und der Mittwoch.

Lass uns zum Abschluss einen Blick auf den FC Hennef werfen. Warum ist gerade der Tabellenletzte, für den es um nichts mehr geht, so gefährlich?

MR: Das beste Argument steckt in der Frage. Das sieht man vielleicht auch an den Bochumer Amateuren, bei denen klar ist, dass eine Menge Druck abfällt und man ein Stück weit mutiger wird. Hennef ist absolut zu beachten und wir werden hochkonzentriert an die Sache herangehen – zum dritten Sieg in Folge.