13. Mai 2015

Nächster Gegner: RWE erwartet selbstbewusste Kleebläter

RWO wartet seit 1998 auf dritten Pokalsieg

Ein möglicher Aufstieg in die 3. Liga ist für den Traditionsverein Rot-Weiß Oberhausen in der laufenden Saison schon lange kein Thema mehr. Bereits vor einigen Monaten gab der Klub bekannt, dass er keine Lizenz für die kommende Drittliga-Saison beantragen wird. Der Tabellenvierte vom Niederrhein verfolgt aber – genau wie RWE – noch ein großes Ziel: Den Gewinn des Niederrheinpokals und damit den Einzug in die DFB-Pokal-Hauptrunde. Am heutigen Himmelfahrtstag fällt ab 14 Uhr an der Hafenstraße die Entscheidung.

Der letzte Oberhausener Pokalsieg liegt schon lange zurück. In den Jahren 1996 (2:0 gegen den FC Remscheid) und 1998 (2:0 nach Verlängerung gegen den SV Straelen) setzten sich die „Kleeblätter“ jeweils im Verbandspokal-Wettbewerb auf FVN-Ebene durch. Dreimal stand RWO noch im Endspiel (1983, 1997 und zuletzt 2013), zog aber jeweils den Kürzeren.

Zwei Jahre nach der bitteren 0:1-Finalniederlage vor eigenem Publikum gegen die Sportfreunde Baumberg soll es nun wieder klappen. Während der letzten Saison waren die Rot-Weißen am KFC Uerdingen 05 gescheitert. Bereits im Achtelfinale hatten die „Kleeblätter“ in Krefeld 1:3 nach Verlängerung verloren.

Der bisherige Wettbewerbsverlauf kann sich sehen lassen: Auf dem Weg ins heutige Finale besiegte RWO die Bezirksligisten Blau-Weiß Oberhausen (6:0) und TuS Essen-West 81 (2:0) sowie die Landesligisten Teutonia St. Tönis (5:0) und TV Kalkum-Wittlaer (5:0) sowie den Drittligisten MSV Duisburg (2:0). Mit 20 erzielten Toren und ohne jeden Gegentreffer zogen die Oberhausener souverän in das Endspiel ein und ließen im Halbfinale sogar gegen die (wenn auch nicht in Bestbesetzung angetretenen) „Zebras“ nichts anbrennen.

Auch in der Liga stellte die Mannschaft von RWO-Trainer Andreas Zimmermann häufig genug unter Beweis, dass sie – bei größerer Konstanz – durchaus das Potenzial hatte, in der Spitzengruppe um das Erreichen der Aufstiegsrelegation mitzuspielen. So verloren die „Kleeblätter“ gegen das Spitzentrio Borussia Mönchengladbach U 23, FC Viktoria Köln und Alemannia Aachen kein einziges Spiel.

Fünfmal hatten die drei Meisterschaftsanwärter versucht, die Rot-Weißen zu besiegen und wichtige Punkte im Rennen um das Erreichen der Aufstiegsrelegation zu holen. Die Oberhausener gewannen zweimal, außerdem stehen drei Unentschieden zu Buche. In der Hinrunde war der Mannschaft von RWO-Trainer Andreas Zimmermann gegen die Gladbacher Reserve und bei Viktoria Köln (jeweils 2:1) ein Dreier gelungen. Die zwei Begegnungen gegen Alemannia Aachen endeten beide mit einem torlosen Unentschieden. Im jüngsten Heimspiel gegen die Zweitvertretung der „Fohlen“ (2:2) ergatterte RWO immerhin einen Zähler. Das zweite Duell mit der Kölner Viktoria folgt erst am kommenden Sonntag im Niederrheinstadion. Auch in den beiden Punktspiel-Derbys gegen RWE (4:4, 1:0) fuhren die Oberhausener vier Punkte ein und blieben ungeschlagen. Dafür ließen sie jedoch gegen vermeintlich schwächere Gegner zu oft Punkte liegen.

Ein gutes Omen für das Pokal-Finale könnte aus RWO-Sicht sein, dass die Zimmermann-Elf in der laufenden Saison vor allem in fremden Stadien überzeugte. In der Auswärtstabelle rangieren die Rot-Weißen mit 26 Punkten auf dem dritten Rang. Nur der Reserve von Borussia Mönchengladbach (28 Zähler) und dem FC Viktoria Köln (27 Punkte) muss RWO in dieser Statistik Vortritt gewähren.

Auch die Offensivleistung kann sich sehen lassen: 49 Tore sind gleichbedeutend mit dem viertbesten Angriff der Liga. Besser sind nur Mönchengladbach II (72 Tore), der FC Viktoria Köln (63) und Rot-Weiss Essen (54). Allein 20 Tore gingen auf das Konto des RWO-Sturmduos mit David Jansen (zwölf Treffer) und Raphael Steinmetz (acht Saisontore).

Der 20-jährige Steinmetz spielt erst seit Beginn der Saison für RWO, war zuvor für den Landesligisten Arminia Klosterhardt am Ball. Erst im März hatte der gebürtige Oberhausener für großes Aufsehen gesorgt: Im Rahmen der Begegnung gegen den SC Wiedenbrück (4:0) gab er seine Vertragsverlängerung bis Juni 2017 bekannt und traf im Anschluss dreifach. Nicht zuletzt auf ihr Torjäger-Duo, das vom wiedergenesenen Spielmacher Patrick Bauder „gefüttert“ werden soll, hoffen die „Kleeblätter“ deshalb auch im heutigen Endspiel um den Niederrheinpokal.