17. Mai 2015

„Doppelpacker“ Kreyer und „Joker“ Grebe sichern Auswärtsdreier

Gegen die U23 von Fortuna Düsseldorf siegte Rot-Weiss Essen 72 Stunden nach dem Triumph im Niederrheinpokal vor 924 Zuschauern im Paul-Janes-Stadion mit 3:2 (1:1). Zwei Treffer von Sven Kreyer (25., 75.) und dem im zweiten Durchgang eingewechselten Daniel Grebe (69.) sorgten für die drei Punkte am Flinger Broich, womit den Rot-Weissen einen Spieltag vor Schluss Platz 5 in der Endabrechnung der Regionalliga-West nicht mehr zu nehmen ist. 

Am vorletzten Regionalliga-Spieltag der Saison 2014/15 gastierte der frisch gekürte Niederrheinpokalsieger Rot-Weiss Essen bei der U23 der Fortuna aus Düsseldorf. Drei Tage nach dem über 120 minütigen Pokalfight schickte Chef-Trainer Markus Reiter eine zunächst auf gleich sechs Positionen veränderte Startelf ins Rennen. Für Daniel Grebe, Marcel Platzek, Marwin Studtrucker, Philipp Zeiger, Patrick Huckle und Benjamin Baier starteten Tim Treude, Sven Kreyer, Tobias Steffen, Mario Neunaber, Tim Hermes und Kevin Freiberger von Beginn an. Folglich rückte Neunaber neben Richard Weber in die Innenverteidigung. Tim Hermes übernahm die Linksverteidiger-Position. Im zentralen defensiven Mittelfeld agierte Treude neben Leon Binder, vor ihnen im offensiven Mittelfeld Freiberger. Tobias Steffen und Kevin Grund belegten die Außenpositionen hinter Kreyer im Sturmzentrum. Auf Seiten der Fortuna musste Interimstrainer Markus Hirte indes auf Kaan Akca, Maurice Pluntke und Robin Urban (alle Profikader) sowie Marvin Ajani (Verletzung) verzichten. 

Rotation nach Pokalsieg
Die Hausherren aus der Landeshauptstadt begannen couragiert und waren mit dem Anpfiff gleich bemüht, der Partie ihren Stempel aufzudrücken. Dieser Plan schien zunächst auch aufzugehen. Nicht einmal fünf Minuten waren gespielt, als Rot-Weiss sprichwörtlich Fortuna auf ihrer Seite hatte, als Rüzgar nach einer Ecke freistehend am Fünfmeterraum zum Kopfball kam, das Leder allerdings zum Glück aus Essener Sicht nicht richtig platzieren konnte. Nur wenige Augenblicke später stand der Düsseldorfer Angreifer nach einem Missverständnis in der RWE-Defensive erneut blank. Sein Versuch von der Strafraumkante streichte aber knapp am rechten Pfosten vorbei. Auch im Folgenden spielte sich das Geschehen auf dem Feld nur in einer Hälfte ab. Nachdem Weber aus knapp 25 Metern über den Querbalken des Tores von Niclas Heimann zielte (7.), war es einmal mehr Rüzgar, der nach einer Flanke Rybackis per Kopf aus kurzer Distanz an Heimann scheiterte.

"Haben schwer ins Spiel gefunden"

Es dauerte 25 Minuten bis der RWE erstmalig gefährlich in der gegnerischen Hälfte auftauchte und die zu diesem Zeitpunkt überraschende Führung für die Gäste einbrachte: Kevin Freiberger nahm sich auf dem rechten Flügel ein Herz und setzte zum Dribbling an bis er plötzlich frei vor Fortuna-Keeper Heller auftauchte. Sein Schuss konnte der Düsseldorfer Schlussmann nur in die Mitte abwehren, wo es dann Sven Kreyer war, der abstaubte und den Ball zur 1:0-Führung für die Essener über die Linie drückte (25.). „Wir haben schwer ins Spiel gefunden und brauchten das Tor offensichtlich als Wachmacher“, resümierte Trainer Markus Reiter nach der Partie angesichts des Auftretens seiner Mannschaft in der ersten Hälfte der ersten Halbzeit. Der Führungstreffer tat den Hafenstraßenfußballern fortan tatsächlich sichtlich gut. Dennoch konnte Goralski kurz vor der Pause doch noch für den Ausgleich der Fortunen sorgen (40.). Einen Freistoß aus dem Halbfeld konnte der F95-Innenverteidiger per Direktabnahme am zweiten Pfosten stehend zum Ausgleich nutzen – 1:1.

Kreyer und Grebe drehen Rückstand

Nach dem Seitenwechsel bot sich den 924 Zuschauern im Paul-Janes-Stadion zunächst ein ähnliches Bild wie zu Beginn des ersten Durchgangs. Im Mittelpunkt stand wiederum der an diesem Nachmittag überragende Düsseldorfer, Kemal Rüzgar, der nach Vorlage Sangares zum 2:1 für die Gastgeber vollendete (56.). Doch die Mannschaft um Kapitän Mario Neunaber zeigte Moral und Kampfgeist und wurde dafür in Minute 69 belohnt. Der nach der Halbzeit für Tobias Steffen eingewechselte Daniel Grebe wurde von Kevin Grund, der sich sehenswert auf der linken Seite durchsetzen konnte und in den Rücken der Fortuna-Verteidiger ablegte, in Szene gesetzt und schob die Kugel aus knapp 16 Metern flach in die Maschen. Der Ausgleich war wieder hergestellt.

Nur drei Minuten später hatte Tim Treude die erneute Führung auf dem Fuß, verpasste aber knapp. Sein Schussversuch ging Zentimeter am linken Pfosten des Fortunen-Tores vorbei (72.). Wiederum exakt drei Minuten später die nächste Gelegenheit für die Rot-Weissen, die dieses Mal mehr Erfolg versprechen sollte: Grebes scharfe Freistoß-Hereingabe von der Strafraumgrenze landete punktgenau auf dem Kopf Kreyers – 3:2 für Rot-Weiss Essen (75.). Erneut Grebe (77.) sowie der ebenfalls eingewechselte Lucas Arenz (82.) verpassten die Vorentscheidung, so dass es fünf Minuten vor dem Ende noch einmal brenzlig im RWE-Strafraum wurde und der Ball plötzlich hinter Niclas Heimann im Netz zappelte. Doch hatte Rüzgar bei seinem Abschluss in dieser Situation im Abseits gestanden.

Somit blieb es letztendlich beim 3:2 für den RWE, die die drei Punkte somit mit zurück an die Hafenstraße nehmen konnten. Am kommenden Samstag, 23. Mai, gastiert um 14.00 Uhr die U21 des 1.FC Köln zum letzten Spieltag der Saison an der Essener Hafenstraße.