5. Juni 2015

„Wir haben unsere Ziele erreicht“

RWE-Nachwuchsleiter Andreas Winkler zieht positives Saison-Fazit.

Bundesliga-Aufstieg der U19, Klassenverbleib der U17 sowie der U15 und vor allem die Zertifizierung des Nachwuchsleistungszentrum durch den Deutschen Fußball-Bund (DFB): Die positiven Nachrichten für die Nachwuchsabteilung von Rot-Weiss reißen nicht ab. Kein Wunder, dass der langjährige RWE-Nachwuchskoordinator Andreas Winkler eine positive Saisonbilanz zieht. „Wir haben alle gesteckten Ziele erreicht“, so der 45-Jährige, der sich aktuell auch um die Kaderplanung bei der ersten Mannschaft kümmert. Wir sprachen mit „Andi“ Winkler.
 
Hallo Andreas! Eine überaus erfolgreiche Saison im RWE-Nachwuchsbereich nähert sich dem Ende. Wie lautet Dein Fazit?
 
AW: Ich bin hochzufrieden, obwohl die aktuelle Qualifikationsrunde der U16-Mannschaft für die Niederrheinliga noch kein abschließendes Fazit zulässt. Durch den siebten Tabellenplatz muss sich die U16 nun gegen Rhenania Bottrop, VfL Willich und VfB 03 Hilden durchsetzten. Nur der Erstplatzierte der Quali-Gruppe erhält für die neue Saison eine Startberechtigung in der Niederrheinliga. Aber mit dem Klassenverbleib der U17 sowie der U15 und dem Aufstieg der U19 in die Bundesliga haben wir alle unsere Ziele erreicht.
 
Wie bewertest Du den direkten Wiederaufstieg der A-Jugend?
 
AW: Wie die Mannschaft den Mitkonkurrenten aus Oberhausen über die gesamte Saison auf Distanz gehalten hat, war schon beeindruckend. Die Jungs haben sich selbst belohnt, weil bei uns mindestens immer acht Jungjahrgänge in der Startelf standen. Jetzt dürfen sich diese Spieler auch auf die Bundesliga freuen. Es gibt nichts Schöneres! Auch Trainer Jürgen Lucas und sein bisheriger Assistent Enrico Schleinitz haben mit ihrem Team herausragende Arbeit geleistet.
 
Wie wichtig ist es, dass RWE auch mit der U19 in der höchsten deutschen Spielklasse vertreten ist?
 
AW: Für uns ist es ein Privileg, in dieser Liga spielen zu dürfen. Das ist – im Vergleich zu den Möglichkeiten der Konkurrenz – keine Selbstverständlichkeit. Sich auf diesem hohen Niveau zu bewegen, bringt jeden einzelnen Spieler in seiner Entwicklung weiter.
 
Ist die U19 stark genug, um die Klasse in der neuen Saison zu halten?
 
AW: Ich bin davon überzeugt, dass wir eine mehr als konkurrenzfähige Mannschaft stellen werden. Die Truppe ist charakterfest und hat mit 96 Toren die meisten Treffer in der Niederrheinliga erzielt. Darüber hinaus war die Defensive bärenstark und hat nur neun Gegentreffer zugelassen.
 
Bleibt die Aufstiegsmannschaft zusammen oder erfährt der RWE-Nachwuchs auch eine externe Auffrischung?
 
AW: Wie schon gesagt: Viele Leistungsträger bleiben der Mannschaft erhalten. Trotzdem haben wir uns selbstverständlich auch noch Verstärkungen umgesehen. Mit Abwehrspieler Guliano Nieddu von Preußen Münster, Torhüter Maksimilijan Milovanovic von Bayer 04 Leverkusen, Linksverteidiger Yves Busch vom ETB Schwarz-Weiß und Innenverteidiger Arman Corovic vom TSV 1860 München konnten wir vier externe Neuzugänge für uns gewinnen.
 
Wann beginnt die Vorbereitung auf die neue Spielzeit für die U19 und U17?
 
AW: Für die U19 hat Jürgen Lucas das erste Training für den 8. Juni angesetzt. Die U17 wird mit Toni Kotziampassis auch nur zwei Tage später einsteigen.
 
Wie bewertest Du den Klassenverbleib der U17 in der Staffel West der B-Junioren-Bundesliga?
 
AW: Diese Leistung kann man gar nicht hoch genug bewerten. In den zurückliegenden drei Spielzeiten hätte die Mannschaft mit 31 Punkten jeweils einen sicheren Mittelfeldplatz belegt. Aus meiner Sicht waren die beiden Siege gegen den VfL Bochum (1:0/2:1), der gleich mit mehreren Nationalspielern bestückt war, die Schlüsselerlebnisse für unser gutes Abschneiden.
 
Welchen Anteil hat U17-Trainer Antonios „Toni“ Kotziampassis am Klassenverbleib?

 
AW: Auch Toni hat ein ganz dickes Lob verdient. Er ist in schwierigen Phasen immer ruhig geblieben und hat mit seiner positiven Art die Mannschaft mitgerissen. Auch als es eng für uns wurde, hat er es verstanden, seine Spielidee auf den jeweiligen Gegner anzupassen.
 
Welche Höhepunkte habt Ihr Euch für die Vorbereitung einfallen lassen?
 
AW: Die U19 wird zwei Wochen vor dem Saisonstart ein Kurztrainingslager in Glandorf bei Osnabrück absolvieren. Außerdem stehen für beide Mannschaften hochkarätige Turniere auf dem Programm.
 
Welche Ziele verfolgt der Verein langfristig für den Nachwuchsbereich?
 
AW: Wir werden alles versuchen, um unsere Jugendmannschaften in der Bundesliga zu etablieren. Infrastrukturell müssen wir uns aber weiter verbessern. Auch unseren Sponsoren müssen wir deutlich vor Augen führen, dass in Essen kein Leistungsfußball, sondern Hochleistungsfußball gespielt wird.
 
Wie sieht der Leistungsstand unterhalb der U17 aus? Dürfen wir uns auf hoffnungsvolle Talente freuen?
 
AW: Ich habe alle Jugendmannschaften bis zur U11 fest im Blick. Es geht darum, die Identifikation zum Verein weiter zu stärken und die Talente langfristig an uns zu binden. Einige habe ich schon auf dem Zettel, die den Sprung in die erste Mannschaft schaffen könnten.
 
Dabei ist die inzwischen erfolgte Zertifizierung des RWE-Nachwuchsleistungszentrums durch den Deutschen Fußball-Bund ein besonders wichtiger Schritt!
 
AW: Die Genehmigung unseres Leistungszentrums durch den DFB-Jugendausschuss ist ein Meilenstein für uns. Durch die Zertifizierung ist unsere Attraktivität als Gesamtverein weiter gestiegen. Schließlich macht sie deutlich, dass wir die vom DFB geforderten hohen Standards an ein NLZ erfüllen. Ein wichtiger Punkt ist dabei auch, dass wir nun in der Lage sind, schon hochtalentierte Spieler im U16-Bereich vertraglich an uns zu binden. Die Zeiten, in denen wir ein Selbstbedienungsladen für andere Klubs waren, sollen endlich der Vergangenheit angehören.
 
Welche personellen Veränderungen wird es im NLZ zur neuen Saison geben?
 
AW: Unser Jugend-Cheftrainer bleibt weiterhin Dirk „Putsche“ Helmig. Enrico Schleinitz, bisher im Trainerteam der U19, hat als hauptamtlicher organisatorischer Mitarbeiter einen Vertrag unterschrieben und wird in der neuen Saison außerdem die U16 betreuen.

Interview: MSPW