30. Juli 2015

„Wir sind selbstbewusst und voller Tatendrang“

U19-Trainer Jürgen Lucas freut sich auf den Saisonstart in der Junioren-Bundesliga.

Am Sonntag, 16. August, (11 Uhr) ertönt für die U19 von Rot-Weiss Essen mit dem Derby bei Fortuna Düsseldorf der Startschuss in die neue Spielzeit der A-Junioren-Bundesliga West. Nach der souveränen Meisterschaft in der Niederrheinliga und dem direkten Wiederaufstieg in die höchste deutsche U19-Spielklasse, will sich die Mannschaft von RWE-Trainer Jürgen Lucas nun im Oberhaus etablieren. Für die „Mission Klassenverbleib“ haben unsere Rot-Weissen gleich zu Beginn ein „Hammerprogramm“ vor der Brust. Nach dem Duell mit der Fortuna stehen für RWE die Partien gegen Borussia Mönchengladbach und beim Meisterschaftsaspiranten Borussia Dortmund auf dem Programm. Vor dem Saisonstart sprachen wir mit Jürgen Lucas.
 
Hallo Jürgen Lucas! Nach einem Jahr Abstinenz meldet sich RWE in der West-Staffel der A-Junioren-Bundesliga zurück. Wie groß ist die Vorfreude auf die kommende Spielzeit

Jürgen Lucas:Riesengroß. Wir sind mit fast hundert Toren und nur neun Gegentreffern verdient und souverän aufgestiegen. Wir haben eine herausragende Saison hinter uns, gehen jetzt mit viel Selbstvertrauen und voller Tatendrang an die neuen Aufgaben.
 
Wie zufrieden bist Du mit dem aktuellen Stand der Vorbereitung?

 
Lucas: Die Mannschaft zieht sehr gut mit. Beim Turnier der SpVg Schonnebeck sind wir bis ins Finale vorgestoßen, haben dort aber unglücklich 0:1 gegen unseren künftigen Ligakonkurrenten 1. FC Köln verloren. Während unseres Kurztrainingslagers in Glandorf bei Osnabrück konnten wir den „Mettner-Cup“ für uns entschieden. Auf dem Weg ins Finale haben wir unter anderem Twente Enschede 4:0 besiegt und uns im Finale gegen den SC Paderborn 1:0 durchgesetzt.
 
Welche Ziele habt ihr Euch gesteckt?

 
Lucas: Wir wissen, was uns in der Bundesliga erwartet, und wollen den Klassenverbleib so schnell wie möglich unter Dach und Fach bringen. Die Konkurrenz in der Liga ist groß und die Aufgaben werden um einiges schwerer. Darüber hinaus wollen wir die Jungs in ihrer Entwicklung weiterbringen und optimal für den Seniorenfußball vorbereiten.
 
Welche Faktoren entscheiden über Erfolg oder Misserfolg?
 
Lucas: Wir können bis auf wenige Ausnahmen auf einen fast komplett eingespielten Kader zurückgreifen. Um weiterhin erfolgreich zu sein, müssen wir wieder geschlossen auftreten, unser Umschaltspiel optimieren und weiterhin zielstrebig nach vorne spielen. Ganz wichtig wird sein, dass wir uns schnell an das höhere Tempo gewöhnen. Der Sprung von der Niederrheinliga zur Bundesliga ist schon gewaltig.
 
Welche Neuzugänge wurden für die „Mission Klassenverbleib“ verpflichtet?
 
Lucas: Da unsere Aufstiegsmannschaft zum größten Teil aus Jungjahrgängen bestand, haben wir mit den beiden Torhütern Marius Ebener vom KFC Uerdingen 05 und Maksimilijan Milovanovic von Bayer 04 Leverkusen, den Abwehrspielern Yves Busch vom ETB Schwarz-Weiß, Arman Corovic vom TSV 1860 München und Giuliano Niddu von Preußen Münster sowie Stürmer Said Harouz von Fortuna Düsseldorf lediglich sechs externe Neuzugänge dazu geholt. Aus der eigenen U17 wurden insgesamt acht Spieler hochgezogen.
 
Mit Co-Trainer Robin Krüger unterstützt Dich in dieser Saison ein alter Bekannter, der zuletzt einige Jahre für den Regionalliga-Kader tätig war. War es Dein Vorschlag, ihn mit ins U19-Boot zu nehmen?
 
Lucas: Der Vorschlag kam von mir und unserem neuen Sportdirektor Andreas Winkler. Robin hat sich durch seine engagierte Arbeit bei der ersten Mannschaft ein hohes Ansehen im Verein erarbeitet.
 
Wie läuft die Zusammenarbeit mit Markus Reiter, der als neuer Leiter der Nachwuchsabteilung die Nachfolge von Andreas Winkler angetreten hat?

 
Lucas: Ich habe bekanntlich mit Markus in der letzten Saison bereits zusammengearbeitet. Wir verstehen uns gut und liegen fußballerisch auf einer Wellenlänge. Insgesamt sind wir im Verein personell sehr gut aufgestellt. Das Gesamtpaket stimmt und das Konzept der kurzen Wege erleichtert die Arbeit.
 
Nach der Trennung von Marc Fascher hattest Du gemeinsam mit Markus Reiter die erste Mannschaft für vier Spieltage betreut. Wie war es für Dich, bei RWE an vorderster Front zu stehen?
 
Lucas: Es war eine ganz besondere Erfahrung. Ich bin Essener durch und durch. Mit dem Einzug in den DFB-Pokal ist für mich ist ein Traum in Erfüllung gegangen. Im Nachhinein muss ich mich bei der Mannschaft, die es mir als Jugendtrainer wirklich leicht gemacht hat, und dem Verein für das entgegengebrachte Vertrauen bedanken.
 
Zurück zur U19: Wie wichtig ist ein Verbleib in der Junioren-Bundesliga für Rot-Weiss Essen?
 
Lucas: Durch den Wegfall der U 23 ist es für den Verein ungemein wichtig, dass die Spieler auf höchstem Niveau ausgebildet werden. Dadurch fällt der Sprung für die Talente in den Seniorenbereich nicht mehr ganz so extrem aus.
 
Wie wichtig wäre ein guter Saisonstart?

 
Lucas: Mit den Begegnungen gegen Fortuna Düsseldorf, Borussia Mönchengladbach und Borussia Dortmund erwartet uns ein äußerst schwieriges Auftaktprogramm. Die Messlatte liegt für uns bereits zu Anfang ganz hoch. Ich bin aber guter Dinge, dass wir auch in diesen Spielen punkten werden.
 
Wer sind für Dich die Favoriten auf die Meisterschaft?
 
Lucas: Borussia Dortmund ist für mich diesmal der Top-Favorit. Aber auch auf die Spiele gegen den FC Schalke 04, der mit seinem Trainer Norbert Elgert im Jugendfußball Maßstäbe gesetzt hat, freue ich mich ganz besonders.
 
Welche Spieler besitzen das Potenzial, den Sprung in die erste Mannschaft zu schaffen?
 
Lucas: Wir haben schon jetzt zwei bis drei Spieler im Auge, bei denen wir uns berechtigte Hoffnungen machen. Aber zuerst müssen sie ihre Qualitäten auch auf höherem Niveau in der Bundesliga abrufen, bevor sie den nächsten Schritt machen.

 
Wie sieht die personelle Lage vor dem ersten Saisonspiel aus?

 
Lucas: Alpay Cin, der sich eine schmerzhafte Kopfverletzung zugezogen hatte, ist wieder voll im Training. Das Gleiche gilt auch für Rechtsverteidiger Haymenn Boh-Traore, der sich nach seinem Bänderriss im Sprunggelenk wieder an die Mannschaft herankämpft. Auch Justice Agyeman, bei dem nach seinem Mittelfußbruch eine Platte operativ entfernt wurde, hat noch Rückstand aufzuholen.

Interview: MSPW