9. August 2015

Verlorenes Spiel, gewonnenes Selbstvertrauen

RWE scheidet trotz starker Leistung gegen Zweitligist Fortuna Düsseldorf aus dem DFB-Pokal aus.

Im Elfmeterschießen unterliegt Rot-Weiss Essen der Fortuna aus Düsseldorf. Sowohl die reguläre Spielzeit als auch die Verlängerung endeten zuvor torlos. „Wir haben heute genau das abgerufen, was wir vorhatten. Viel besser kannst du dich in so einem Spiel als klassentieferer Verein nicht verkaufen. Es hat nicht gereicht und trotzdem bin ich stolz auf diese Mannschaft. Wir werden das Positive aus diesem Spiel mitnehmen und mit breiter Brust in das Spiel gegen Rödinghausen gehen“, so Chef-Trainer Jan Siewert nach dem Spiel.

Der rot-weisse Übungsleiter wusste zu überraschen. Auf gleich sechs Positionen veränderte Siewert im Vergleich zum Meisterschaftsauftakt in der Vorwoche seine Startelf. Und so durfte beispielsweise im Tor Robin Heller beginnen, der erst vor der laufenden Saison von ebenjenen Düsseldorfern in die Ruhrmetropole gewechselt war, denen er jetzt im RWE-Trikot gegenüberstand. Doch der rot-weisse Torhüter stand zunächst weniger im Mittelpunkt, als es vor der Partie der eine oder andere Fußballfachmann angesichts des Ligen-Unterschieds vorhergesagt hatte.

Denn von Beginn an spielten die Rot-Weissen munter mit und ergaben sich keinesfalls in die Rolle des mauernden Underdogs. Das dicht gestaffelte und ebenso ballsicher wie zweikampfstarke Mittelfeld um Moritz Fritz, Benjamin Baier und Kasim Rabihic bot den Landeshauptstädtern Paroli und leitete gefährliche Aktionen der Bergeborbecker ein. In einer solchen sah sich der quirlige Marcel Platzek in der 10. Minute nur noch Gäste-Keeper Unnerstall gegenüber, wurde jedoch in letzter Sekunde vom heraneilenden Schmitz regelwidrig unmittelbar vor dem Sechzehner der Düsseldorfer umgerannt. Wenige Minuten später wusste sich die Düsseldorfer Abwehr gegen den rot-weissen Mittelstürmer erneut nur regelwidrig zu helfen, diesmal allerdings im Gäste-Strafraum. Schiedsrichter Siebert erkannte zwar das Foul, verlegte den Ort des Geschehens jedoch vor die Strafraummarkierung und entschied somit lediglich auf Freistoß, der letztendlich nichts einbrachte. Auch in den folgenden Spielminuten bewies Platzek einige Male seine Schnelligkeit, konnte den Ball zwar an den Verteidigern Haggui und Strohdiek, nicht aber an Keeper Unnerstall vorbeibringen (64. und 90.). Ebenso verpassten es Marwin Studtrucker (62. ) und Moritz Fritz (69.), eine durchaus verdiente Führung für RWE zu erzielen. Doch auch in den 30 Minuten der Überzahl, nachdem der Düsseldorfer Schmitz mit Gelb/Rot vom Platz gestellt wurde, kamen die Rot-Weissen zwar zu Chancen, nicht aber zum Torerfolg.

Da schließlich auch der Zweitligist aus Düsseldorf gute Gelegenheiten wie die durch Koch (41.) oder Ya Konan (111.) nicht zu nutzen wusste, ging es für beide Mannschaften ins Elfmeterschießen. Anders als im Finale des Niederrheinpokals gegen Oberhausen musste RWE sich hier trotz zweier starker Paraden von Robin Heller geschlagen geben und schied so unglücklich, aber mit dem Wissen um eine starke Leistung gegen einen klassenhöheren Gegner, aus dem DFB-Pokal aus. „Wir haben heute einen Zweitligisten an den Rand einer Niederlage gebracht. Das sollte uns Selbstvertrauen geben“, zog Chef-Trainer Jan Siewert ein positives Fazit nach einem bitteren Ergebnis für seine Elf.

Aufstellung:

Heller – Cokkosan – Weber – Windmüller – Al Khalaf – Fritz – Baier – Rabihic – Studtrucker (86. Cekic) – Soukou (73. Grund) – Platzek (111. Behrens)

Das Spielgeschehen im Liveticker.