13. August 2015

U17: „Klassenverbleib so schnell wie möglich festmachen“

RWE-Trainer Antonios „Toni“ Kotziampassis sprach mit uns vor dem Saisonstart der B-Junioren-Bundesliga.

Am kommenden Sonntag, 16. August, fällt für die U17 von Rot-Weiss Essen mit dem Heimspiel gegen Fortuna Düsseldorf der Startschuss in die neue Spielzeit der B-Junioren-Bundesliga. Bereits seit sieben Jahren mischt die U17 in der höchsten deutschen Spielklasse mit. RWE-Trainer Antonios „Toni“ Kotziampassis, der den drohenden Abstieg in der letzten Saison mit seiner Mannschaft am vorletzten Spieltag abwenden konnte, geht mit insgesamt zehn externen Neuzugängen an die neuen Aufgaben heran. Im Juli 2014 hatte der 42-jährige Deutsch-Grieche die U17 übernommen und will die B-Junioren nun auch in seinem zweiten Jahr möglichst in ein ruhiges Fahrwasser führen.

Hallo „Toni“ Kotziampassis! Wie groß ist die Vorfreude auf die kommende Spielzeit?

TK: Die Vorfreude ist riesig. Vorbereitung hin oder her: Sobald es wieder um Punkte geht, ist eine ganz andere Spannung bei den Spielern zu spüren.

In Deinem ersten Jahr als U17-Trainer hast Du mit der Mannschaft gerade noch rechtzeitig die Kurve bekommen und den drohenden Abstieg abwenden können. Wo lagen die Gründe für den sensationellen Liga-Endspurt?

TK: Die Verpflichtungen von Nejat Gülünoglu und Mirco Brückner während der Winterpause hatten die Qualität im Kader deutlich erhöht. Wir haben auch die Trainingseinheiten intensiviert. Das war wohl der Schlüssel zum Erfolg.

Wie zufrieden bist Du mit dem aktuellen Stand der Vorbereitung?

TK: Seit dem 10. Juli sind wir voll im Training. Die Kameradschaft innerhalb der Mannschaft ist hervorragend. Die Schwerpunkte lagen wie immer im läuferischen sowie im Ausdauerbereich. Alle haben gut mitgezogen und brennen darauf, dass es endlich los geht. Die Testspiele gegen die U19 Mannschaften des SuS Stadtlohn (5:3), des ETB Schwarz-Weiß Essen (1:1) und von Westfalia Wickede (4:1) sowie das 9:1 bei der Spvgg. Erkenschwick stimmen mich zuversichtlich.

Welche Ziele habt Ihr Euch gesteckt?

TK: Wir wollen so schnell wie möglich den Klassenverbleib festmachen. Eine Zittersaison wie in der letzten Spielzeit wünscht sich niemand. Wir wissen, dass es wieder sehr schwer wird. Aber der Wille, alles zu geben, ist der Truppe deutlich anzumerken.

Was ist gefordert, um das Ziel zu erreichen?

TK: Die Fitness der Spieler steht zunächst im Mittelpunkt. Wenn wir es dann schaffen, an die Leistungen der Rückrunde anzuknüpfen, ist mir nicht bange. Wir werden uns wieder in jeden Ball reinwerfen und müssen vorne mehr Effektivität an den Tag legen.

Wer wurde extern neu hinzugeholt, um die angestrebten Ziele zu erreichen?

TK: Für die Innenverteidigung haben wir Felix Rudolf von Schalke 04 und Marc-André Kositzki vom VfB Waltrop zu uns geholt. Die Zwillinge Robin und Nico Köhler waren zuletzt für die SG Wattenscheid 09 aktiv und sollen in der Offensive für Wirbel sorgen. Vom VfL Bochum sind Mittelfeldspieler Johan Scherr, Torhüter Stefan Jaschin und Angreifer Jonas Bröcker zu uns gestoßen. Ebenfalls neu in unserem Angriff ist Furkan Er, der zuletzt beim Wuppertaler SV gespielt hatte. Neuzugang Nummer neun und zehn sind Gianluca Grahl und Baris Ekincier vom FC Iserlohn. Insgesamt sind zwölf Spieler aus der letzten Saison geblieben, neun sind zur U 19 hochgezogen worden.

Hat es auch in Deinem Trainerstab Veränderungen gegeben?

TK: Tim Lapaczynski, der in der letzten Saison noch die U16 von Rot-Weiss trainiert hatte, unterstützt mich jetzt als Co-Trainer bei meiner Arbeit.

Wie läuft der Austausch mit Markus Reiter als Leiter der Nachwuchsabteilung?

TK: Wir sehen uns fast jeden Tag und tauschen uns über alle möglichen Dinge aus. Die Zusammenarbeit klappt reibungslos. Ich freue mich über die positive Unterstützung.

Du hattest zuvor schon die U16 von Rot-Weiss Essen trainiert. Wie groß sind die Unterschiede zwischen den beiden Altersklassen?

TK: Erst einmal bewegen sich das Tempo und die Athletik auf einem deutlich höheren Niveau. Noch gravierender ist die taktische Schulung. Ich denke, der Unterschied zwischen einer Bundesligamannschaft und den Top-Vereinen aus der Niederrheinliga liegt bei mindestens zwei Spielklassen.

Was hast Du in Deinem ersten Jahr als U17-Trainer vor allem gelernt?

TK: Wie hoch das Niveau in dieser Liga ist, hat mich schon beeindruckt. Zu Beginn wollte ich vielleicht sogar etwas zu viel und habe mein Training auf modernste wissenschaftliche Daten ausgerichtet. Diese Linie habe ich grundsätzlich zwar nicht verlassen. Aber wenn ich jetzt das Gefühl habe, dass die Spieler einen Waldlauf mehr vertragen können, dann ziehe ich das auch durch.

Wer sind für Dich die Favoriten auf die Meisterschaft?

TK: Top-Favorit ist für mich erneut Borussia Dortmund. Dann kommen mit Bayer 04 Leverkusen, 1. FC Köln und Schalke 04 die üblichen Verdächtigen hinzu. Arminia Bielefeld traue ich – wie schon in der letzten Saison – erneut einiges zu.

Text: MSPW