18. August 2015

„Wir hätten gerne Danke gesagt!“

Kapitän Moritz Fritz schwärmt vom Pokalspiel

Lange hat es gedauert, bis sich Moritz Fritz endlich sicher sein konnte, dass sein Wechsel aus Herne-West zu unserem RWE unter Dach und Fach ist. Der Defensiv-Spezialist hat sich schon nach wenigen Wochen zu einer festen Säule in der Essener Mannschaft entwickelt und führt die Bergeborbecker als Kapitän auf das Feld. Für ihn nichts Neues, denn Moritz Fritz ist trotz seines jungen Alters schon in der Vergangenheit ein echter Leader gewesen. „Für mich war der Wechsel nach Essen der nächste Schritt, und ich freue mich besonders“, so Fritz.

Sein Wechsel an die Hafenstraße kam für einige durchaus überraschend. In der vergangenen Saison war er eine Säule in der Schalker Reserve, führte die Mannschaft mit der Binde am Arm auf das Feld und hatte großen Anteil am Klassenerhalt. Auch, so hieß es, hätte er die Möglichkeit gehabt, Teil des Schalker Profikaders zu werden.

Hätte, Wenn und Aber – all das zählt nichts mehr. Für Moritz Fritz gibt es nur eine Blickrichtung: In die Zukunft. „Ich bin mit Ambitionen zu RWE gekommen. Ich wusste, wenn ich bei RWE spiele, will ich mit anpacken und eine wichtige Rolle spielen. Dass das so schnell ging, hätte ich nicht gedacht“, sagt Fritz. Das Ziel ist klar: Irgendwann will Moritz Fritz in den Profifußball, gerne auch mit unseren Rot-Weissen. Über die Schwierigkeit eines solchen Unterfangens macht sich Fritz keine Illusionen: „Man hat es in den letzten zwei Jahren gesehen, dass immer wieder neu gemischt wird. Gladbachs U23, die hatte dieses Jahr auch keiner auf dem Zettel.“

Als Trainersohn unter ständiger Beobachtung

Obwohl Fritz gerade einmal 22 Jahre alt ist, hat er schon bei einigen Vereinen die Knochen hinhalten müssen. Einst schnürte er in Dortmund und Bielefeld die Fußballschuhe, kam über Lippstadt zur Reserve des FC Schalke 04. Entscheidenden Anteil daran hatte sein Vater: „Er ist sehr Fußball-verrückt. Er war 40 Jahre lang Trainer; war als Spieler und Trainer in meinem Heimatverein aktiv.“

Und so bolzte auch Moritz Fritz schon mit drei Jahren im Verein. „Mein Vater war da mein Trainer. Er hat mich von den Minis bis zur C-Jugend trainiert.“ Diese Konstellation brachte durchaus spezielle Momente hervor. „Es war auf der einen Seite für meine Ausbildung sehr gut, weil er besonders auf mich geachtet hat. Ich habe aber oft Ärger bekommen, weil ich streng beobachtet wurde“, schmunzelt Fritz.

Den Lohn dafür gab es auch am ersten Spieltag. Auch für Fritz war es im Vorfeld überraschend, dass er unsere Mannschaft als Kapitän aufs Feld führen durfte. Hat er das Leader-Gen einfach in sich? Fritz schmunzelt: „Das weiß ich nicht, aber für mich ist klar, dass ich alles gebe, wenn ich auf dem Platz stehe, um zu gewinnen. Ich will auch die anderen mitreißen, das war schon früher so.“

Der 22-Jährige musste in seinem ersten Pflichtspiel als Kapitän von RWE eine 0:3-Niederlage gegen Wiedenbrück erleben. Zweifel? Nicht bei Fritz. Ganz im Sinne eines Anführers blickt er zurück: „Entscheidend war, dass wir in der ersten Hälfte kein Tor gemacht haben. Wir haben gut gespielt, hatten Chancen, aber es geht im Fußball darum, sich zu belohnen.“

Schon eine Woche nach dem Saisonauftakt wartete dann ein echtes Highlight auf Fritz und Co.: Das Duell im DFB-Pokal gegen den Konkurrenten vom Rhein, Fortuna Düsseldorf, und unser Kapitän lieferte eine ganz starke Leistung ab. Am Tag darauf hatte er allerdings ein Problem: „Mein Kopf brummt schon etwas.“ Kein Wunder, hatte er sich doch mit der letzten Aktion eine Kopfverletzung eingehandelt und im Dieter-Hoeneß-Stil einen Turban verpasst bekommen.

„Wir fühlen uns in unserem neuen Spiel sicher.“

Mit etwas Abstand blickt unser Kapitän trotz der knappen Niederlage im Elfmeterschießen sehr glücklich auf das Spiel zurück: „Wir haben das Spiel gegen Wiedenbrück richtig analysiert und die richtigen Schlüsse daraus gezogen. Wir haben daran geglaubt, dass wir die richtige Spielanlage haben und nur etwas kompakter stehen mussten. Das haben wir gegen Düsseldorf einfach umgesetzt.“

Mit Erfolg, zumindest bis zur 120. Minute. Gegen einen ambitionierten Zweitligisten so aufzutreten, dass macht auch den Defensivspieler stolz: „Wir haben ein überragendes Spiel gemacht. Wir fühlen uns in unserem Spiel sicher. Jeder nimmt es an und will es umsetzen. Das hat der Trainer mit uns verinnerlicht. Wir spielen dominant, suchen die spielerische Lösung. Ich denke, dass uns das liegt und man damit sehr erfolgreich Fußball spielen kann.“

Den ersten Dreier einfahren

Ein Makel bleibt allerdings, zumindest für unseren Spielführer: das Toreschießen. „Es ist letztendlich das entscheidende, aber ich bin mir sicher, dass uns das bald gelingen wird.“ Immerhin, das erste Tor gelang im Heimspiel gegen Rödinghausen, auch wenn es am Ende nur zu einem 1:1 reichte. Nun wird der erste Sieg angepeilt, die nächste Chance in der Regionalliga gibt es nach dem Niederrheinpokal-Spiel in Mülheim am kommenden Dienstag gegen Erndtebrück.