19. August 2015

Mythos RWE – Von Fallrückziehern, kuriosen Treffern und Toren des Monats (Teil 1)

Ein Bestandteil des RWE-Mythos sind sicher ganz besondere Tore. Erzielt wurden sie von Spielern wie Helmut Rahn, Penny Islacker, Willi Lippens, Horst Hrubesch, Frank Mill, Jürgen Wegmann und vielen anderen mehr. Einige Treffer, die wir euch in der heutigen Ausgabe vorstellen, bekamen sogar eine besondere Aufmerksamkeit im Fernsehen oder auf YouTube. Auch wenn der RWE nur in der 3. oder sogar 5. Liga spielte, gewannen Spieler von der Hafenstraße mehrfach die Sportschauwahl zum „Tor des Monats“. Und diese erzielten sie immer vor ihrer Fankurve als Fallrückzieher oder einer besonderen Variation davon. Zwei weitere kuriose Treffer wurden ebenfalls durch das TV oder millionenfache Links auf YouTube berühmt.

Rot-Weisse Tore des Monats

Den Anfang machte am 11.07.1976 im Halbfinalspiel RW Essen – VfB Stuttgart um die Deutsche Meisterschaft der rot-weisse A-Jugendspieler Burkhard Steiner in der 51. Minute mit seinem Treffer zum 2:2 (Endstand 4:3). Laut der ARD-Sportschau-Homepage ist er „der erste A-Jugendliche, der sich mit der Tor des Monats-Medaille schmücken durfte und zugleich der Erfinder des Standrückziehers. Mit dem Rücken zum Tor jonglierte Burkhard Steiner den Ball einmal und schoss "da irgendwo müsste das Tor ja stehen" in die vermutete Richtung. Sein Heber senkte sich unhaltbar in die Maschen.“

Ihm folgte fast 20 Jahre später Wolfram Klein. Der Essener Stürmer erzielte am 17.4.1995 in der 15. Minute das 1:0 gegen den Bonner SC mit einem Fallrückzieher von der Strafraumgrenze, der über dem Gästetorwart direkt unter der Latte einschlug (Endstand 4:3). RWE kletterte mit diesem Sieg auf den 2. Tabellenplatz und führte drei Spieltage später sogar die Tabelle an. In den abschließenden fünf Saisonspielen gab es allerdings nur noch Niederlagen, die Mannschaft beendete die Saison 1994/95 auf einem enttäuschenden 4. Platz und verpasste den Aufstieg in die 2. Bundesliga.

Wenige Monate später reihte sich in der neuen Saison 1995/96 Jörg Beyer in die Reihe der „Fallrückzieherspezialisten von der Hafenstraße“ (ARD-Sportschau) ein.  Sein spektakulärer Treffer ins kurze Torwarteck am 8.10.1995 im Spiel "RW Essen – FC Gütersloh" bedeutete in der 27. Minute den zwischenzeitigen 1:1 Ausgleich gegen den Meisterschaftskandidaten FC Gütersloh (Endstand 3:6). Die Gäste aus Westfalen festigten an diesem 11. Spieltag ihre Spitzenposition, Rot-Weiss Essen blieb Tabellenzweiter und beide Teams stiegen am Ende der Saison gemeinsam in die 2. Bundesliga auf.

Alexander Thamm (RW Essen) vervollständigte die rot-weisse Tor-des-Monats-Bilanz mit einer Mischung aus Rück- und Seitfallzieher ins lange Eck am 13.8.2010, dem ersten Spieltag der NRW-Liga 2010/11 (5. Liga). Der 1:0 Siegtreffer im Auftaktspiel in der 89. Minute gegen den VfB Homberg war ein exzellenter Auftakt für die RWE-Mission Wiederaufstieg. Am 3. Spieltag der auch wirtschafts- und vereinspolitisch erfolgreichen Insolvenz-Saison stand RWE erstmals an der Tabellenspitze, holte sich nach einer Serie von 20 ungeschlagenen Spielen souverän die NRW-Meisterschaft und schaffte den Wiederaufstieg in die 4. Liga.

Georg Schrepper

________________________________________________________________________________

Ente, Boss & Co blickt in dieser Saison auf erfolgreiche Spielzeiten vor 5, 10, 20, 30, 40 und 50 Jahren zurück. Wir stellen euch Spieler vor, die zum rot-weissen Mythos beigetragen haben und an der Hafenstraße später auch als Trainer wirkten. An bestimmten Spieltagen und gegen bestimmte Vereine schauen wir auf Begegnungen mit ihnen aus der Saison 1965/66 zurück, in der RWE die Grundlage zum ersten Bundesligaaufstieg legte. Außerdem wollen wir der Frage nachgehen, was für euch den RWE-Mythos ausmacht. Schreibt uns dazu an kurzefuffzehn@rot-weiss-essen.de.