29. September 2015

Hafenstraßen-Flair auf der großen Bühne

Seit fast einem Jahr erzählt das Musical „Das Wunder von Bern“ in Hamburg die Geschichte des sensationellen deutschen WM-Triumphs von 1954. Mittendrin ist Michael Ophelders, der selbst an der Hafenstraße aufgewachsen ist und den RWE seitdem stets im Herzen trägt.

Es ist wohl die bekannteste Geschichte, die der deutsche Fußball je geschrieben hat. Das Wunder von Bern – mit diesem klangvollen Titel wissen nicht nur Fußballfans etwas anzufangen. Die Weltmeisterschaft 1954, die der Nationalmannschaft der Bundesrepublik den ersten Titel bescherte, ist bis heute fest verankert im Gedächtnis der Deutschen. Eine ganz besondere Rolle spielte damals kein Geringerer als Helmut Rahn, seines Zeichens Stürmer in Diensten von Rot-Weiss Essen. Als Schütze des alles entscheidenden Finaltors zum 3:2 gegen Ungarn ging der „Boss“ in die Geschichte ein und bescherte uns das Wunder von Bern.

Schon einige Male wurde die Geschichte der WM 1954 verfilmt, am bekanntesten ist wohl die Verfilmung von Sönke Wortmann aus dem Jahr 2003. Daran angelehnt wurde im November des letzten Jahres in Hamburg das Musical „Das Wunder vonBern“ uraufgeführt, das Musik, Schauspiel und Fußball vereint. Auf der Bühne steht von Beginn an auch einer, der selbst ein Rot-Weisser durch und durch ist.

Michael Ophelders, 1958 geboren und inzwischen seit fast 25 Jahren Mitglied bei Rot-Weiss Essen, wuchs in der Hafenstraße auf, gerade einmal 500 Meter entfernt vom Stadion. „Wenn unser Küchenfenster offen war, hörten wir den Jubel und die Gesänge aus dem Stadion“, erinnert sich der Schauspieler und Musiker. Mit den Kindern, mit denen er gemeinsam gebolzt hat, stand er auch bei fast jedem Heimspiel in der Westkurve und feuerte seine Rot-Weissen an.

„Beim Anblick der Bühnenbilder werde ich oft sentimental…“

Deshalb macht es ihn besonders stolz, in einem Stück mitzuspielen, in dem seine Heimat eine so wichtige Rolle spielt. Und so legt Ophelders „Das Wunder von Bern“ auch allen Rot-Weissen ans Herz. „Es ist ein tolles Musical mit einer super Geschichte, toller Musik, tollen Schauspielern, Sängern und Sängerinnen, spektakulären Tanzund Fußball-Szenen und vor allem: es spielt in Essen, in einer Zechensiedlung in der Nähe des RWE-Stadions. Ein großer Rot-Weisser, der ‚Boss‘, ist die zentrale Fußballer-Figur in dem Stück und Rot-Weiss Essen wird oft genannt.“

Als Ophelders hörte, dass „Das Wunder von Bern“ in Hamburg auf die Bühne gebracht werden sollte, musste er nicht lange überlegen: „Da habe ich mich natürlich sofort beworben und bin mit meiner Vergangenheit und meinem RWE-Ausweis auch sofort genommen worden.“ Bis zu drei verschiedene Rollen übernimmt er im Musical, seine liebste ist dabei die des Bundestrainers Sepp Herberger. Der gebürtige Essener, dessen Vater selbst Bergmann in der Zeche Emil Emscher war, macht keinen Hehl daraus, dass dieses Engagement einen ganz besonderen Stellenwert in seiner langjährigen Karriere einnimmt. „Das Stück spielt ‚bei uns zu Hause‘, in meiner Kindheit. Mit meinem Dialekt, mit Bergleuten und Waschkaue, mit Taubenschlag und Zechensiedlung, und vor allem mit Helmut Rahn und RWE. Beim Anblick der Bühnenbilder werde ich oft sentimental…“

Auch wenn ihn seine Arbeit seit den 80er Jahren an die verschiedensten Theater in Deutschland und Österreich führt und er nur noch selten in Essen ist, bleibt Ophelders dem RWE auch heute noch verbunden. „Spiele kann ich selten sehen, aber mein Bruder ist öfter im Stadion und berichtet mir dann, wie es läuft.“ Und wenn es gerade gut läuft, dann werden die Ergebnisse der Rot-Weissen auch schon mal im Musical-Haus hinter der Bühne über die Lautsprecher durchgesagt. Denn dass der 56-Jährige aufgrund seiner Essener Vergangenheit einen ganz besonders engen Bezug zum Stoff des Musicals hat, ist inzwischen auch seinen Kollegen bekannt. „Zur Premiere habe ich 50 kleine RWE-Wimpel verteilt. Die Kollegen haben sie dankend angenommen und überall aufgehängt – ein weiterer Beleg dafür, welch große Rolle der RWE bei unserer Produktion einnimmt!“