30. September 2015

„Müssen mit Selbstvertrauen in die nächsten Spiele gehen“

Sportdirektor Andreas Winkler über die anstehenden Wochen an der Hafenstraße.

Zehn Spiele sind für RWE mittlerweile absolviert in der Regionalliga West. Wie für alle Rot-Weissen auch für Sportdirektor Andreas Winkler eine intensive und wechselhafte Zeit. Im Interview spricht Winkler über die bittere letzte Spielminute in Verl und blickt auf die anstehenden Wochen und Monate an der Hafenstraße.

Hallo Andreas! Das war für uns alle eine ganz bittere Heimfahrt aus Verl. Wie ist dein Eindruck: Haben sich Trainerteam und Mannschaft schon wieder erholt?

AW: Das glaube ich schon. Im Fußball geht es Schlag auf Schlag. Natürlich waren wir auf der Rückfahrt niedergeschlagen, aber die Jungs haben auch Selbstvertrauen daraus gezogen, wie dominant sie gegen einen sehr erfahrenen und unangenehmen Gegner aufgetreten ist.

War es am Ende eine Frage der Konzentration?

AW: Vielleicht kann man so sagen. Die Mannschaft absolviert aktuell ein sehr intensives Pensum. Mit vier Spielen in elf Tagen fällt es in der 95. Minute natürlich schwerer, die Konzentration hochzuhalten. Trotzdem darf so ein Tor in der 95. Minute niemals fallen. Da müssen wir gerade zum Schluss einfach cleverer sein. Aber daraus hat die Mannschaft mit Sicherheit gelernt.

Es wird nicht leichter in den nächsten Wochen. Im Oktober geht es mit Viktoria Köln, den Sportfreunden Lotte und Alemannia Aachen gegen drei Meisterschaftsaspiranten.

AW: Die bisherigen Spieltage haben gezeigt, wie ausgeglichen die Liga ist. Ich glaube uns liegen diese Gegner mehr als Mannschaften, die sich extrem hinten reinstellen. Klar kommt da Qualität auf uns zu, aber die haben auch wir in unseren Reihen.  Wenn wir dann noch mit dem richtigen Selbstvertrauen in die Spiele gehen, muss uns definitiv nicht bange sein.

So wie es aussieht, können im Laufe des nächsten Monats auch Marwin Studtrucker, Vojno Jesic und Richard Weber wieder mitwirken.

AW: Jeder einzelne Spieler ist wichtig für die Mannschaft. Gerade in Phasen von vielen Verletzungen zeigt sich das. Natürlich ist es uns am liebsten, wenn alle Jungs fit sind. Aber wir verfügen glücklicherweise über einen Kader, der Verletzungen auffangen kann. Wir haben auf jeder Position Ersatz, dem wir voll und ganz vertrauen.

Wird denn in naher Zukunft vielleicht auch der eine oder andere U19 Akteur an der Hafenstraße auflaufen?

AW: Das tun sie ja jetzt schon regelmäßig. In den Perspektiveinheiten trainieren einige der Jungs schon wöchentlich mit der 1. Mannschaft. Timo Becker war als U19-Spieler in den letzten Wochen sogar im Kader. Ziel ist es, die Jungs langsam heranzuführen. Die Leistungen in der U19-Bundesliga sind stark, im Seniorenbereich zählen letztendlich aber auch andere Qualitäten. Das spüren die Spieler auch in den Trainingseinheiten mit der 1. Mannschaft. Wir wissen, dass wir talentierte Jungs haben, aber wir werden niemanden verheizen.

Wie beurteilst du die allgemeine Stimmung im Verein und im Umfeld?

AW: Wir haben von Beginn an gesagt, dass wir geduldig sein müssen. Sowohl auf, als auch neben dem Platz. Wir wissen, dass das extrem viel verlangt ist, denn die Fans investieren Geld und Freizeit in den Verein. Umso angenehmer sind die Momente, in denen man merkt, dass der Großteil der Fans diesen Weg mitgeht. Auch nach einem Unentschieden oder einer Niederlage Applaus dafür zu bekommen, trotzdem alles gegeben zu haben, ist genau das richtige Signal für die Jungs. Das Ziel muss immer sein 100 Prozent für den Sieg zu geben. An einem guten Tag gelingt das spielerisch; an einem schlechten Tag dann zumindest über Kampf und Einsatz.