6. November 2015

„Wir müssen konsequenter sein“

Chef-Trainer Jan Siewert weiß, woran seine Mannschaft am dringendsten arbeiten muss.

Unser RWE konnte leider aus Aachen keine Punkte mitbringen. Chef-Trainer Jan Siewert erklärt im Interview mit der „kurzen fuffzehn“, wie er die Partie auf dem Tivoli analysiert hat, was aus seiner Sicht positiv war und woran seine Mannschaft arbeiten muss.

Jan, hast Du nach der Niederlage gegen Aachen schlecht geschlafen, oder konntest Du das Ergebnis dann doch schnell verarbeiten?

JS: Man muss sich nach so einem Spiel die Ruhe nehmen, um zu schauen, was passiert ist. Das heißt, man muss sich das Spiel noch einmal in aller Ruhe auf Video anschauen und sehen, was zu Fehlern geführt hat und warum man nicht selbst das entscheidende Tor erzielt hat. Dann geht man am Montag wieder ins Training und arbeitet weiter daran.

In manchen Momenten cleverer verhalten

Was war aus deiner Sicht ausschlaggebend dafür, dass die Mannschaft keine Punkte aus dem Spiel in Aachen mitnehmen konnte?

JS: Es war ausschlaggebend, dass wir in der 60. Minute einen Konter in Unterzahl nicht frühzeitig unterbunden haben. Dann kommt es zu einer Freistoßsituation für Aachen, nach der das erste Gegentor fällt. Wenn wir in der Szene vorher ein taktisches Foul gespielt hätten, dann hätten wir einen Moment Pause gehabt und hätten früher wechseln können. In Momenten wie diesen muss man sich einfach cleverer verhalten. Das ist leider nicht passiert.

Gegen Schalke 04 II wird Konstanz verlangt

Haben die zahlreichen Ausfälle auch ihren Anteil an den aktuellen Problemen?

JS: Das kann man nicht als Erklärung heranziehen. Wenn man die erste Halbzeit in Aachen sieht, dann haben wir da eine Leistung gezeigt, die uns wahrscheinlich nicht viele zugetraut haben – trotz aller Ausfälle. Man muss mit sich ins Gericht gehen, warum man einen Konter nicht unterbindet. Man kann nur gewinnen, wenn man 90 Minuten konstant ist, nicht nur 45 oder 60. Diese Konstanz werde ich von meinen Spielern jetzt gegen Schalke II verlangen.

Die Personalsituation ist nach dem Aachen-Spiel allerdings auch nicht besser geworden…

JS: Das stimmt. Wir hatten zwar Glück, dass sich die Verletzung von Leon Binder als nicht so schwerwiegend herausgestellt hat und er schnell zurückkehren kann, aber leider hat sich Philipp Zeiger einen Meniskusschaden zugezogen und wird uns vorerst nicht zur Verfügung stehen.

Nicht zu lange verlorenen Spielen nachhängen

Wie geht man damit um, wenn man in vielen Spielen gute Ansätze zeigt, aber sich nicht dafür belohnt?

JS: Eigentlich geht es nur auf dem Trainingsplatz. Wir zeigen den Spielern Anfang der Woche per Videoanalyse, was gute Momente im Spiel waren und was für Probleme gesorgt hat. Man darf im Fußball aber nicht zu lange den verlorenen Spielen hinterher hängen, sondern muss so etwas schnell verarbeiten. Wir brauchen nun dringend Konsequenz im Abschluss und in der Verteidigung.

Haben Sie nach dem Aachen-Spiel Kritik an der Mannschaft geübt, oder eher das Positive herausgestellt?

JS: Man muss das Positive ansprechen, aber auch die Fehler. Es ist wichtig, dass man immer die Gesamtheit betrachtet.

Das Ziel ist eine kontinuierliche Weiterentwicklung der Mannschaft

Nun geht es gegen die zweite Mannschaft des FC Schalke 04. Für die Fans ist es ein besonderes Spiel. Was erwarten Sie von der Partie?

JS: Das stimmt. Gelsenkirchen gegen Rot-Weiss Essen ist immer ein brisantes Spiel gewesen. Vielleicht tut es uns sogar ganz gut, das diese Brisanz am kommenden Wochenende wieder vorhanden ist.

Gibt es ein Ziel, dass Sie sich und der Mannschaft für die letzten fünf Ligaspiele vor der Winterpause gesetzt haben?

JS: Unser Ziel ist es auch weiterhin, dass sich die Mannschaft kontinuierlich weiterentwickelt. Und das passiert derzeit zumindest in Teilbereichen. Es kommt nicht von ungefähr, dass man vor der Pause in Aachen so auftritt, wie wir es gemacht haben. Trotzdem muss unsere Devise die gleiche sein wie bisher. Wir müssen von Spiel zu Spiel zu denken.