8. August 2016

Nächster Gegner: Last-Minute-Treffer bringen Selbstvertrauen

„Wir haben uns etwas vorgenommen!“ So WSV-Trainer Stefan Vollmerhausen selbstbewusst. Auch wenn der 43-Jährige mit seiner Aussage vor allem das spektakuläre 3:3-Auftakspiel gegen den Titelaspiranten FC Viktoria Köln gemeint hatte, so könnte man seine Aussage auch längerfristig auslegen. Schließlich will der Verein aus dem Bergischen Land, auch weiterhin in der West-Staffel für Furore sorgen. Besonders natürlich gegen Rot-Weiss Essen.

Das Selbstbewusstsein kommt nicht von ungefähr, schließlich hat der Aufsteiger im Sommer ordentlich aufgerüstet. Neben den bereits vorhandenen regionalligaerfahrenen Routiniers wie Ercan Aydogmus und die Ex-Rot-Weissen Sylvio Pagano und Daniel Grebe sicherte man sich unter anderem die Dienste von Kevin Hagemann (zuvor SSVg Velbert), Babacar M’Bengue (zuvor SC Wiedenbrück) und Kai Schwertfeger (zuvor Hansa Rostock). Trotzdem gibt man sich Bescheiden im Bergischen Land: „Als Aufsteiger wäre es vermessen, eine andere Zielsetzung als den Klassenverbleib zu formulieren.“ Allerdings wird dem WSV von verschiedener Seite die Rolle der Überraschungsmannschaft zugetraut.

Dies würde zur Achterbahnfahrt passten, welche die erste Mannschaft des ehemaligen Bundesligisten (1972 bis 1975) hinter sich hat. Vor drei Jahren musste der WSV Insolvenz anmelden und den Zwangsabstieg in die Oberliga Niederrhein hinnehmen. In den ersten beiden Spielzeiten reichte es dort nur für die Plätze drei und zwei. In der letzten Saison übernahm dann Vollmerhausen das Kommando. Neben dem Aufstieg setzte die Mannschaft aus der Stadt mit der Schwebebahn ein weiteres Glanzlicht im Halbfinale des Niederrheinpokals. Gegen Rot-Weiß Oberhausen gewann die Vollmerhausen-Elf 6:4 nach Elfmeterschießen. Erst das Finale ging beim aktuellen Ligarivalen Rot-Weiss Essen vor 17.000 Fans an der Essener Hafenstraße 0:3 verloren. Am Dienstag kommt es zum schnellen Wiedersehen mit der Mannschaft von RWE-Trainer Sven Demandt.

In der Regionalliga schlägt sich der WSV bisher ordentlich. Einem 3:3 gegen Meisterschaftsfavorit Viktoria Köln ließen die Wuppertaler am vergangenen Wochenende ein weiteres Last-Minute-Unentschieden (2:2) gegen die Reserve von Fortuna Düsseldorf folgen. In beiden Spielen avancierte Torjäger Ercan Aydogmus zum Matchwinner und erzielte bereits drei Treffer für den WSV, zwei davon in der Nachspielzeit. Die rot-weisse Defensive hat jedoch bereits im Pokalfinale an der Hafenstraße bewiesen, dass sie den Routiniers in Schach halten kann. Und Selbstvertrauen hat die Elf von Chef-Trainer Sven Demandt nach sechs Punkten aus zwei Spielen ebenfalls zu bieten.